Invezz

Gründe, warum die Rolls‑Royce‑Aktie über 1.500 p steigen dürfte

Gründe, warum die Rolls‑Royce‑Aktie über 1.500 p steigen dürfte
Crispus Nyaga
07. Juli 2026, 10:45 AM

Unterstützt von

Invezz
Rolls‑Royce (RR.L) buy

Buy RR.L. Das Setup ist ein Multi‑Engine‑Wachstumsstack: (1) Erholung der zivilen Luftfahrt mit Power‑by‑the‑Hour‑Serviceökonomie, gekoppelt an die Triebwerksflugstunden, (2) beschleunigende Nachfrage nach Notstrom für Rechenzentren (22GW→36GW, +20%/Jahr bis 2030) und (3) Verteidigungsaufträge, die kurzfristige Sichtbarkeit schaffen. Die technischen Indikatoren bestätigen das Momentum: RR.L durchbrach 1,420p und wird vom 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt gestützt; ein Durchbruch über 1,532p signalisiert die Fortsetzung des Trends.

Kernrisiko: Ein starker Rückgang der Triebwerksflugstunden oder der Wirtschaftlichkeit von Serviceverträgen (wenn die Luftfahrtnachfrage stockt oder Störungen wiederkehren) könnte die Erholung des Cashflows zunichtemachen.

Rolls‑Royce (RR.L) buy wegen SMR‑Optionalität

Buy RR.L for SMR upside. Die These lautet, dass SMR‑Partnerschaften (UK/Tschechien/Schweden) plus Rolls’ Fähigkeit zur Nuklear‑Umsetzung eine echte Call‑Option schaffen: Gelingen die frühen Einsätze, kann das Unternehmen einen neuen Umsatzstrom jenseits von Luftfahrt und Power hochskalieren. Der Markt bewertet offenbar den wahrscheinlichkeitssummierten Payoff zu niedrig, insbesondere da Regierungen weiter in Nuklearenergie und Energiesicherheit investieren.

Kernrisiko: SMR‑Projekte verzögern sich oder werden aufgrund von Genehmigungsproblemen, Kostenüberschreitungen oder schwacher staatlicher Finanzierung gestrichen, sodass die Partnerschaften keine Umsätze generieren.

  • Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie liegt nahe seinem Allzeithoch.
  • Das Unternehmen hat mehrere Katalysatoren, darunter die Luftfahrtbranche.
  • Die technische Analyse deutet ebenfalls auf weiteres Aufwärtspotenzial hin.

Der Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie bewegte sich in den letzten Monaten in einer engen Spanne und pendelt in der Nähe seines Allzeithochs. Am heutigen 7. Juli wurde die Aktie bei 1.480p gehandelt, nach einem Anstieg von 52% in den letzten 12 Monaten. Dieser Artikel nennt einige der wichtigsten Gründe, warum die Aktie weiter steigen könnte.

Kurs der Rolls‑Royce‑Aktie könnte vom boomenden Luftverkehr profitieren

Rolls‑Royce Holdings ist ein bedeutender Akteur in der zivilen Luftfahrtindustrie und liefert unter anderem Triebwerke für verbreitete Großraumflugzeuge wie Airbus A350, A330neo und A380. 

Das Unternehmen verdient auf zwei Wegen: durch den Verkauf von Triebwerken und durch langfristige Serviceverträge. In einigen Fällen verkauft es bestimmte Triebwerke auch bewusst mit Verlust, um im Gegenzug die Serviceverträge zu erhalten.

Die Serviceverträge sind nach dem Power‑by‑the‑Hour‑Ansatz strukturiert und laufen in der Regel zwischen 8 und 15 Jahren. In diesem Modell sind die Triebwerksflugstunden (Engine Flying Hours, EFH) daher meist eine der wichtigsten Kennzahlen.

Rolls‑Royce Holdings dürfte profitieren, wenn die Reisebranche sich nach den Störungen durch den US‑Iran‑Krieg wieder normalisiert. In einer jüngsten Mitteilung betonte das Management, die Unterbrechungen hätten sich nicht wesentlich auf die Geschäftsabläufe ausgewirkt. 

Am wichtigsten: Das Unternehmen erwägt eine Rückkehr ins boomende Geschäft mit Schmalrumpftriebwerken. Das Programm wurde bereits gestartet und man führt Gespräche mit der britischen Regierung über eine Finanzierung. Wenn es klappt, könnten die Triebwerke Ende 2029 oder 2030 in Betrieb gehen.

Rolls‑Royce verzeichnet starke Nachfrage aus dem Rechenzentrumssektor

Neben dem zivilen Luftfahrtgeschäft stellt das Unternehmen Stromerzeuger her, die vor allem in der Industrie eingesetzt werden. Einer der wichtigsten Einsatzzwecke ist die Rechenzentrumsbranche, die Analysten weiter wachsen sehen.

In einer jüngsten Präsentation gab das Unternehmen an, dass seine Backup‑Leistung für Rechenzentren von 22GW im Jahr 2023 auf 36GW im Jahr 2025 gestiegen sei. Nun erwartet es ein jährliches Wachstum von 20% bis 2030. 

Der Umsatz der Sparte Power stieg im vergangenen Jahr von £3,3 Milliarden in 2022 auf £4,9 Milliarden, während der Free Cashflow auf £700 Millionen anstieg. 

Rolls‑Royce ist ein wichtiger Akteur im SMR‑Sektor

Ein weiterer Grund für weitere Kursgewinne ist der wachsende Marktanteil in der neuen Branche der Small Modular Reactors (SMR). Dabei handelt es sich um kleine Kernreaktoren, die zu einem Standort transportiert und dort montiert werden können. In den meisten Fällen können diese Anlagen zwischen 10 und 300 Megawatt Strom erzeugen. 

Rolls‑Royce nutzt seine Kernkompetenz im Nuklearbereich für die Entwicklung dieser Produkte. Bereits wurden Partnerschaften mit Großbritannien, der Tschechischen Republik und Schweden gesichert. Gelingen die anfänglichen Einsätze, ließe sich dieses Geschäft erheblich ausbauen. Studien schätzen, dass der SMR‑Markt bis 2035 auf über $23 Milliarden wachsen wird.

Die Verteidigungsausgaben steigen

Gleichzeitig profitiert Rolls‑Royce Holdings von den anhaltend steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und anderen Ländern. Einige europäische Staaten wie Italien und Frankreich haben sich verpflichtet, diese Ausgaben in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen. Es wird erwartet, dass Präsident Donald Trump Druck auf die NATO‑Mitglieder ausüben wird, die Ausgaben in diesem Jahr zu beschleunigen.

Rolls‑Royce hat in den vergangenen Monaten bereits Aufträge gewonnen. So erhielt das Unternehmen eine Order für EJ200‑Triebwerke, die die neue Flotte von 20 Eurofighter Typhoons der Türkei antreiben werden. Es gewann zudem Aufträge aus Australien.

Technische Indikatoren stützen die Rolls‑Royce‑Aktie

RR‑Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass die RR‑Aktie in den letzten Monaten gut gelaufen ist. Sie stieg von einem Tief von 1,093p im März dieses Jahres auf heute 1,485p. Kürzlich durchbrach sie das wichtige Widerstandslevel von 1,420p, dem bisherigen Höchststand vom 26. Februar. 

Die Aktie wird vom 50‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt gestützt. Ein klarer Ausbruch über das bisherige Jahreshoch von 1,532p würde auf weitere Zugewinne hindeuten.