Dow stürzt um 680 Punkte – Chip-Ausverkauf treibt Nasdaq zum größten Rückgang seit 2025

Dow stürzt um 680 Punkte – Chip-Ausverkauf treibt Nasdaq zum größten Rückgang seit 2025
Ananthu C U
05. Juni 2026, 22:23 PM

Unterstützt von

Invezz
Long auf JPM / XLF

JPMorgan Chase (JPM) via Financial Select Sector SPDR (XLF) kaufen. Ein restriktives „higher-for-longer“-Umfeld belastet zinssensitive Wachstumswerte, unterstützt aber häufig die Nettozinserträge der Banken und hält die Kreditnachfrage robust, solange die Wirtschaft noch stark ist (Jobs-Beat). Wenn sich Tech-Risiken reduzieren, fließt Kapital in Finanzwerte, die von höheren Renditen profitieren.

Kernrisiko: Verschlechterung der Kreditqualität (steigende Delinquencies/Charge-offs) und eine Neubewertung der Banken durch den Markt wegen Rezessionsrisiken.

Short auf SOXX

iShares Semiconductor ETF (SOXX) verkaufen. Halbleiter sind der klare Treiber (Philadelphia -9%, mehrere Mega-Caps -7–12%) und der Jobs-Beat treibt die Renditen nach oben, was typischerweise KI-/Tech-Multiples drückt. Dem Sektor fehlen außerdem neue Aufwärtskatalysatoren, da Enttäuschungen bei den Prognosen (z. B. Broadcom) sich in der Gruppe ausbreiten.

Kernrisiko: Die Fed schwenkt schnell auf eine dovishe Haltung um (Renditen fallen) und Halbleiter erholen sich infolge erneuten Optimismus bei KI-Investitionsausgaben.

  • Nasdaq fällt 4% , da Halbleiterwerte einen breiten Ausverkauf an der Wall Street anführen.
  • Starker Arbeitsmarktbericht für Mai verstärkt Sorgen um höhere US-Zinsen.
  • Investoren rotieren in defensive Aktien, da Bitcoin und Tech-Aktien nachgeben.

US-Aktien schlossen am Freitag deutlich schwächer, nachdem ein breiter Ausverkauf bei Halbleiteraktien und ein stärker als erwarteter Arbeitsmarktbericht Befürchtungen geweckt hatten, dass die Federal Reserve eine restriktive Haltung bei den Zinsen beibehalten könnte.

Der technologielastige Nasdaq Composite fiel um mehr als 4%, und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit den zollbedingten Turbulenzen Anfang 2025.

Der S&P 500 fiel um 2.6%, während der Dow Jones Industrial Average etwa 685 Punkte bzw. 1.3% verlor, nachdem er am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatte.

Der starke Rückgang beendete außerdem die neunkwöchige Gewinnserie des S&P 500, die längste Abfolge von Freitagsgewinnen seit Ende 2023.

Halbleiteraktien ziehen Markt nach unten

Der Verkaufsdruck konzentrierte sich auf Halbleiteraktien, die in diesem Jahr zu den stärksten Kursstellern an der Wall Street gehörten, angesichts der Euphorie um Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz.

Der Philadelphia Semiconductor Index rutschte am Freitag um etwa 9% ab, nachdem er in der vorherigen Sitzung bereits 2% verloren hatte.

Broadcom-Aktien fielen um mehr als 7% und setzten damit den 12%igen Rückgang vom Donnerstag fort, nachdem Anleger negativ auf den jüngsten Quartalsbericht des Unternehmens und den KI-Umsatzausblick reagiert hatten.

Das Unternehmen übertraf die Quartalserwartungen, hob jedoch seine Jahresprognose für KI-Halbleiter nicht an, was Anleger enttäuschte, die mit einer stärkeren Prognose gerechnet hatten.

Die Schwäche weitete sich auf den Sektor aus. Micron Technology verlor rund 11% und setzte damit den 8%igen Rückgang vom Donnerstag fort, während Intel mehr als 9% fiel und Advanced Micro Devices um etwa 10% nachgab.

Marvell Technology verlor ebenfalls etwa 12%.

Starker Arbeitsmarktbericht schürt Zinsängste

Die Anlegerstimmung geriet weiter unter Druck, nachdem das US-Arbeitsministerium berichtete, dass die Nonfarm-Payrolls im Mai um 172,000 gestiegen sind, deutlich mehr als die erwarteten etwa 80,000 neuen Stellen.

Die Arbeitslosenquote blieb bei 4.3% stabil.

Während die Daten das Vertrauen in die Stärke der US-Wirtschaft bestätigten, verringerten sie auch die Erwartungen an eine kurzfristige Zinssenkung durch die Federal Reserve.

Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen nach dem Bericht deutlich an, wobei die 10-jährige Rendite über 4.5% kletterte und die 30-jährige Rendite über 5% stieg.

Die Finanzmärkte rechnen nun zunehmend damit, dass die Fed noch vor Jahresende eine Zinserhöhung vornimmt.

Investoren rotieren in defensive Sektoren

Der Marktrückgang ging mit einer Umschichtung hin zu defensiveren Anlagen einher.

Gesundheits- und Konsumgüterwerte schnitten besser ab: Colgate-Palmolive und Coca-Cola stiegen jeweils um mehr als 3%, während Johnson & Johnson etwa 2% zulegte.

Kryptowährungsnahe Aktien schwächten sich ebenfalls, da Bitcoin erstmals seit Ende 2024 unter $60,000 fiel.

Coinbase Global und Strategy rutschten zusammen mit dem digitalen Asset ebenfalls nach unten.

Einige Investoren verwiesen zudem auf den in der nächsten Woche mit Spannung erwarteten Börsengang von SpaceX als möglichen Faktor für die Rotation weg von Technologieführern.

Auch geopolitische Sorgen blieben im Fokus, da die Unsicherheit rund um den Konflikt im Nahen Osten die Marktaussichten weiter eintrübte und die Vorsicht der Anleger zum Wochenende hin verstärkte.