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Kospi-Index im Bärenmarkt: Ist die Südkorea-Party vorbei?

Kospi-Index im Bärenmarkt: Ist die Südkorea-Party vorbei?
Crispus Nyaga
09. Juli 2026, 06:56 AM

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KOSPI 200 ETF (KODEX 200)

Verkaufen/Short KODEX 200. Der Artikel weist auf einen technischen Bärenmarkt hin (≈23% vom Höchststand), auf ausländische Gewinnmitnahmen und auf eine wahrscheinliche Markdown‑Phase, in der gehebelte Privatanleger gezwungen sind, Risiko abzubauen. Eine Rückkehr zum Mittelwert spricht zudem für weiteres Abwärtspotenzial in Richtung Bereich des 200‑Tage‑Gleitenden Durchschnitts.

Kernrisiko: Speicherpreise fallen nicht – die Nachfrage nach KI/Speicher bleibt heiß und ausländische Zuflüsse drehen zurück zu Netto‑Käufen, wodurch der Markdown umgekehrt würde.

Samsung Electronics (005930.KS)

Samsung verkaufen. Das Unternehmen trieb die Rallye durch Speicher‑/KI‑Nachfrage an, doch die Aktie fällt bereits, da Anleger das Aufwärtspotenzial infrage stellen und der Sektor zyklisch ist. Drehen die Speicherpreise, bricht das Ergebnismomentum von Samsung und die Aktie wird zur Hauptbremse für den Index.

Kernrisiko: Samsung leitet anhaltende Stärke der Speicherpreise an (oder eine neue, von KI getriebene Nachfragewelle), die zyklische Sorgen ausgleicht und das Ergebniswachstum wieder beschleunigt.

  • Der Kospi-Index ist seit seinem Höchststand in diesem Jahr um 23% gefallen.
  • Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf die anhaltenden Rückschläge von SK Hynix und Samsung zurückzuführen.
  • Es gibt Anzeichen dafür, dass er in die Distributions- oder Markdown‑Phase übergegangen ist.

Der Kospi-Index ist nach einem Rückgang von 23% gegenüber seinem diesjährigen Höchststand in einen technischen Bärenmarkt zurückgekehrt. Dieser Ausverkauf setzte sich heute fort, als er auf sein tiefstes Niveau seit dem 20. Mai fiel. Wird der Leitindex weiter fallen oder gelingt ihm eine Erholung?

Warum der Kospi-Index eingebrochen ist

Der Kospi-Index, der die größten Unternehmen Südkoreas abbildet, gehörte seit dem Vorjahr zu den stärksten Gewinnern weltweit. Er stieg von 2,268 am Tiefpunkt im April des Vorjahres und erreichte ein Rekordhoch von 9,387.

Die Rally wurde durch staatliche Maßnahmen begünstigt, die Aktieninvestitionen förderten, wobei der Präsident prognostizierte, der Kospi werde auf 5,000 steigen.

Diese Politik fiel zeitlich mit einem Boom der künstlichen Intelligenz (KI) zusammen, der zu einer starken Nachfrage nach Speicherprodukten und Halbleitern führte. Samsung und SK Hynix zählen zu den größten Akteuren in diesen Branchen. 

Die Nachfrage führte zu deutlich höheren Preisen, Umsätzen und Gewinnen für diese Unternehmen. Erst in dieser Woche teilte Samsung mit, dass seine Umsätze im zweiten Quartal mehr als doppelt so hoch waren, und das Management erwartet weiteres Wachstum.

Samsung und SK Hynix schlossen sich ihren globalen Wettbewerbern in der Speicherbranche beim Anstieg an, wobei ihre Marktkapitalisierung auf über $1 Billion stieg. Parallel dazu griffen südkoreanische und ausländische Anleger dem Fear of Missing Out (FOMO) erlegen zu. 

Viele Südkoreaner nahmen Kredite auf, um am Bullenmarkt teilzunehmen. Aktuelle Daten zeigen, dass gehebelte Trades im Land stark zugenommen hatten. Gehebelte Aktieninvestitionen von Privatanlegern hatten bereits ihre Limits erreicht, sodass es für diese Anleger schwierig wurde, weiter zu hebeln.

In letzter Zeit jedoch hat die Party begonnen zu stocken. Ausländische Investoren verkaufen weiterhin südkoreanische Aktien zur Gewinnmitnahme. Gleichzeitig sind Samsung und SK Hynix, die die Zugewinne anführten, eingebrochen, da Anleger bezweifeln, ob weiteres Wachstum möglich ist.

Ein zentrales Risiko ist, dass die Speicherpreise in den kommenden Monaten wieder fallen könnten, da diese Branche stark zyklisch ist. Anleger erinnern sich noch an 2023, als die Umsätze der meisten Speicherunternehmen zweistellig einbrachen.

Gleichzeitig besteht das Risiko, dass der US‑Iran-Konflikt bald wieder aufflammt. In einer Erklärung sagte Donald Trump, seiner Ansicht nach sei der Waffenstillstand beendet. Die USA führten über Nacht Angriffe gegen den Iran durch, worauf dieser Vergeltungsmaßnahmen ergriff. Die Ölpreise steigen wieder, während Händler mögliche Szenarien durchspielen. 

Wie geht es mit dem Kospi weiter?

Eine traditionelle Theorie, die Wyckoff-Methode, liefert eine gute Erklärung für das, was beim Kospi geschieht. Sie beschreibt, dass Vermögenswerte im Zeitverlauf vier Hauptphasen durchlaufen. Die erste ist die Akkumulationsphase, in der sich die Kurse seitwärts bewegen. Darauf folgt die Mark‑up‑Phase, in der die Preise parabolisch ansteigen, während FOMO intensiver wird.

Auf diese Phase folgen Distribution und dann Markdown, in der Anleger in Panik verkaufen. Es gibt Anzeichen dafür, dass wir uns jetzt in der Markdown‑Phase befinden, was insbesondere bei gehebelten Privatanlegern weiteren Verkaufsdruck auslösen könnte.

Der Index durchläuft wahrscheinlich auch eine Rückkehr zum Mittelwert, bei der Vermögenswerte fallen und sich ihren historischen Durchschnitten annähern. In diesem Fall liegt der Kospi bei 7,204, während der 200‑Tage‑Gleitende Durchschnitt bei 5,901 liegt. Der Rückgang wird den Index damit dem Durchschnitt annähern.

Ist das also das Ende des Bullenlaufs? Nicht unbedingt. Klar ist jedoch, dass der Index in der nahen Zukunft sehr volatil bleiben wird.