Nvidia-Aktie bleibt nach Zahlen wackelig: kaufen, verkaufen oder halten?
KI-Sentiment: 72/100 Bullisch
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Kaufen NVDA. Erneuter Earnings-Beat (14 Quartale in Folge), die Guidance bleibt stark, und der Markt preist die Verschiebung von „GPU-only“ hin zu vollständigendem AI-Compute (Vera CPU + networking/software) weiterhin unter Wert. Der Rücksetzer wirkt wie eine Bewertungs-/Positionierungsanpassung, nicht wie ein Nachfrageausfall, und das Forward-P/E (~22) liegt weit unter dem von den AI-Führern implizierten Wachstumspfad.
Kernrisiko: China blockiert oder verzögert eine nennenswerte H200-Einführung, wodurch das adressierbare CPU/AI-Plattform-TAM schrumpft und die Guidance nach unten gezwungen wird.
Verkaufen AMD. Selbst bei AI-Momentum hebt der Artikel Nvidias wachsendes adressierbares Marktpotenzial (Vera CPU ~$200B) und die Full-Stack-Plattform hervor, während AMDs Bewertung weiterhin einen kleineren, wettbewerbsintensiveren Anteil am Aufbau der AI-Infrastruktur widerspiegelt. Drehen Investoren in Richtung des „Platform Winner“, komprimiert sich AMDs relatives Aufwärtspotenzial.
Kernrisiko: AMD sichert sich große AI-CPU/Netzwerk-Erfolge, die beweisen, dass es Nvidias Full-Stack-Vorteil ausgleichen kann, und kehrt damit die Narrative der Plattformführerschaft um.
- Nvidia-Aktien blieben trotz eines weiteren deutlichen Earnings-Beats schwach.
- Jensen Huang hob eine potenzielle $200 billion CPU-Chance im Zusammenhang mit KI hervor.
- Analysten sehen Nvidia im Verhältnis zu den Wachstumsaussichten weiterhin unterbewertet.
Die Aktien von Nvidia blieben am Dienstag unter Druck, obwohl das Unternehmen letzte Woche erneut starke Quartalszahlen vorlegte.
Die Aktie zeigte sich in den frühen Handelsstunden volatil. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notierte die Nvidia-Aktie rund 0.5% im Plus bei etwa $216.26, nachdem sie am Freitag um fast 2% gefallen war.
Die verhaltene Reaktion kam, obwohl Nvidia erneut die Erwartungen von Wall Street übertraf und eine der bemerkenswertesten Erfolgsserien in den modernen Technologiemärkten ausbaute.
Nach Daten von FactSet hat Nvidia nun in 14 aufeinanderfolgenden Quartalen sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis die Analystenerwartungen übertroffen.
Das Unternehmen meldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 85% im Jahresvergleich und gab einen Ausblick für ein noch schnelleres Wachstum im laufenden Quartal.
Trotzdem, bei einer Marktbewertung von über $5 trillion und dem dramatischen Kursanstieg der Aktie in den vergangenen zwei Jahren, schienen Anleger zögerlich, der Aktie unmittelbar nach den Zahlen aggressiv nachzulaufen.
Huang hebt massives CPU-Potenzial hervor
Nvidias CEO Jensen Huang bekräftigte am Wochenende erneut die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Am Samstag sagte Huang, dass Nvidias Schätzung eines zukünftigen $200 billion CPU-Marktes China einschließt, und unterstrich damit, wie wichtig das Land für Nvidias langfristige Ambitionen bleibt – trotz anhaltender geopolitischer Spannungen.
Central Processing Units, oder CPUs, rücken zunehmend in den Fokus, da der Aufstieg agentischer KI die Nachfrage nach Rechenleistung über die traditionell für das Training großer Modelle genutzten Graphics Processing Units hinaus ausweitet.
Während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen sagte Huang letzte Woche, dass Nvidias neue „Vera“-CPU-Architektur dem Unternehmen Zugang zu einem neuen adressierbaren Markt im Wert von etwa $200 billion verschaffe.
Das Unternehmen positioniert sich zunehmend nicht nur als dominanter GPU-Anbieter für AI-Workloads, sondern auch als breitere AI-Computing-Plattform, die CPUs, Networking, Software und Full-Stack-Infrastruktur umfasst.
China bleibt weiter ungewiss
China bleibt eine der größten ungeklärten Fragen für Nvidia-Anleger.
Das Unternehmen hat US-Regierungslizenzen erhalten, die Verkäufe seiner H200-Chips nach China unter bestimmten Auflagen erlauben.
Die chinesischen Behörden haben jedoch noch keine breite Einführung der Chips genehmigt, da Peking weiterhin die Entwicklung inländischer Halbleiterzulieferer priorisiert.
Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping erzielten bei den jüngsten Gesprächen in Peking, an denen Huang als Teil der US-Wirtschaftsdelegation teilnahm, keinen Durchbruch in Sachen Halbleiterzugang.
Reuters berichtete letzte Woche, dass die USA etwa 10 chinesischen Firmen den Kauf von Nvidias H200-Chips genehmigt haben, obwohl bisher offenbar noch keine Lieferungen erfolgt sind.
„H200 wurde zur Lieferung nach China lizenziert. Es wäre großartig, diesen Markt bedienen zu können“, sagte Huang am Wochenende in Taipeh.
„Der chinesische Markt ist sehr wichtig. Er ist natürlich sehr groß.“
Zugleich räumte Huang kürzlich ein, dass Nvidia Teile des chinesischen Marktes „weitgehend an Huawei abgegeben“ habe, da inländische Alternativen weiterhin Unterstützung aus Peking erhalten.
Analysten sehen Nvidia weiterhin als günstig bewertet
Trotz der jüngsten Schwäche der Aktie argumentieren Analysten zunehmend, dass Nvidias Bewertung seine dominante Stellung in der Infrastruktur für künstliche Intelligenz nicht widerspiegelt.
Nach dem Rücksetzer nach den Quartalszahlen handelt Nvidia nun mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward P/E) leicht über dem 22-fachen, so FactSet.
Zum Vergleich: Für Intel liegt das Verhältnis bei etwa dem 95-fachen und für Advanced Micro Devices bei nahezu dem 47-fachen.
Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street für Nvidia ist inzwischen auf rund $294 gestiegen, während etwa 93% der die Aktie abdeckenden Analysten weiterhin Kaufempfehlungen aussprechen.
Mehrere große Häuser – darunter Baird, Goldman Sachs und Morgan Stanley – haben nach den Quartalszahlen ihre Kursziele angehoben.
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