„Verwendet einfach keinen Hebel“: David Morrison warnt KI-Investoren in ‚Zero Sum‘

KI-Sentiment: 62/100 Bullisch
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MU kaufen. Der Artikel nennt vorausschauende Speicherverkäufe „weit in die Zukunft“, einschließlich Verträgen, die die Produktion abdecken, bevor die Chips überhaupt hergestellt werden — ein echter Nachweis von Nachfrage, nicht nur KI‑Hype. Das stützt die Erholung bei Halbleitern nach der Bewertungs‑ und Hebel‑Angst im Juni/Juli, und MU profitiert direkt vom Aufbau der KI‑Infrastruktur.
Kernrisiko: Dass Microns vertraglich gesicherte Speicherprodukte von einer schnelleren Technologiegeneration überholt werden, wodurch die heutigen Lieferzusagen unwirtschaftlich werden und die Margen einbrechen.
NVDA vor den Quartalszahlen verkaufen. Die Aktie geht nach einer starken Erholung in einen weiteren aufmerksam beobachteten Quartalsbericht; das schafft eine klassische Konstellation, in der die Erwartungen hoch sind und jede Herabstufung der Prognose oder ein Wackeln im Capex‑Timing eine erneute Neubewertung auslösen kann. Der Artikel weist außerdem auf komplexe Finanzierungsstrukturen und gegenseitige Gefälligkeitsgeschäfte hin, die die Kurse trotz wachsender Risiken auf einem hohen Niveau halten können.
Kernrisiko: Wenn die Hyperscaler‑Capex und das KI‑Umsatzwachstum in den Zahlen und im Ausblick wieder anziehen, würde das die Erholung bestätigen und NVDA trotz Bewertungsrisiken weiter nach oben treiben.
- Halbleiteraktien erholten sich, da KI‑Ausgaben Anzeichen realer Renditen zeigten.
- Die HBM‑Nachfrage von Micron liefert neue Hinweise auf dauerhafte Ausgaben für KI‑Infrastruktur.
- Anleger stehen weiterhin vor Risiken durch Hebel, Bewertungen und zirkuläre Finanzierungen.
Der KI‑Trend hat dieses Jahr bereits eine ernsthafte Bewährungsprobe überstanden.
Halbleiteraktien stürzten im Juni und Juli ab, als Anleger sich fragten, ob außergewöhnliche Bewertungen, Hebelwirkung und enorme Infrastruktur‑Ausgaben durch künftige Renditen gerechtfertigt werden könnten.
Nur wenige Wochen später hat sich der Sektor erholt: Micron erreichte eine Bewertung in Höhe von einer Billion Dollar, und Nvidia geht in einen weiteren aufmerksam beobachteten Quartalsbericht.
Hat der Markt die Blasenängste also hinter sich gelassen, oder ist die nächste Phase einfach schwerer zu navigieren?
Das war Schwerpunkt der neuesten Folge von Zero Sum, in der Invezz' leitender Nachrichteneditor Harsh Vardhan mit David Morrison, Senior‑Marktanalyst bei Trade Nation, über die Erholung der Halbleiter, Nvidias bevorstehende Quartalszahlen, SpaceXs volatilen Börsengang und die sich unter dem KI‑Boom auftürmenden Risiken sprach.
Der Halbleiterausverkauf war ein Realitätscheck, keine zwingende Umkehr
Morrison führte den Sommerausverkauf auf mehrere gleichzeitig eintreffende Faktoren zurück.
Halbleiteraktien waren zu Jahresbeginn stark gestiegen, als Anleger den KI‑Trade über Nvidia hinaus auf Unternehmen wie Micron, AMD, Marvell Technology und SK Hynix ausweiteten.
Diese Rallye wurde schließlich schwer aufrechtzuerhalten.
Morrison wies auf übermäßige Kursgewinne, Hebelwirkung und wachsende Zweifel hin, wann Ausgaben für KI‑Infrastruktur in nennenswerte Renditen umschlagen würden.
Es entstanden auch Bedenken hinsichtlich der zunehmend komplexen Finanzierungsbeziehungen zwischen Unternehmen im KI‑Ökosystem.
Der Wendepunkt kam, als die Ergebnisse großer Hyperscaler zeigten, dass die Ausgaben bereits reales Geschäftswachstum erzeugten.
Amazon und Microsoft zeigten laut Morrison, dass die Erlöse aus Cloud‑Computing beginnen, mit den enormen in Infrastruktur investierten Summen aufzuholen.
"Sie konnten tatsächlich sehen, dass sich Umsätze aus den Ausgaben ergaben."
Das half, das Vertrauen wiederherzustellen, und löste eine starke Erholung bei Chiptiteln aus.
Micron liefert einen realen Test der KI‑Nachfrage
Der stärkste Beleg dafür, dass KI‑Nachfrage nicht nur eine Zukunftsversprechung ist, könnte von den Unternehmen stammen, die die Infrastruktur liefern.
Micron MU hat Berichten zufolge Verkäufe seiner High‑Bandwidth‑Memory‑Kapazitäten weit in die Zukunft gesichert, mit Verträgen, die die Produktion abdecken, bevor die Chips überhaupt hergestellt werden.
Morrison sieht darin den Beleg, dass Anleger nicht länger nur auf hypothetische KI‑Nachfrage setzen.
"Es ist ein Beleg dafür, dass wir nicht nur auf Wachstum oder künftiges Wachstum spekulieren." Er fügte jedoch eine wichtige Einschränkung hinzu.
Halbleitertechnologie entwickelt sich schnell, daher müssen Anleger genau verstehen, welche Produkte vertraglich gesichert werden und ob die heutige Hardware wettbewerbsfähig bleibt, wenn neue Generationen auf den Markt kommen.
Diese Unsicherheit ist bedeutsam, weil KI‑Infrastruktur in enormem Umfang aufgebaut werden kann, sich die Technologie aber ändern kann, bevor sich die Wirtschaftlichkeit dieser Investition vollständig entfaltet hat.
Die Debatte über zirkuläre Finanzierungen im Zusammenhang mit KI ist nicht verschwunden
Wenn der KI‑Trade ein wesentliches ungelöstes Risiko hat, dann ist es vielleicht der zunehmend vernetzte Kapitalfluss zwischen seinen größten Akteuren.
Morrison räumte ein, dass die zunehmende Zahl von Privatplatzierungen und Investments zwischen KI‑nahen Unternehmen den Eindruck erwecken kann, dass Unternehmen sich faktisch gegenseitig bei der Stützung ihrer Bewertungen helfen.
"Es sieht so aus, als würden viele gegenseitige Gefälligkeiten ausgetauscht."
Er bot jedoch auch die bullische Interpretation an: Unternehmen, die erhebliche Kapitalbeträge in dasselbe Ökosystem investieren, zeigen, dass die Managementteams dem KI‑Potenzial weiterhin stark verpflichtet sind.
Das stellt Anleger vor eine schwierige Frage: Sind diese Transaktionen echte strategische Investitionen, die das Ökosystem stärken, oder helfen sich Unternehmen zunehmend gegenseitig, ihre Bewertungen zu stützen?
Die Antwort könnte klarer werden, wenn die Branche von aggressivem Investment zu dem Punkt übergeht, an dem von diesen Investitionen Renditen erwartet werden.
SpaceX zeigt, wie schnell die Stimmung eine starke Wachstumsstory überwältigen kann
Die Performance von SpaceX nach dem IPO lieferte ein weiteres Beispiel für die Volatilität rund um den breiteren Technologietrend.
Nachdem der IPO‑Preis auf 135 US‑Dollar festgelegt worden war, stieg die Aktie auf rund 230 US‑Dollar, bevor sie unter 105 US‑Dollar fiel.
Morrison argumentierte, dass der Rückgang teilweise durch die Markterwartung hinsichtlich des Auslaufens von Lock‑up‑Fristen nach den Q2‑Zahlen des Unternehmens geprägt wurde, wodurch frühe Private‑Investoren schließlich ihre Aktien verkaufen konnten.
Weil Anleger wussten, dass ein großes Aktienvolumen irgendwann auf den Markt gelangen könnte, hatte der Preis Zeit, sich anzupassen, bevor diese Anteile frei verfügbar wurden.
Die anschließende Erholung unterstreicht ein weiteres Merkmal des aktuellen Marktes: Starke Stimmung kann zugleich mit erheblichen Angebots‑ und Bewertungsrisiken bestehen.
Der KI‑Boom könnte noch Luft nach oben haben
Das Ausmaß der Ausgaben für KI‑Infrastruktur ist mittlerweile so groß, dass selbst die weltweit größten Technologieunternehmen nicht alles einfach aus überschüssigen Barmitteln finanzieren können.
Morrison bemerkte, dass einige Hyperscaler zunehmend auf Anleihemärkte und in manchen Fällen auf Aktienemissionen zurückgreifen, um ihre Expansion zu finanzieren.
Das stellt eine wesentliche Veränderung gegenüber der früheren Phase des Technologiezyklus dar, als die größten Unternehmen mehr als genug Cash generierten, um Investitionen zu finanzieren und zugleich Geld an Aktionäre zurückzugeben.
Für Anleger, die bereits hohe Gewinne in den Büchern haben, lautete Morrisons Botschaft daher weniger auf das exakte Top zu tippen, sondern mehr auf das Begrenzen des Abwärtsrisikos.
Er schlug außerdem vor, dass Anleger mit beträchtlichen Papiergewinnen Stop‑Loss‑Orders in Erwägung ziehen sollten, statt davon auszugehen, eine Aktie würde nach einem starken Rückgang irgendwann wieder ein früheres Hoch erreichen.
Vor allem warnte er vor dem Einsatz von Hebel. "Diese Anlagen sind schon ohne Hebel volatil genug", sagte Morrison.
Gehebelte ETFs und andere Produkte können Verluste verstärken, während tägliche Zurücksetzungen ihre Performance über längere Zeiträume besonders schwer nachvollziehbar machen können.
"Verwendet einfach keinen Hebel."
Die KI‑Geschichte könnte sich noch in einem frühen Stadium befinden. Doch mit steigendem Ausgabenvolumen, Bewertungen und Finanzierungsstrukturen wächst auch der Preis dafür, falsch zu liegen.
Die Folge schließt mit Morrisons Marktausblick: Er bleibt konstruktiv für Gold und insbesondere Silber, ist bärisch für Öl wegen verlangsamten Nachfragewachstums und alternativer Lieferwege und sieht eine mögliche Erholung des US‑Dollars als seine Wildcard.
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