Invezz

Britische Aktien steigen bei Hoffnungen auf US‑Iran-Abkommen, Öl fällt

Britische Aktien steigen bei Hoffnungen auf US‑Iran-Abkommen, Öl fällt
Rivanshi Rakhrai
06. Mai 2026, 13:55 PM

Unterstützt von

Invezz
FTSE 100 (UKX) — Long-Position

Long-Engagement in FTSE 100 (z. B. iShares Core FTSE 100 UCITS ETF). Die Hoffnungen auf ein US‑Iran-Abkommen treiben eine breit angelegte Risk-on-Bewegung, der Ölpreis liegt rund 8% niedriger (geringeres Inflationsrisiko), und die Märkte kürzen die erwarteten BoE-Zinserhöhungen. Diese Kombination hebt typischerweise zinssensible britische Large Caps und Zykliker (Minengesellschaften, Banken, Reise-/Freizeitsektor).

Kernrisiko: Das US‑Iran-Memorandum scheitert und der Ölpreis schießt wieder hoch, wodurch Inflationserwartungen und die Erwartungen an BoE-Zinsschritte zurück nach oben steigen — die Rallye würde dadurch ausgelöscht.

Diageo — Long-Position

Kaufen Sie Diageo (DGE.L). Die Aktie übertrifft den Markt bereits am Tag (+5,2%) und der makroökonomische Rückenwind ist real: günstigere Energie- und Transportkosten sowie nachlassender Inflationsdruck helfen, Konsumausgaben und Margen zu schützen. Wenn der geopolitische Schock abklingt, belohnen Anleger weiterhin qualitativ starke Defensive mit guter Umsetzung.

Kernrisiko: Eine erneute Eskalation im Golf treibt die Inputkosteninflation wieder nach oben und schwächt die Verbrauchernachfrage, wodurch der Gewinnoptimismus in Margenängste umschlagen könnte.

  • Britische Aktien zogen an, da die Hoffnungen auf ein US‑Iran-Abkommen zunahmen.
  • Die Ölpreise brachen ein, was die Inflationssorgen auf den globalen Märkten abschwächte.
  • Diageo und Next legten nach besser als erwartet ausgefallenen Meldungen zu.

Der britische Aktienmarkt zog am Mittwoch deutlich an, da sich die Anlegerstimmung verbesserte vor dem Hintergrund wachsender Erwartungen an eine mögliche Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nach monatelangen Konflikten in der Golfregion.

Der Leitindex FTSE 100 stieg um 2,4% bis 10:55 GMT, während der Midcap-Index FTSE 250 um 2,6% kletterte und ein Zwei-Wochen-Hoch erreichte.

Die Zuwächse kamen, während die weltweiten Aktienmärkte zulegten und die Ölpreise deutlich fielen, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass Washington und Teheran kurz davorstünden, ein einseitiges Memorandum zur Beendigung des Konflikts zu finalisieren.

Die Ölpreise fielen um rund 8%, was die Befürchtungen über anhaltende inflationsfördernde Druckfaktoren dämpfte, die sich während der verlängerten Spannungen im Golf verstärkt hatten.

Energiesektoren verlieren, da Rohölpreise stark einbrechen

Trotz der breit angelegten Rallye britischer Aktien entwickelten sich Energiewerte schwächer aufgrund der schwächeren Rohölpreise. Der FTSE-350-Energieindex fiel nahezu um 4% und folgte dem starken Rückgang an den Ölmärkten.

Die meisten anderen großen Sektoren lagen während der Sitzung im Plus.

Konjunkturreagible Segmente, darunter Bergbauunternehmen, Banken, Reise- und Freizeitunternehmen sowie immobiliennahe Titel, verzeichneten starke Zuwächse, da Anleger Anzeichen nachlassender geopolitischer Spannungen begrüßten.

Der Rückgang der Ölpreise verbesserte zudem die Erwartungen hinsichtlich Inflation und Geldpolitik, sodass Händler ihre Wetten auf künftige Zinserhöhungen der Bank of England reduzierten.

Die Märkte preisten bis Ende 2026 insgesamt 50 Basispunkte an Zinserhöhungen ein, gegenüber mehr als 60 Basispunkten, die noch am Dienstag eingepreist waren.

Inflationssorgen bleiben im Fokus

Die Anlegeroptimistik bestand trotz jüngster Daten, die steigenden Kostendruck für britische Unternehmen zeigten.

Eine vielbeachtete Umfrage von S&P Global ergab, dass britische Dienstleistungsunternehmen im vergangenen Monat die stärkste Beschleunigung des Kostendrucks seit dreieinhalb Jahren verzeichneten.

Der Bericht hob hervor, dass der Iran-Konflikt die Preise für Treibstoffe und Rohstoffe erhöht habe, was die Sorgen über Inflation und Unternehmensmargen verstärkte.

Die jüngsten Marktbewegungen spiegelten die Hoffnung wider, dass eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran zur Stabilisierung der Energiemärkte beitragen und den Druck auf Unternehmen und Verbraucher verringern könnte.

Politische Unsicherheit vor Kommunalwahlen

Die Aufmerksamkeit richtet sich außerdem auf die für Donnerstag anstehenden wichtigen Kommunalwahlen im Vereinigten Königreich, die für Premierminister Keir Starmer und die regierende Labour-Partei zu Herausforderungen werden könnten.

Es wird erwartet, dass die Partei nach einer Reihe von Skandalen und Kritik an ihrer Unfähigkeit, die Lebensstandards zu verbessern, deutliche Verluste erleidet.

Anleger beobachten außerdem das politische Umfeld daraufhin, ob Starmer unter Druck bezüglich seiner Führungsposition geraten könnte.

Diageo und Next führen Kursgewinne an

Unter den Einzelwerten stiegen die Aktien von Diageo um 5,2%, nachdem der Spirituosenhersteller Umsätze im dritten Quartal gemeldet hatte, die die Markterwartungen übertrafen.

Unterdessen legte Next plc um 2,7% zu, nachdem der Einzelhändler erklärt hatte, höhere, durch den Iran-Konflikt bedingte Kosten durch moderate Preiserhöhungen in bestimmten Auslandsmärkten ausgleichen zu wollen.

Das Unternehmen meldete zudem bessere Umsätze im ersten Quartal als erwartet, was das Anlegervertrauen weiter stützte.