EZB belässt Zinsen unverändert, Energiepreise verstärken Inflationsunsicherheit
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Verkauf von EUR-2‑Jahres-Staatsanleihen-Futures (oder Kauf einer Exponierung gegenüber EUR-2Y-Bund-Renditen). Die EZB hielt die Zinsen, ließ aber ausdrücklich die Tür für weitere Straffungen offen, und die Märkte preisen bereits ~2 Zinsschritte bis Jahresende ein. Die energiegetriebene Inflationsunsicherheit erhöht die Wahrscheinlichkeit für länger höhere Zinsen, was die Renditen am kurzen Ende nach oben treibt.
Kernrisiko: Der Energieschock klingt schnell ab und die Inflationserwartungen drehen sich zurück, wodurch die EZB zu einer Pause oder Senkung gezwungen würde — die Renditen am kurzen Ende brechen ein.
Verkauf von EUR/USD. Ein restriktiver Ton der EZB zusammen mit energiebedingtem Inflationsrisiko stützt weitere Zinserhöhungen, während der Ausblick für die Fed/die USA weniger direkt an einen Energieschock gebunden ist. Das vergrößert die Zinsunterstützungslücke zugunsten des Euro gegenüber dem Dollar.
Kernrisiko: US-Wachstum/Inflation beschleunigt sich ausreichend, um Fed-Erhöhungen vorzuziehen, was das Zinsdifferenzial umkehrt und den EUR stärkt.
- EZB belässt Einlagenzins bei 2.25% angesichts erneuter Energiepreissteigerungen.
- Zentralbank warnt, dass die vollständige inflationswirksame Wirkung des Energieschocks unklar bleibt.
- Märkte erwarten bis zum Jahresende rund zwei weitere EZB-Zinserhöhungen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ am Donnerstag die Kreditkosten unverändert, während die Entscheidungsträger die potenziellen Auswirkungen steigender Energiepreise im Zusammenhang mit einem sich ausweitenden Konflikt im Nahen Osten bewerteten.
Die EZB hielt ihren Leitzins für Einlagen bei 2.25%.
Die Zentralbank ließ jedoch Raum für weitere geldpolitische Straffungen in den kommenden Monaten.
Die Entscheidung fällt, da erneuter Druck auf die Energiepreise die Unsicherheit bezüglich des Inflationsausblicks erhöht.
Die EZB erklärte, sie beobachte „die Intensität und Dauer des Schocks sowie dessen indirekte und zweite Rundeneffekte“ genau.
Die Einschätzung der Zentralbank spiegelt die Sorge wider, dass höhere Energiepreise schließlich in breitere Inflationsdrucke einspeisen könnten.
EZB warnt vor unsicherer Inflationsauswirkung
Die Zentralbank sagte, der Ausblick für die Energiepreise bleibe hoch volatil.
Sie fügte hinzu, dass die aktuellen Energiepreisniveaus nahe dem Basisfall der Eurosystem-Projektionen vom Juni lägen.
Diese Niveaus lägen jedoch weiterhin deutlich über den Preisen vor dem Konflikt im Nahen Osten.
„Der Ausblick für die Energiepreise steht, wenngleich hoch volatil, derzeit nahe dem Basisfall der Eurosystem-Projektionen vom Juni und deutlich über den vor dem Konflikt im Nahen Osten verzeichneten Niveaus“, so die EZB in einer Pressemitteilung.
Die Zentralbank hob außerdem die Unsicherheit hinsichtlich der breiteren wirtschaftlichen Folgen des Energieschocks hervor.
„Die Unsicherheit bleibt hoch, und die vollständige inflationswirksame Wirkung des Energieschocks steht noch aus.“
Die Äußerungen deuten darauf hin, dass die Entscheidungsträger weiterhin bewerten, wie lange der Energieschock andauern könnte.
Sie beobachten zudem, wie sich der anfängliche Anstieg der Energiekosten über indirekte und zweite Rundeneffekte auf die Inflation auswirken könnte.
Märkte rechnen mit weiteren Zinserhöhungen
Die Finanzmärkte rechnen bis zum Jahresende mit ungefähr zwei weiteren Zinsschritten.
Der erste dieser Schritte wird voraussichtlich auf der nächsten EZB-Sitzung am 9. bis 10. September erfolgen.
Diese Markterwartungen bestehen trotz einer jüngsten Phase, in der die Notenbanker weniger Dringlichkeit zeigten, die Zinsen erneut anzuheben.
Die EZB hatte die Zinsen im Juni zum ersten Mal seit fast drei Jahren erhöht.
Seitdem hat eine Reihe relativ unauffälliger Daten den Druck für eine unmittelbare Folgemaßnahme verringert.
Die Daten betrafen Preise, Löhne, die wirtschaftliche Aktivität und Inflationserwartungen.
Die Entscheidungsträger haben zudem zur Geduld aufgerufen, während sie eingehende Wirtschaftsindikatoren und den sich entwickelnden Inflationsausblick bewerten.
Die jüngste Entscheidung belässt die Kreditkosten damit vorerst unverändert.
Zugleich deuten die Äußerungen der EZB darauf hin, dass künftige Entscheidungen stark von der Entwicklung der Energiepreise und den breiteren inflationswirksamen Folgen des Konflikts im Nahen Osten abhängen werden.
EZB belässt weitere Kreditkonditionen unverändert
Die Entscheidung vom Donnerstag ließ auch die Zinssätze unverändert, zu denen Banken in verschiedenen Laufzeiten bei der EZB Kredite aufnehmen können.
Der Satz für Übernachtkredite blieb bei 2.65%.
Der Satz für einwöchige Kredite lag bei 2.40%.
Die unveränderten Sätze fallen, während die Zentralbank weiterhin die wirtschaftlichen Effekte höherer Energiepreise und die größere Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt beobachtet.
Für den Moment hat die EZB ihren Einlagenzins bei 2.25% belassen.
Ihre Warnung vor möglichen inflationswirksamen Effekten des Energieschocks hält jedoch die Möglichkeit weiterer Straffungen im Fokus.
Da die Finanzmärkte bereits ungefähr zwei zusätzliche Zinserhöhungen vor Jahresende einpreisen, bleibt die Aufmerksamkeit auf bevorstehende Konjunkturdaten und die Entwicklung der Energiepreise vor der EZB-Sitzung im September gerichtet.
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