Invezz

Kospi fällt vor Samsung- und SK Hynix-Quartalszahlen: Dip kaufen?

Kospi fällt vor Samsung- und SK Hynix-Quartalszahlen: Dip kaufen?
Crispus Nyaga
27. Juli 2026, 07:05 AM

Unterstützt von

Invezz
Samsung Electronics (005930.KS)

Dip vor den Zahlen kaufen. Der Broadcom $200B-Deal sichert mehrjährige Nachfrage nach Samsungs HBM- und Foundry-Dienstleistungen, daher erscheinen die Markt­sorgen über das "Tempo der Rechenzentrumsausgaben" vor dem detaillierten Bericht eher als Timing-Rauschen. Wenn die Ergebnisse starke Gewinn- und Umsatzdynamik bestätigen, sollte die Aktie mit besserer Sichtbarkeit für KI-Speicher/Foundry wieder höher bewertet werden. Key risk: Wenn die Ergebnis- oder Guidance-Signale eine deutliche Verlangsamung bei KI-Speicher-/Foundry-Aufträgen (oder starke Margenkompression) zeigen und damit die mehrjährige Nachfragenerzählung bröckelt.

Kernrisiko: Ergebnisse/Guidance deuten auf eine echte Verlangsamung der KI-Speicher/Foundry-Nachfrage oder auf einen drastischen Margendruck hin.

SK Hynix (000660.KS)

Kaufen. Der Vollauslastungsbetrieb im Zuge des KI-Booms sowie das US-Debüt des Unternehmens sollten Vertrauen und Liquidität der Investoren stützen. Der Markt ist bereits auf „starke Zahlen“ positioniert, könnte aber die Nachhaltigkeit der Nachfrage unterschätzen. Wenn der Bericht anhaltende Preissetzungsmacht und hohe Auslastung zeigt, kann die Aktie weiter steigen, selbst wenn der breitere Kospi schwach bleibt. Key risk: Der Speicherboom-kein-Boom kehrt unmittelbar zurück – das Umsatzwachstum bricht ein, weil die ASPs fallen oder die Auslastung schnell nachlässt.

Kernrisiko: ASP bzw. Auslastung drehen schnell nach unten, was beweist, dass der KI-Speicherboom bereits seinen Höhepunkt erreicht hat.

  • Der Kospi-Index fiel, da seine größten Komponenten vor den Quartalszahlen nachgaben.
  • Die Samsung-Aktie sank, obwohl ein $200 billion-Deal mit Broadcom unterzeichnet wurde.
  • SK Hynix wird seine Quartalszahlen später in dieser Woche veröffentlichen.

Der Kospi-Index Südkoreas gab am Montag leicht nach, obwohl sich im Finanzmarkt eine Risk-on-Stimmung ausbreitete. Er fiel auf 6,650, deutlich unter dem Jahreshoch von 9,387, da sich Händler auf die bevorstehenden Quartalszahlen von Samsung Electronics und SK Hynix konzentrierten.

Samsung-Aktie fällt trotz $200 billion-Auftrag

Samsung Electronics, das größte Unternehmen im Kospi-Index, gab um 40 Basispunkte nach, und zwar trotz eines $200 billion-Deals mit dem US-Technologiekonzern Broadcom.

Samsung wird Broadcom in den nächsten zehn Jahren Produkte liefern, darunter High-Bandwidth Memory (HBM) und Foundry-Lösungen. Broadcom ist dank großer Partnerschaften mit Unternehmen wie OpenAI und Meta Platforms zu einem bedeutenden Akteur in der Chipbranche geworden.

Die Samsung-Aktie dürfte fallen, da Investoren auf einen detaillierten Finanzbericht in dieser Woche warten. Dieser Bericht wird ausführlichere Angaben liefern als die vorläufige Mitteilung, die Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde. 

Die erste Mitteilung zeigte, dass das Betriebsergebnis im zweiten Quartal auf KRW 89.4 trillion $58.4 billion gestiegen ist. Der Umsatz stieg auf KRW 171 trillion, da die Nachfrage nach seinen Produkten zulegte. Dennoch hat die Aktie nachgegeben, da Investoren sich über das Tempo der Ausgaben für Rechenzentren sorgen.

Auch SK Hynix, ein weiteres Schwergewicht im Kospi-Index, wird diese Woche seine Zahlen veröffentlichen. Dies werden die ersten Ergebnisse seit dem US-Debüt des Unternehmens sein, bei dem mehr als $25 billion aufgenommen wurden. 

Analysten erwarten, dass die bevorstehenden Ergebnisse zeigen, dass SK Hynix' Umsatz stark gestiegen ist, da die Nachfrage nach seinen Speicherprodukten robust blieb. Wie seine Wettbewerber arbeitet das Unternehmen in diesem Jahr mit voller Kapazität, angetrieben vom KI-Boom. Die zentrale Frage für Investoren ist, ob der historisch zyklische Boom-und-Bust-Verlauf in der Speicherindustrie wiederkehrt.

Südkorea profitiert von US‑Iran-Kriegs­pause

Der Kospi-Index fällt trotz der Entwicklungen im Nahen Osten, wo US und Iran pausierten ihre Kampfhandlungen am Wochenende.

US-Medien berichten, dass Trump wegen nachlassender Waffenbestände gewarnt wurde. Dan Caine, der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, warnte ebenfalls, dass weitere Angriffe entlang der Straße von Hormus nur minimale Auswirkungen hätten.

Folglich sanken die Rohölpreise am Montag; Brent und das West Texas Intermediate (WTI) fielen auf $92 bzw. $84. Diese Entwicklungen sind vorteilhaft für Südkorea, das sämtliche Öle und Erdölprodukte importiert.

Technische Analyse des Kospi-Index

Kospi-Index-Chart | Quelle: TradingView

Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass der Kospi-Index kurzfristig weiter fallen könnte. Er ist bereits auf das 38,2%-Fibonacci-Retracement-Niveau im Wochenchart abgesunken

Der Index fiel zudem unter den 14-Wochen-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA), ein Zeichen dafür, dass die Bären derzeit dominieren. Es gibt Anzeichen dafür, dass er in die Distribution- oder Markdown-Phasen der Wyckoff-Theorie übergegangen ist.

Der Index bildet außerdem langsam ein bärisches Wimpel-Muster aus, das durch eine vertikale Linie und ein symmetrisches Dreieck gekennzeichnet ist.

Daher dürfte der Index weiter fallen, wobei Verkäufer das psychologische Niveau von 6,000 ins Visier nehmen.