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BP- und Shell-Aktien führen FTSE 100 nach Ölpreissprung an: Wie weiter?

BP- und Shell-Aktien führen FTSE 100 nach Ölpreissprung an: Wie weiter?
Crispus Nyaga
11. Aug. 2026, 12:27 PM

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BP (LSE: BP.)

BP kaufen. Öl- und Gaspreise erholen sich aufgrund eines anhaltenden US–Iran-Konflikts, und BPs jüngste Zahlen zeigen eine Cash-Generierung, die stark genug ist, um Dividenden und Rückkäufe aufrechtzuerhalten (operativer Cashflow $10.9B; Gewinnsprung). Zudem gibt es einen klaren Katalysator: Der Verkauf des Nordsee-Geschäfts sollte den Fokus schärfen und Kapitalrückflüsse stützen, solange der Zyklus robust bleibt.

Kernrisiko: Eine schnelle Deeskalation, die die Ölpreiserholung durchbricht (Brent/WTI fallen schnell zurück).

Shell (LSE: SHEL)

Shell kaufen. Das Unternehmen befindet sich bereits im Erholungsmodus und dürfte profitieren, falls die Risiken in der Straße von Hormus bzw. Bab el‑Mandeb die Versorgung angespannt halten. Shells Ergebnisstärke und Kostensenkungen verleihen dem Unternehmen Resilienz, sodass höhere Rohölpreise direkter in freien Cashflow und anhaltende Aktionärsrenditen übergehen.

Kernrisiko: Ein glaubwürdiges, kurzfristiges Abkommen oder eine wirksame Entspannung des Schifffahrtsrisikos, das zu einem anhaltenden Rückgang der Rohöl- und LNG-Preise führt.

  • Shell- und BP-Aktien führen heute den FTSE 100 an.
  • Die Benchmarks Brent und West Texas Intermediate (WTI) setzten ihren Anstieg fort.
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens zwischen den USA und Iran bis Dezember sank laut Polymarket auf 23%.

Britische Energiewerte führen heute die Gewinne im FTSE 100 an, da Rohöl- und Erdgaspreise wieder anziehen und die Stimmung im Sektor stärken. Die BP-Aktie stieg auf 534p, ein Plus von 18.5% gegenüber ihrem Juli-Tief und 63% über ihrem niedrigsten Stand im Vorjahr. Die Shell-Aktie stieg auf 3,345p und setzte damit ihre Erholung auf 16% über dem Jahrestief fort.

BP- und Shell-Aktien

BP- und Shell-Aktien sind gestiegen: Quelle: TradingView

Rohölpreise erholen sich

Die Rohölpreise steigen wieder, da Anleger erwarten, dass der US‑Iran-Konflikt von längerer Dauer sein wird. Brent, der weltweite Referenzpreis, sprang auf $89.8, den höchsten Stand seit dem 31. Juli. Der West Texas Intermediate (WTI) stieg auf $84.2. 

Diese Erholung könnte nach den jüngsten Äußerungen aus den USA und Iran in absehbarer Zeit anhalten. In einer Stellungnahme gegenüber Axios sagte Trump, er verfolge einen zurückhaltenden Ansatz gegenüber Iran und konzentriere sich auf wirtschaftlichen Druck. 

Trump hat aus zwei Gründen keine Eile, die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen. Erstens argumentierte General Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, dass die Fortsetzung kinetischer Maßnahmen keine strategischen Ziele erreichen werde. 

Zweitens und vielleicht am wichtigsten: Die USA sehen sich bei den Lagerbeständen einiger ihrer fortschrittlichsten Waffentypen begrenzt, was im Falle einer erneuten Eskalation ihre Fähigkeit zur Absicherung amerikanischer Stützpunkte und regionaler Verbündeter einschränken könnte. 

Eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen könnte daher erhebliche militärische und geopolitische Folgen haben. Als Trump kürzlich warnte, die USA könnten iranische Brücken und Kraftwerke ins Visier nehmen, drängten Saudi-Arabien und andere Golfverbündete ihn Berichten zufolge, die Angriffe nicht zu eskalieren.

Andererseits hat Iran seine Forderungsliste für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgelegt. Diese Forderungen umfassen das Ende der Blockade und der militärischen Bedrohung, die Aufhebung der US-Sanktionen sowie Entschädigungen für Kriegsschäden. In einer gesonderten Stellungnahme am Montag erklärte Trump außerdem, die USA würden Reparationen von Iran verlangen.

Daher besteht das Risiko, dass die Straße von Hormus länger geschlossen bleibt. Außerdem besteht das Risiko, dass die Huthi weiterhin Schiffe auf der Durchfahrt durch die Straße von Bab al‑Mandab angreifen. 

Shell- und BP-Aktien profitieren von höheren Energiepreisen

Britische Energiewerte profitieren von den steigenden Preisen. In ihren jüngsten Ergebnissen zeigten beide Unternehmen starke Umsätze und Gewinne, während der US‑Iran-Konflikt an Fahrt gewann.

In den letzten Ergebnissen gab BP an, dass sich der zugrundeliegende Ersatzkosten-Gewinn im zweiten Quartal von $3.2 Milliarden auf $5.7 Milliarden erhöht habe. Der operative Cashflow stieg auf $10.9 Milliarden, was dem Unternehmen ermöglichte, die Dividende und das Aktienrückkaufprogramm zu erhöhen. BP kündigte außerdem den Verkauf seines Nordsee-Geschäfts an.

Ähnlich erklärte Shell, dass das bereinigte Ergebnis auf $9.8 Milliarden gestiegen sei, wobei die meisten Geschäftsfelder gut liefen. Das Unternehmen kündigte zudem erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten an, die seit 2022 auf $5.8 Milliarden gestiegen sind.

Andere globale Energieunternehmen wie TotalEnergies, Chevron und ExxonMobil verzeichneten ebenfalls starkes Umsatz- und Ergebniswachstum.

Ihre Entwicklung wird nun davon abhängen, wie sich der US‑Iran‑Konflikt entwickelt, wobei Daten von Polymarket die Wahrscheinlichkeit eines Atomabkommens bis zum 31. Dezember bei 23%.