Invezz

Kospi-Index bildet bearishe Divergenz vor Microns Quartalszahlen

Kospi-Index bildet bearishe Divergenz vor Microns Quartalszahlen
Crispus Nyaga
24. Juni 2026, 06:07 AM

Unterstützt von

Invezz
Kaufen: Micron (MU) vor den Quartalszahlen

Der Artikel verweist auf die “Angst” rund um MU nach den Reaktionen auf Broadcom/Oracle, nennt aber zugleich einen sehr aggressiven Konsens (Umsatz +279 % im Jahresvergleich im letzten Quartal; +275 % im laufenden Quartal; +205 % auf Jahresbasis). Sollte die Prognose lediglich solide ausfallen, könnte die Aktie wieder anziehen, da der Markt bereits auf Enttäuschung positioniert ist. Ein Kauf von MU zielt auf eine Post‑Earnings‑Mean‑Reversion und eine Neubewertung im Rahmen der Memory‑Superzyklus‑Erzählung ab.

Kernrisiko: MU leitet eine Abwärtsprognose ein oder signalisiert, dass die Nachfrage nach HBM/DRAM früher als erwartet abkühlt und damit die Superzyklus‑These bricht.

Verkaufen: iShares MSCI South Korea ETF (EWY)

Der Kospi Composite zeigt eine bearishe Divergenz und ein Doppeltop, und der Markt ist auf einen durch Microns Quartalszahlen ausgelösten Tech‑Abverkauf vorbereitet. Sollte MU schwächeln, dürfte das AI‑Memory‑Konglomerat Südkoreas (Samsung/SK Hynix/MU) gemeinsam abgewertet werden und den Index mit nach unten ziehen. EWY bietet direkte Exponierung gegenüber dieser breiten Bewegung.

Kernrisiko: Micron und Peers überraschen deutlich positiv mit starker Prognose, was eine schnelle Risk‑On‑Erholung auslösen könnte, die die bärischen technischen Signale überlagert.

  • Der Kospi-Index ist zurückgegangen, da Anleger sich auf Microns Quartalszahlen konzentrieren.
  • Er sank auch, nachdem SK Hynix begonnen hatte, Produktionskapazitäten auf preisgünstigere Chips zu verlagern.
  • Auf dem Tageschart hat sich eine bearishe Divergenz gebildet.

Der Kospi-Index gab diese Woche deutlich nach und erreichte den niedrigsten Stand seit dem 12. Juni, nachdem Technologiewerte eingebrochen waren. Am Dienstag verlor er 10 %, und der Abwärtstrend setzte sich heute, dem 24. Juni, fort. Dieser Rückgang könnte anhalten, falls die Aktie von Micron MU nach den heute anstehenden Quartalszahlen nachgibt.

Kospi-Index wartet auf Microns Quartalszahlen

Der Kospi, ein Index, der die größten südkoreanischen Unternehmen abbildet, befindet sich in einem der längsten Haussezyklen, die je beobachtet wurden. Nach einem Tiefstand bei 2.268 im April des Vorjahres stieg er an und erreichte am Montag mit 9.387 einen Höchststand — ein Anstieg um 320 %.

Dieser Anstieg wurde vom anhaltenden KI‑Superzyklus getrieben, der Samsung und SK Hynix auf eine Bewertung von über 1 Billion US-Dollar gehoben hat, nachdem die Nachfrage nach Speicher gestiegen war.

Diese Unternehmen, zusammen mit Micron als ihrem wichtigsten US‑Wettbewerber, verzeichneten eine stark gestiegene Nachfrage nach ihren Produkten im Zuge anhaltender Investitionen in Rechenzentren. Ihre Kapazitäten sind bereits für das Jahr vollständig ausgebucht, und einige Analysten glauben, dass sich der Trend in absehbarer Zeit fortsetzen wird.

Der Kospi-Index fällt daher aus Furcht, dass die Micron-Aktie nach den heute zu erwartenden Zahlen fallen könnte. Diese Sorge hat nach den jüngsten Quartalsberichten zweier großer Tech‑Konzerne — Broadcom und Oracle — zugenommen.

Broadcom veröffentlichte starke Finanzergebnisse und gab eine moderat positive Prognose ab. Trotzdem stürzte die Aktie zweistellig ab und zog den breiteren Technologiesektor mit nach unten. Sie hat sich seither nicht erholt und liegt weiterhin 23 % unter ihrem Jahreshoch.

Ähnlich veröffentlichte Oracle Anfang dieses Monats einen starken Bericht, zog sich danach jedoch zurück. Die Aktie fiel auf 165 US-Dollar, damit 35 % unter ihrem Jahreshoch, und notiert nahe dem niedrigsten Stand seit dem 1. Mai.

Daher dürfte der Kospi-Index angespannt bleiben, während Anleger auf diese Quartalszahlen warten. Sind die Zahlen und die Prognosen stark, würde das ein Wiederanspringen des Aufwärtstrends signalisieren, da es weiterhin Nachfrage nach Speicherchips anzeigt.

Analysten an der Wall Street sind für die bevorstehenden Micron‑Zahlen optimistisch: Der Konsens geht im Schnitt davon aus, dass der Umsatz im letzten Quartal um 279 % gestiegen ist. Für das laufende Quartal wird ein Umsatzanstieg um 275 % erwartet, während der Jahresumsatz um 205 % auf 114 Milliarden US‑Dollar steigen soll.

SK Hynix verlagert Produktion von High‑End‑Chips

Der Kospi-Index gab auch nach, nachdem SK Hynix begonnen hatte, einen Teil seiner Kapazitäten in den commoditisierten Bereich des DRAM‑Markts zu verlagern. Das könnte darauf hindeuten, dass die Nachfrage nach den hochmargigen HBM‑Chips zu schwächeln beginnt. Das ist bedeutsam, da SK Hynix diese Woche kurzzeitig zum größten Unternehmen Südkoreas aufgestiegen ist.

Gleichzeitig besteht die Sorge, dass ausländische Investoren ihre Aktien weiter abgestoßen haben, um Gewinne mitzunehmen. Das gilt als Anzeichen dafür, dass sie einen nachlassenden Nachfrageverlauf erwarten.

Technische Analyse des Kospi‑Index

Kospi-Index

Chart des Kospi Composite Index | Quelle: TradingView

Technische Indikatoren deuten ebenfalls darauf hin, dass der Kospi Composite Index mehrere ausgeprägt bärische Chartmuster gebildet hat. Er hat ein kleines Doppeltop ausgebildet, ein häufiges Umkehrsignal in der technischen Analyse.

Am auffälligsten ist, dass der Index eine bearishe Divergenz gebildet hat. Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) hat einen fallenden Kanal ausgebildet und steht kurz davor, den Neutralpunkt von 50 zu durchkreuzen.

Auch die beiden Linien des Percentage Price Oscillator (PPO) haben ein bärisches Crossover ausgebildet und zeigen nach unten. Deshalb besteht das Risiko, dass der Kospi‑Index kurzfristig zurücksetzt, möglicherweise bis zur psychologischen Marke von 7.000.