Invezz

BYD erweitert 'God’s Eye'-Rollout im E-Auto-Preiskampf

BYD erweitert 'God’s Eye'-Rollout im E-Auto-Preiskampf
Utkarsh Roshan
28. Mai 2026, 15:30 PM

Unterstützt von

Invezz
BYD Co. (1211.HK)

Kaufen. BYD setzt die Einführung von „God’s Eye“ zusammen mit Unfallentschädigungen ein, um Verbrauchersorgen zu verringern und die Akzeptanz margenstarker Software/ADAS zu beschleunigen, während sein neuer 4‑nm-Automobilchip die Ambitionen für Level‑3/4 unterstützt. Trotz Margendruck in China zeigen die Registrierungs- und Exportzahlen in Europa eine Beschleunigung, was darauf hindeutet, dass BYD das Volumen halten und die Gewinne durch einen höheren Auslandsanteil und speziell auf niedrige Preise zugeschnittene Modelle verteidigen kann.

Kernrisiko: Regulierungsbehörden oder Sicherheitsvorfälle könnten BYD dazu zwingen, Level‑3/4-Funktionen oder Entschädigungszusagen auszusetzen oder zurückzunehmen, wodurch die Argumente für Akzeptanz und Margen zusammenbrechen würden.

NXP Semiconductors (NXPI)

Kaufen. BYDs neuer selbstentwickelter 4‑nm-Automobilchip signalisiert einen breiteren Vorstoß in rechenintensive ADAS. Das erhöht die Nachfrage nach automobilgerechter Rechenleistung, Konnektivität und Sicherheitskomponenten im gesamten Ökosystem und kommt Zulieferern wie NXP zugute, die in vielen Fahrzeugplattformen eingebettet sind, selbst wenn OEMs eigene Chips entwickeln.

Kernrisiko: OEMs wechseln schneller als erwartet zu vollständig internen Stacks, reduzieren den Anteil von Drittanbieter-Silizium und verringern dadurch NXPs Marktanteile.

  • BYD hat neue Anreize vorgestellt, um die Verbreitung seiner Fahrerassistenzplattform zu fördern.
  • Das Unternehmen führte eine Unfallentschädigungsdeckung ein, die an seine City Navigation-Funktion gebunden ist.
  • BYD expandiert weiterhin rasant in Europa, während Tesla Schwierigkeiten hat, seinen Marktanteil zurückzugewinnen.

BYD stellte am Donnerstag neue Servicepakete vor, die darauf abzielen, die Verbreitung seiner Fahrerassistenzplattform „God’s Eye“ zu beschleunigen, während das Unternehmen seinen Vorstoß ins autonome Fahren vor dem Hintergrund nachlassender Inlandsnachfrage und zunehmenden Wettbewerbsdrucks verstärkt.

Vorsitzender Wang Chuanfu sagte, das langfristige Ziel des Autobauers sei es, durch intelligente Fahrtechnologie „null Verkehrsunfälle“ zu erreichen.

Im Rahmen der Initiative erklärte BYD, dass das Unternehmen Entschädigungen und Reparaturkosten für Unfälle, die während der Nutzung der Fahrerassistenzfunktion City Navigation auftreten, vollständig übernehmen werde, ohne die Versicherungsprämien der Nutzer im folgenden Jahr zu erhöhen.

Der Schritt ist einer der stärksten Versuche von BYD, das Vertrauen der Verbraucher in fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme zu stärken, während chinesische Autobauer darum wetteifern, sich durch KI-gestützte Fahrtechnologie zu differenzieren.

BYD stellte außerdem einen neuen, selbst entwickelten 4‑Nanometer-Automobilchip vor, der Level‑3- und Level‑4-Fähigkeiten für autonomes Fahren unterstützen soll.

Das Unternehmen teilte mit, dass einige seiner kostengünstigeren Modelle für etwa 12,000 Yuan (1.770 $) auf das fortschrittlichere God’s Eye B-System aufgerüstet werden könnten.

Der Druck auf Chinas E-Auto-Markt nimmt zu

Die Offensive beim autonomen Fahren erfolgt, während BYD in Chinas heimischem Elektrofahrzeugmarkt mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert ist.

Das Unternehmen verzeichnete jüngst den stärksten quartalsweisen Gewinnrückgang seit 2020, da aggressiver Preiskampf die Margen in der Branche drückte.

Das jüngste Batterie-Upgrade – die erste größere Überarbeitung des Unternehmens seit sechs Jahren – konnte die nachlassende Verkaufsdynamik im Inland bislang nicht umkehren.

Der chinesische Elektrofahrzeugmarkt ist zunehmend überfüllt: Lokale Wettbewerber beschleunigen die Einführung KI-basierter Assistenzsysteme, die mit groß angelegten realen Fahrdaten trainiert wurden.

Xpeng, Nio und Li Auto haben ihre Fähigkeiten im autonomen Fahren im vergangenen Jahr aggressiv ausgeweitet.

Unterdessen wartet Tesla noch auf die vollständige behördliche Genehmigung, um seine fortschrittlichsten Full-Self-Driving-Funktionen in China einzuführen.

Diese Verzögerung gewinnt an Bedeutung, da chinesische Autobauer KI-Fahr­systeme rasch lokalisieren und in kostengünstigere Modelle integrieren.

BYD beschleunigt seine Expansion in Europa

Obwohl die Profitabilität im Inland nachlässt, baut BYD seine Auslandsexpansion, insbesondere in Europa, weiterhin aggressiv aus.

Das Unternehmen registrierte im April 27,008 Fahrzeuge in ganz Europa und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Laut Daten der European Automobile Manufacturers' Association registrierte BYD im ersten Quartal in der Europäischen Union 50,646 Fahrzeuge, ein Anstieg von 169,7% gegenüber dem Vorjahr.

Das brachte BYD einen EU-Marktanteil von 1,8%.

Mit Einbeziehung von Großbritannien und den EFTA-Märkten lieferte BYD im Quartal rund 73,847 Fahrzeuge aus und erreichte damit einen Marktanteil von 2,1% gegenüber 0,9% ein Jahr zuvor.

Zum Vergleich: Teslas europäischer Marktanteil liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem jüngsten Abschwung.

BYDs europäische Strategie stützt sich zunehmend darauf, höhere Margen im Ausland und steigende Exportvolumen zu nutzen, um den Preisdruck international aufrechtzuerhalten.

Das Unternehmen exportierte im Quartal 319,751 Pkw und Pick-ups, ein Plus von 65,2% im Jahresvergleich.

Es passt zudem Produkte gezielt an die Bedürfnisse europäischer Kunden an.

BYD hat kürzlich den Dolphin G DM-i vorgestellt, ein Modell, das auf europäische Vorlieben zugeschnitten ist und voraussichtlich später in diesem Jahr in Großbritannien zu einem Einstiegspreis unter £20,000 auf den Markt kommen wird.