Warum Nvidia-Aktie am Mittwoch rund 2 % verliert
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Kaufen NVDA. Die Ergebnisüberraschung ist real (14 Quartale in Folge, in denen sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis die Erwartungen übertrafen) und der Ausblick deutet auf schnelleres Wachstum hin. Der Taipei-Campus plus $150B/yr an Ausgaben bei taiwanesischen Zulieferern festigt die Verpflichtung zur Lieferkette und ist nicht nur Nachfragehype. Der Rücksetzer wirkt wie eine Bewertungs-/Positionsbereinigung nach einer großen Rallye, nicht wie ein fundamentaler Bruch.
Kernrisiko: Die Nachfrage nach KI-Chips verlangsamt sich so stark, dass Nvidias Wachstumsrate nicht mehr „außergewöhnlich“ bleibt, was zu einer Multiple-Kompression führt.
Kaufen TSM (TSM). Nvidias geplante Erhöhung der Ausgaben bei taiwanesischen Zulieferern ist direkte Zusatznachfrage nach Taiwans führender Fertigungskapazität. Selbst wenn die NVDA-Aktie volatil bleibt, profitiert TSM von den Capex‑Ausgaben und dem Ökosystem-Ausbau, die mit Nvidias Vorstoß in die KI-Infrastruktur verbunden sind.
Kernrisiko: Eine geopolitische Eskalation oder Exportbeschränkungen stören die taiwanesische Fertigung oder Lieferungen und verhindern TSMs Fähigkeit, von der KI-Nachfrage zu profitieren.
- Die Nvidia-Aktie verlor trotz starker Ergebnisdynamik zum vierten Mal in Folge.
- Jensen Huang stellte Pläne vor, die jährlichen Ausgaben bei taiwanesischen Zulieferern auf $150 billion zu erhöhen.
- Anleger bleiben nach Nvidias massivem Anstieg und einer Bewertung von $5 trillion vorsichtig.
Die Aktien von Nvidia NVDA blieben am Mittwoch unter Druck und setzten die jüngsten Verluste trotz herausragender Quartalszahlen und eines aggressiven langfristigen Expansionsplans im Zusammenhang mit Taiwans Halbleiter-Ökosystem fort.
Die Aktie fiel um rund 2 % auf etwa $211.26 im frühen Handel, nachdem sie am Dienstag zum dritten Mal in Folge niedriger geschlossen hatte.
Die Schwäche trat auf, obwohl Nvidia erneut Ergebnisse vorlegte, die die Erwartungen an der Wall Street übertrafen und die dominante Stellung des Unternehmens im Zentrum des KI-Booms untermauerten.
Laut FactSet-Daten hat Nvidia nun in 14 aufeinanderfolgenden Quartalen sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis über den Analystenerwartungen ausgewiesen.
Das Unternehmen meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 85 % im Jahresvergleich und gab einen Ausblick auf ein im aktuellen Quartal noch schnelleres Wachstum.
Dennoch schienen Anleger zurückhaltend, die Aktie nach der enormen mehrjährigen Rallye und einer Marktkapitalisierung von über $5 trillion aggressiv nach oben zu treiben.
Nvidia setzt verstärkt auf Taiwan
Chief Executive Jensen Huang versuchte bei einer Veranstaltung in Taipeh, die Eröffnung des neuen Taiwan-Campus des Unternehmens zu markieren und Nvidias langfristige Ambitionen für KI-Infrastruktur zu bekräftigen.
Huang sagte, Nvidia plane, jährlich bis zu $150 billion bei taiwanesischen Zulieferern auszugeben, gegenüber derzeit rund $100 billion.
Er nannte keinen Zeitplan für die Erhöhung.
Die Ankündigung hob Nvidias zunehmende Abhängigkeit vom taiwanesischen Halbleiter-Ökosystem hervor, insbesondere die Beziehung zur Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Nvidias wichtigstem Fertigungspartner.
Huang ist in Taipeh im Vorfeld der Computex, der wichtigsten Technologiekonferenz der Insel, die zunehmend zur Schaubühne für die globale Entwicklung von KI-Infrastruktur geworden ist.
Die Ausgabenzusage von Nvidia erfolgt zudem vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Sorgen um Taiwan und die globale Halbleiterversorgungskette.
Diese Sorgen hatten sich verschärft, nachdem Donald Trump kürzlich angedeutet hatte, ein geplantes US-Rüstungspaket in Höhe von $14 billion für Taiwan könne nach seinem Gipfeltreffen mit Chinas Präsident Xi Jinping potenziell als Verhandlungshebel gegenüber China genutzt werden.
Debatte um Bewertung verschärft sich
Trotz Nvidias operativer Stärke ist die Anlegerstimmung nach den explosiven Kursgewinnen der vergangenen zwei Jahre zunehmend vorsichtig geworden.
Der Rückgang nach den Zahlen hat Nvidia laut FactSet-Daten auf ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) leicht über 22 fallen lassen.
Das liegt weiterhin deutlich unter vielen Halbleiterpeers, darunter Intel bei etwa 95-fachem erwarteten Gewinn und Advanced Micro Devices nahe 47-fachem.
Anleger verwenden KGV-Multiplikatoren, um die Bewertung einer Aktie im Verhältnis zu ihren erwarteten künftigen Gewinnen zu beurteilen.
Mit dem Wachstum von Online-Trading-Apps ist das Verfolgen solcher Kennzahlen für Marktteilnehmer deutlich einfacher und zugänglicher geworden.
Analysten argumentieren zunehmend, dass Nvidias Bewertung die dominierende Rolle des Unternehmens in der KI-Infrastruktur und die beschleunigende Nachfrage nach Rechenleistung nicht vollständig widerspiegelt.
Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street für Nvidia ist auf etwa $294 gestiegen, während rund 93 % der Analysten, die die Aktie abdecken, Kauf-Äquivalent-Ratings beibehalten.
Mehrere große Häuser, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley, Needham und Baird, hoben nach dem Ergebnisbericht kürzlich ihre Kursziele an.
Dennoch deutet die verhaltene Reaktion der Aktie darauf hin, dass Anleger nun möglicherweise Nägel mit Köpfen sehen wollen, dass Nvidia sein außergewöhnliches Wachstumstempo halten kann, während sich der Wettbewerb im KI-Halbleiterbereich verschärft.
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