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Nvidia-Aktie erreicht Schlüsselmarke nach Corning-Deal – warum sind Analysten gespalten?

Nvidia-Aktie erreicht Schlüsselmarke nach Corning-Deal – warum sind Analysten gespalten?
Devesh Kumar
07. Mai 2026, 13:09 PM

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NVDA: Kaufen wegen Ausbau der optischen KI-Infrastruktur

Kaufen NASDAQ:NVDA. Das Corning-Abkommen sichert einen „Platz am Tisch“ in der KI-Rechenzentrumsinfrastruktur (10x optische Konnektivitätskapazität, neue US-Werke). Das stützt NVDAs Narrativ, dass KI-Capex sich von Chips hin zum vollständigen Ausbau verlagert und nicht nur die kurzfristige GPU-Nachfrage betrifft. Die Street tendiert bereits zu bullish (Goldman Buy; Kursziele angehoben), und NVDAs Sprung auf ein Schlüsselniveau deutet darauf hin, dass Käufer den Trend verteidigen.

Kernrisiko: Die KI-Infrastruktur-Ausgaben verlangsamen sich schneller als erwartet, sodass sich NVDAs Wachstums-Multiple zusammenschiebt, selbst wenn die Partnerschaft real ist.

GLW: Verkaufen wegen Bewertungs-/Erwartungslücke

Verkaufen Corning (NYSE:GLW). Die Aktie ist auf Perfektion eingepreist: rund 99x trailing earnings und ein Forward-KGV über 53, während die jüngste Umsatzprognose die Erwartungen verfehlte. Selbst bei starker KI-Nachfrage hat der Markt bereits einen großen Produktionsumschwung und einen langen Zeithorizont eingepreist; jede Schwäche in Industriesegmenten oder Verzögerungen beim Produktionshochlauf der optischen Kapazitäten wird das Multiple belasten.

Kernrisiko: Das Wachstum der KI-optischen Nachfrage enttäuscht oder das Produktionshochfahren dauert länger, sodass die Gewinne hinter den bereits hohen Erwartungen zurückbleiben.

  • Nvidia und Corning präsentieren eine $500M-Partnerschaft für KI-Infrastruktur.
  • Corning plant umfangreiche US-Produktionsausweitungen und 3.000 neue Arbeitsplätze.
  • Wall Street erhöht Kursziele, da die KI-Ausgabenthese weiter an Stärke gewinnt.

Die Nvidia-Aktie NASDAQ:NVDA stieg am Mittwoch um etwa 5,8% nachdem das Unternehmen eine 500 Millionen USD (ca. 436,2 Millionen €) Partnerschaft mit Corning zur Ausweitung der US-Produktion optischer Konnektivität für KI-Rechenzentren angekündigt hatte.

Diese Entwicklung trieb die Corning-Aktie vorbörslich um 20% nach oben.

Der Markt bewertete die Strategie eindeutig positiv, denn es handelte sich nicht nur um einen reinen Liefervertrag, sondern um ein Signal, dass sich die KI-Ausgaben tiefer in den Infrastruktur-Stack verlagern.

Gleichzeitig machte die Reaktion die zentrale Spannung des Trades deutlich: Während die Bullen in einer größeren KI-Ausbaustory Potenzial sehen, halten Skeptiker die Aktie für bereits stark gelaufen.

Nvidia-Corning-Partnerschaft: Was das Abkommen tatsächlich bewirkt

Die Mechanik ist unkompliziert: Nvidia wird einen vorfinanzierten Optionsschein erhalten, mit dem es 3 Millionen Corning-Aktien zu jeweils $0.0001 kaufen kann.

Außerdem erhält der Chipriese das Recht, bis zu 15 Millionen weitere Aktien zu je $180 zu erwerben, was eine mögliche Gesamtinvestition von 500 Millionen USD (ca. 436,2 Millionen €) ergibt.

Im Gegenzug erklärte Corning, die Kapazität für optische Konnektivität in den USA verzehnfachen, die inländische Glasfaserproduktion um mehr als 50% steigern und drei neue Produktionsstätten in North Carolina und Texas bauen zu wollen; es werden mehr als 3.000 Arbeitsplätze erwartet.

Kurz gesagt: Nvidia kauft hier nicht nur Komponenten, sondern sichert sich einen Platz am Tisch in der KI-Lieferkette.

Warum die Bullen zuschlagen

Jensen Huang stellte das Abkommen als Teil eines größeren Ganzen dar und sagte, KI treibe „den größten Infrastrukturaufbau unserer Zeit“ voran und schaffe eine „einmalige Chance pro Generation“, Fertigung und Lieferketten zu revitalisieren.

Corning unterlegte diesen Optimismus mit einem eigenen ehrgeizigen Wachstumsplan und hob seine langfristige Umsatzprognose auf eine annualisierte Runrate von $20 billion bis Ende 2026, 30 Milliarden USD (ca. 26,2 Milliarden €) bis Ende 2028 und 40 Milliarden USD (ca. 34,9 Milliarden €) bis Ende 2030.

Das erklärt, warum Wolfe Research sein Kursziel für Corning von $185 auf $230 anhob und die Einstufung Outperform beibehielt.

Die Wall-Street-Optimisten beschränkten sich nicht auf Corning: Goldman Sachs behielt die Buy-Einschätzung für Nvidia und bestätigte ein Kursziel von $250, basierend auf einem 30-fachen KGV.

Auch die Markteinschätzung für Nvidia bleibt klar positiv: Investing.com zeigt einen Strong-Buy-Konsens und ein durchschnittliches Kursziel von $269.17.

Nvidia-Aktie: Das Warnsignal

Das Vorsichtsargument beginnt bei der Bewertung: Corning wird inzwischen mit nahezu dem 99-fachen der trailing earnings gehandelt, das Forward-KGV liegt weiterhin über 53 — eine anspruchsvolle Bewertung für einen Hersteller, der noch Exponierung gegenüber langsameren Industriesegmenten hat.

Cornings Umsatzprognose für das zweite Quartal lag unter den Erwartungen von Wall Street, obwohl die KI-bezogene Nachfrage stark blieb. Das unterstreicht, wie viel Optimismus bereits im Aktienkurs eingepreist ist.

Technische Analysten beobachten zudem den Bereich um $200 als nächste Widerstandszone, während ein RSI von rund 52,6 auf neutrales Momentum statt auf eine überkaufte Explosion hindeutet.

Verwässerung ist nicht das Hauptproblem, sollte aber beachtet werden.

Sollte Nvidia alle 18 Millionen Aktien ausüben, entspräche das etwas mehr als 2,1% der 860,6 Millionen ausstehenden Cornings-Aktien.