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Nucor, Steel Dynamics und Cleveland‑Cliffs steigen nach Scheitern der US‑Kanada‑Handelsgespräche

Nucor, Steel Dynamics und Cleveland‑Cliffs steigen nach Scheitern der US‑Kanada‑Handelsgespräche
Vatsala Gaur
24. Aug. 2026, 17:12 PM

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Nucor (NUE)

Kaufempfehlung für NUE. Die Nachricht erhält das US‑Zollregime (keine Zolllockerung) und stützt damit die US‑Preise für warmgewalztes Band im Vergleich zu globalen Benchmarks und schützt heimische Werke vor kanadischer Konkurrenz. Die Aktie steht zudem auf soliden Fundamentaldaten: die Juli‑Zahlen übertrafen Erwartungen, die Vorsteuergewinne im Steel‑Mills‑Segment sprangen, und Analysten erwarten starkes EPS‑Wachstum bis FY2026. Die Erholung am Montag nach dem Ausverkauf wirkt wie eine Neubewertung des „Zölle bleiben“‑Szenarios.

Kernrisiko: Kanadas Vergeltung trifft die Stahlnachfrage oder zwingt zu Preisabschlägen, sodass US‑Stahlspreads trotz Zöllen einbrechen.

Steel Dynamics (STLD)

Kaufempfehlung für STLD. Wie NUE profitiert STLD direkt, falls kanadische Importe teurer bleiben und die US‑Stahlpreise erhöht bleiben. STLD verfügt zudem über ein saubereres Wachstumsmix: Umsatzüberraschung im Q2 und anhaltende Stärke in diesem Jahr sowie Nachfrage‑Tailwinds aus dem Rechenzentrumsbau und der Rückverlagerung, die eventuelle zollgetriebene Volatilität abfedern können.

Kernrisiko: Stahlpreise fallen rapide, weil Vergeltungsmaßnahmen oder globale Nachfrageschwäche den Zollschutz überwiegen.

  • Nucor und Steel Dynamics sowie andere Stahlwerte stiegen am Montag, nachdem die US‑Kanada‑Handelsgespräche gescheitert waren.
  • Ein mögliches Abkommen hätte Berichten zufolge die Zölle auf Stahl‑ und Aluminiumimporte aus Kanada senken können.
  • Sowohl Nucor als auch Steel Dynamics profitieren von der Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbau.

Die Aktien großer US‑Stahl‑ und Aluminiumproduzenten stiegen am Montag, als Anleger die Folgen des Scheiterns der US‑Kanada‑Handelsverhandlungen neu bewerteten.

Nucor NUE legte um etwa 4 % zu, Steel Dynamics stieg ebenfalls um rund 4 %. Cleveland‑Cliffs kletterte um etwa 7 % und Century Aluminum gewann rund 5 %.

Die Gewinne folgten auf deutliche Kursverluste in der vergangenen Woche, nachdem erwartet worden war, Washington und Ottawa stünden kurz vor einem Handelsabkommen, das Zölle auf kanadischen Stahl und Aluminium hätte senken können.

Einem Bloomberg‑Bericht zufolge hätte ein vorläufiges Abkommen die Zölle auf einige kanadische Stahl‑ und Aluminiumexporte auf 25 % senken können.

Diese Aussicht löste bei Anlegern Sorge aus, dass verstärkte kanadische Konkurrenz Druck auf US‑Produzenten und die inländischen Stahlpreise ausüben könnte.

Diese Erwartungen haben sich nun umgekehrt.

Die Handelsverhandlungen brachen am Freitag zusammen, woraufhin die USA ab Samstag 50%-Zölle auf bestimmte kanadische Produkte verhängten.

Kanada hat als Reaktion Vergeltungszölle angekündigt, die am 8. Sept. in Kraft treten.

Das Scheitern lässt damit das bestehende US‑Zollregime intakt und erneuert die Erwartungen, dass inländische Stahlproduzenten von geringerer Konkurrenz durch kanadische Importe profitieren könnten.

Wie Zölle dazu beigetragen haben, dass US‑Stahlpreise hoch bleiben

Obwohl die Bewegungen der US‑Stahlpreise größtenteils von inländischen Angebotsfaktoren getrieben wurden, bleiben Zölle ein wichtiger Bestandteil der Marktgleichung.

Indem der Zugang zu ausländischem Stahl eingeschränkt wurde, schützten die Maßnahmen US‑Produzenten vor ausländischer Konkurrenz und stärkten ihre Position auf dem heimischen Markt.

Daten von SteelBenchmarker zeigen, wie groß diese Preisdifferenz geworden ist.

US‑Preise für warmgewalzte Bänder (HRB) erreichten am 24. Juni 1.208 US‑Dollar pro metrische Tonne, den höchsten Stand seit April 2023.

Zum Vergleich: 780 US‑Dollar pro Tonne in Westeuropa und 490 US‑Dollar im globalen Stahl‑Exportmarkt, womit US‑HRB‑Preise 54 % über dem europäischen Niveau und 146 % über dem globalen Referenzwert lagen.

Nucor bleibt herausragend

Trotz der Erholung am Montag liegt Nucor in den letzten fünf Handelssitzungen immer noch rund 6 % im Minus, die Aktie hat in diesem Jahr jedoch etwa 50 % zugelegt.

Der Verkauf in der vergangenen Woche steht im Kontrast zur starken Reaktion auf die Quartalszahlen des Unternehmens im Juli.

Nucor‑Aktien sprangen nach Vorlage der Zahlen um 7,2 %, da die Ergebnisse die Wall‑Street‑Erwartungen übertrafen.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 23 % auf 10,4 Milliarden USD (ca. 9,1 Milliarden €), während das bereinigte Ergebnis je Aktie 4,84 US‑Dollar erreichte.

Das Segment Steel Mills des Unternehmens war besonders stark, mit einem Anstieg des Vorsteuergewinns um 84,5 % auf 1,6 Milliarden USD (ca. 1,4 Milliarden €).

Höhere Stahlpreise, solide Volumina und rekordhohe Auslieferungen aus den Stahlwerken trugen zur Entwicklung bei.

Analysten erwarten, dass Nucors Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2026 um 132,8 % auf 17,95 US‑Dollar steigen wird.

Das Unternehmen hat in drei der letzten vier Quartale die Konsensschätzungen übertroffen.

Die Wall Street beurteilt die Aktie überwiegend positiv. Von 16 Analysten, die Nucor abdecken, geben 13 eine starke Kaufempfehlung, drei eine Halteempfehlung.

Steel Dynamics hat zusätzliche Wachstumstreiber

Auch Steel Dynamics verzeichnete in diesem Jahr deutliche Gewinne; die Aktie liegt rund 35 % im Plus, obwohl sie in den letzten fünf Handelssitzungen um 8 % gefallen ist.

Das Unternehmen meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie für das zweite Quartal von 3,69 US‑Dollar, leicht unter dem Analystenkonsens von 3,76 US‑Dollar.

Der Umsatz erreichte jedoch 6,1 Milliarden USD (ca. 5,3 Milliarden €), und lag damit über der Schätzung von 5,6 Milliarden USD (ca. 4,9 Milliarden €) und über dem Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn stieg auf 534 Millionen USD (ca. 465,8 Millionen €) gegenüber 299 Millionen USD (ca. 260,8 Millionen €) im Vorjahr.

Abgesehen von der unmittelbaren Auswirkung der Zölle sind sowohl Nucor als auch Steel Dynamics in einem der bedeutendsten Quellen industrieller Nachfrage in der US‑Wirtschaft exponiert: dem Bau von Rechenzentren.

Hyperscale‑Technologieunternehmen investieren weiterhin massiv in KI‑Infrastruktur, was Nachfrage nach Stahl für Rechenzentren und zugehörige Bauprojekte schafft.

Diese Exponierung, kombiniert mit Rückverlagerung von Produktion, Infrastrukturinvestitionen und einer allgemein stärkeren US‑Fertigungstätigkeit, hat den beiden Unternehmen geholfen, den breiteren Stahlsektor zu übertreffen.

Zölle bieten kurzfristig Rückenwind, Details zu Kanadas Vergeltung noch ausstehend

Das Scheitern der US‑Kanada‑Verhandlungen könnte somit kurzfristig als Katalysator für inländische Stahlhersteller wirken.

Höhere Zölle auf kanadischen Stahl und Aluminium können die Attraktivität importierter Materialien mindern und potenziell US‑Preise stützen.

Das wäre besonders vorteilhaft für Produzenten mit signifikanten inländischen Kapazitäten.

Investoren müssen jedoch weiterhin die möglichen Auswirkungen von Kanadas Vergeltungsmaßnahmen beobachten.

Ottawa hat erklärt, dass seine Maßnahmen Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, Landmaschinen sowie Zellstoff und Papier betreffen werden, wobei die Zölle voraussichtlich in etwa „Dollar für Dollar“ den US‑Maßnahmen entsprechen sollen.

Vorerst scheint der Markt das Scheitern der Verhandlungen als positiven Faktor für US‑Stahlproduzenten zu werten.

Sektorale Schwankungen wie diese werden typischerweise von Händlern genau beobachtet, die ihre Exponierung gegenüber zollsensitiven Titeln über Trading‑Plattformen überwachen.