Invezz

Britische Aktien fallen, Starmer unter Druck wegen Spannungen im Nahen Osten

Britische Aktien fallen, Starmer unter Druck wegen Spannungen im Nahen Osten
Rivanshi Rakhrai
12. Mai 2026, 13:48 PM

Unterstützt von

Invezz
Barclays (BARC)

Verkaufen: Barclays. Der Artikel signalisiert eine breit angelegte Risk-off-Bewegung, angeführt von Banken (britischer Bankenindex -2,3%) sowie steigenden britischen Renditen (10-jährige Gilt +11 Basispunkte auf 5,11%), was die Refinanzierung verteuert und die Kreditqualität unter Druck setzen kann. Bei einem politischen Führungs-/Stabilitäts-Schock werden Banken typischerweise zuerst neu bewertet und meist nach unten korrigiert, da Anleger eine höhere Risikoprämie verlangen.

Kernrisiko: Eine rasche politische Deeskalation, die Gilt-Renditen zurückführt und das Vertrauen in die finanzielle Stabilität des Vereinigten Königreichs wiederherstellt.

UK 10-jährige Gilt (Short)

Short-Position in britischen 10-jährigen Gilts eröffnen (z. B. Verkauf von Futures auf britische 10-jährige Gilts). Die These lautet, dass Führungsunsicherheit zusammen mit einer Eskalation im Nahen Osten die Laufzeitprämien erhöht hält: Die 10-jährige Rendite liegt bereits nahe den Niveaus von 2008 (5,11%) und der Artikel verknüpft die Bewegung ausdrücklich mit den fiskalischen Folgen anhaltender Instabilität.

Kernrisiko: Ein glaubwürdiger Waffenstillstand bzw. schnelle Fortschritte in den Iran-Gesprächen, die das geopolitische Risiko deutlich verringern und die 10-jährige Rendite nach unten ziehen.

  • Britische Aktien gaben nach angesichts des Drucks auf Premierminister Keir Starmer.
  • Anleger verfolgten die zunehmende Unsicherheit bezüglich der Waffenstillstandsbemühungen im Nahen Osten.
  • Banken- und Verteidigungswerte führten die breiteren Verluste an den britischen Märkten an.

Britische Aktien notierten am Dienstag tiefer, da Anleger die zunehmende inländische politische Unsicherheit rund um Premierminister Keir Starmer und erneute Spannungen im Nahen Osten bewerteten.

Der Blue-Chip-Index FTSE 100 fiel bis 1053 GMT um 0,4%, während der Midcap-Index FTSE 250 um 1,2% nachgab.

Anleger bewerten Starmers politische Zukunft

Die Marktstimmung blieb vorsichtig, nachdem Starmer Aufforderungen zum Rücktritt zurückgewiesen hatte, trotz wachsender interner Kritik innerhalb der Labour Party.

Am Montag richtete Starmer einen emotionalen Appell an Wähler und Labour-Abgeordnete, sie dazu aufzufordern, seine Führung weiterhin zu unterstützen, und warnte, dass ein Führungswettbewerb weitere Instabilität und Chaos auslösen könnte.

Mehr als 80 Labour-Abgeordnete haben jedoch öffentlich den Premierminister aufgefordert, einen Rücktrittszeitplan bekanntzugeben, damit die Partei in geordneter Weise zu einer neuen Führung übergehen kann.

Trotz des zunehmenden Drucks erklärte Starmer, er werde im Amt bleiben.

Die jüngsten Marktbewegungen deuteten darauf hin, dass Anleger weiterhin unsicher hinsichtlich des politischen Ausblicks im Vereinigten Königreich waren, trotz Starmers Versuchen, die Bedenken zu beruhigen.

Spannungen im Nahen Osten verstärken Marktvorsicht

Die Anlegerstimmung wurde zudem durch Befürchtungen infolge des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten belastet.

US-Präsident Donald Trump sagte, der Waffenstillstand mit Iran stehe "auf lebenserhaltender Unterstützung", was die Sorge schürte, dass diplomatische Bemühungen zur Stabilisierung der Region an Schwung verlieren.

Gleichzeitig wies Teheran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts zurück und hielt an einer Liste von Forderungen fest, die Trump als "Müll" bezeichnete.

Das Ausbleiben von Fortschritten bei den Verhandlungen trug zur allgemeinen Marktunsicherheit bei, wobei Anleger die geopolitischen Risiken weiterhin genau beobachteten.

Banken- und Verteidigungswerte führen Verluste an

Die Schwäche am britischen Aktienmarkt wurde von Bankwerten angeführt.

Der britische Bankenindex fiel um 2,3%, belastet von einem deutlichen Kursrückgang der Metro Bank-Aktien, die um 5,2% abrutschten.

Die Aktien von Barclays gaben ebenfalls um 3,6% nach und trugen zur allgemeinen Schwäche im Finanzsektor bei.

Unterdessen gaben Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungswerte um 2% nach, was die risikoaverse Stimmung am Markt widerspiegelt.

Der zinsempfindliche Immobiliensektor geriet ebenfalls unter Druck und fiel um 1,9%, da Anleger sich von Sektoren zurückzogen, die in Phasen erhöhter Unsicherheit als verwundbar gelten.

Die Verluste in mehreren Sektoren unterstrichen die Vorsicht der Anleger, während die Märkte inländische politische Entwicklungen gegen eskalierende geopolitische Risiken im Ausland abwogen.

Renditen nähern sich Mehrjahreshochs

Die Kreditkosten der britischen Regierung stiegen deutlich, als Händler die fiskalischen Auswirkungen andauernder politischer Instabilität bewerteten.

Die Rendite der 10-jährigen britischen Gilt stieg um 11 Basispunkte auf 5,11%.

Diese Bewegung brachte die Renditen näher an die zuletzt 2008 beobachteten Niveaus.

Ähnliche Niveaus wurden bereits im März erreicht, als Bedenken über die inflationsfördernden Auswirkungen des Iran-Konflikts aufkamen.

Unterdessen stieg die Rendite der 30-jährigen Gilt, die sehr sensitiv auf langfristige fiskalische Sorgen reagiert, um 10 Basispunkte auf 5,78%.

Der Anstieg der Kreditkosten hob die wachsende Vorsicht der Anleger hervor, da politische Unsicherheit und geopolitische Spannungen weiterhin den Ausblick für die britischen Finanzmärkte trübten.