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Brent-Rohöl-Analyse: Wird der Markt zu selbstzufrieden?

Brent-Rohöl-Analyse: Wird der Markt zu selbstzufrieden?
Crispus Nyaga
21. Juli 2026, 06:54 AM

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Brent‑Rohöl (UKOIL)

Kauf von UKOIL (Brent‑Futures/ETN) bei einem Durchbruch über 90 US‑Dollar in Richtung 100 US‑Dollar. Der Artikel weist auf reale Angebotsrisiken hin (Verlangsamung in Hormus, Blockade‑Risiko in Bab al‑Mandab, mögliche Störung des Hafens von Fujairah), während die Bestände bereits knapp sind (USA ~25 Tage; SPR auf dem niedrigsten Stand seit den 1980er‑Jahren). Auch die technischen Indikatoren unterstützen die Fortsetzung: über dem 50‑Tage‑Durchschnitt, PPO > 0, bullisches Wimpel-/Aufbruchs‑Setup.

Kernrisiko: Eine schnelle Deeskalation, die die Seewege wiederherstellt und Hafen‑/Meerenge‑Störungen verhindert, wodurch der Risikoaufschlag zusammenbricht.

USOIL (WTI)

Verkauf von USOIL (WTI‑Futures/ETN) gegenüber Brent (d. h. USOIL direkt leerverkaufen oder als Brent‑WTI‑Long darstellen). Die Nachrichtenlage ist Naher Osten/Rotmeer/Hormus‑lastig, was tendenziell die globalen Seetransporte und damit Brent stärker trifft als WTI. Bei knappen Beständen kann der Markt weiterhin eine höhere Prämie für Brent einpreisen, falls die Engpässe anhalten, wodurch sich die Brent‑WTI‑Spanne ausweitet.

Kernrisiko: WTI holt auf, weil US‑Angebotsknappheit oder inländische Nachfrageschocks die Spanne dominieren und den relativen Vorteil von Brent auslöschen.

  • Der Brent‑Rohölpreis stand in den letzten Tagen unter Druck.
  • Die Spannungen im Nahen Osten und in Russland haben sich verschärft.
  • Es gibt Anzeichen dafür, dass Marktteilnehmer selbstzufriedener werden.

Der Brent-Rohölpreis hat Schwierigkeiten, den wichtigen Widerstandsbereich bei 90 US-Dollar zu durchbrechen, obwohl die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter eskalieren. Am Dienstag notierte er bei 88,50 US-Dollar, nur wenige Dollar unter seinem Intraday-Hoch vom Montag. Das wirft eine wichtige Frage auf: Wird der Ölmarkt gegenüber den zunehmenden geopolitischen Risiken zu selbstzufrieden?

Rohölpreis schwankt, während die Spannungen zunehmen

Es gibt Anzeichen dafür, dass der Markt angesichts steigender Risiken selbstzufriedener wird. Die USA starteten über Nacht die zehnte Angriffswelle gegen Iran, worauf Iran mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain reagierte. 

Gleichzeitig hat sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verlangsamt, da Angriffe auf Handelsschiffe zugenommen haben. Über Nacht wurde ein Tanker, der versuchte, die strategische Wasserstraße zu passieren, Berichten zufolge von einem „unbekannten Projektil“ getroffen. 

Die wachsenden Sicherheitsrisiken könnten Reedereien und ihre Besatzungen davon abhalten, die enge Passage zu nutzen, durch die rund 20 % der weltweiten Ölversorgung fließen.

Schlimmer noch: Es besteht das Risiko, dass Diplomatie diesmal nicht greift. Spitzenunterhändler drängen auf eine neue zehn­tägige Feuerpause, während Präsident Donald Trump die Zahl der F‑16, F‑35 und Betankungsflugzeuge in der Region erhöht.

Laut Axios wägt Präsident Trump zwei Optionen ab. Die erste wäre, der Diplomatie noch eine Chance zu geben, um den Konflikt zu deeskalieren. Die zweite wäre, zusammen mit Israel eine deutlich größere Militäroffensive zu starten, um Iran zur Kapitulation zu zwingen. 

Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass die anfängliche Angriffswelle offenbar Irans Entschlossenheit eher verhärtet hat, statt es zum Rückzug zu bewegen.

Huthi haben Blockade gegen Saudi-Arabien angekündigt

Unterdessen gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Krise in der Region ausweitet. Ansah Allah, allgemein bekannt als Houthi, hat eine Blockade gegen saudische Schiffe angekündigt, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren. Sollte diese Blockade erfolgreich sein, würde sie Millionen Barrel Öl betreffen, die durch die Meerenge transportiert werden.

Gleichzeitig hat Professor John Mearsheimer, ein führender US‑Politikwissenschaftler, gewarnt, dass Iran entscheiden könnte, den Hafen von Fujairah zu zerstören. Ein solcher Schritt würde mehr als 1,7 Millionen Barrel Öl pro Tag betreffen.

All dies geschieht zu einer Zeit, in der sich die Krise zwischen der Ukraine und Russland verschärft. Die Ukraine hat Angriffe auf zahlreiche russische Ölschiffe, Raffinerien und Lagereinrichtungen gestartet. Ein jüngster Bericht zeigte, dass über 135 Millionen Barrel russischen Öls auf See gestrandet waren, da die Angriffe durch Iran andauern.

Unterdessen sind die weltweiten Ölbestände in den vergangenen Monaten stark gesunken und haben alarmierend niedrige Niveaus erreicht. Die aktuellen US‑Bestände reichen für etwa 25 Tage, während die Strategic Petroleum Reserves (SPR) auf den niedrigsten Stand seit den 1980er‑Jahren geschrumpft sind.

Technische Analyse des Brent‑Rohölpreises

Rohölpreisdiagramm | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass Brent, der globale Referenzwert, von diesem Monats-Tief von 70,30 US-Dollar auf ein Hoch von 91 US-Dollar geklettert ist. Diese Erholung hat an Schwung verloren, ein Hinweis darauf, dass Anleger entweder selbstzufrieden sind oder auf einen Durchbruch hoffen. 

Positiv ist, dass der Percentage Price Oscillator (PPO) über die Nulllinie gestiegen ist und nach oben weist. Außerdem liegt der Preis über dem 50‑Tage‑Durchschnitt und über dem oberen Bereich des bullischen Wimpelmusters. 

Daher dürfte der Preis in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter steigen. Sollte dies eintreten, ist das nächste wichtige Ziel die psychologische Marke von 100 US-Dollar.