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BofA warnt vor einem weiteren 10%-Rückgang bei Chip-Aktien

BofA warnt vor einem weiteren 10%-Rückgang bei Chip-Aktien
Wajeeh Khan
26. Aug. 2026, 17:30 PM

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NVDA: Kauf bei Rücksetzer

Nvidia (NVDA) in der Schwäche kaufen. Der Artikel weist auf ein kurzfristiges Abwärtsrisiko von rund 10 % durch überfüllte Positionen hin, hebt aber zugleich das Vorwärts-EPS-Wachstum der Branche (rund 70 % CAGR) gegenüber einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20x auf Basis erwarteter Gewinne hervor – das Multiple ist demnach wieder auf eine „günstige“ Parität zurückgekehrt. NVDA ist der zentrale Katalysator: Quartalszahlen nach Börsenschluss können die Stimmung neu ausrichten und Shorts zum Eindecken zwingen, sofern Kapitalrückführungspläne nicht deutlich schlechter ausfallen und die Unternehmensnachfrage nicht zusammenbricht.

Kernrisiko: NVDA signalisiert eine deutliche Abschwächung der Nachfrage nach KI-Rechenzentren und/oder kürzt Kapitalrückführungspläne erheblich, womit sich der Ausverkauf als fundamental und nicht als positionsbedingt herausstellt.

Marvell: Kauf wegen Marktanteilsgewinn bei kundenspezifischen Chips

Kauf Marvell (MRVL). Die Ausgangslage ist derselbe überfüllte Chip-Ausverkauf, doch der Vorteil ist unternehmensspezifisch: Der Artikel besagt, dass MRVL die Einführung seiner kundenspezifischen KI-Chips beschleunigt. Bei einem Bewertungsreset rotieren Anleger hin zu den Titeln mit der klarsten Produktdynamik und Marktanteilsgewinnen, selbst wenn die Unternehmensausgaben uneinheitlich bleiben.

Kernrisiko: Die Skalierung kundenspezifischer KI-Chips enttäuscht (Tape-outs/Lieferungen oder Kundenakzeptanz), sodass die Aktie trotz eines Sektor-Multiple-Resets fällt.

  • Ein BofA-Analyst sagt, der Abschwung bei Chip-Aktien sei noch nicht vorbei.
  • Vivek Arya erklärte die Gründe diese Woche in einer Research-Notiz.
  • Er empfiehlt, Chip-Aktien bei jedem weiteren Rückgang zu kaufen.

Auch wenn Wall Streets übergeordnete Überzeugung in Bezug auf künstliche Intelligenz intakt bleibt, droht Ermüdung in kurzfristigen Positionierungen, die den bisher lukrativsten Trade des Marktes auflösen könnte.

Chip-Aktien sehen sich kurzfristig einem deutlichen Rückschlagrisiko gegenüber, das weniger durch operative Fehltritte als durch überfüllte Portfoliowetten in Kombination mit makroökonomischem Druck ausgelöst wird.

Vivek Arya, Halbleiteranalyst bei Bank of America, geht davon aus, dass der PHLX Semiconductor Index noch rund 10 % Abwärtspotenzial hat – eine Einschätzung, die er den Kunden am Montag darlegte.

Ein Rückgang dieser Größenordnung würde den zweimonatigen Abwärtstrend im Sektor verlängern und die Bewertungsmultiplikatoren auf Niveaus zurückziehen, die zuletzt vor dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 zu sehen waren.

BofA empfiehlt kurzfristig Vorsicht bei Chip-Aktien

Der prognostizierte Rücksetzer spiegelt ebenso sehr einen Sektor wider, der unter hoher institutioneller Gewichtung leidet, wie eine Verschlechterung der Fundamentaldaten.

Chip-Aktien stehen im Verhältnis zum S&P 500 um 13 % übergewichtet – dadurch ist die Gruppe anfällig für erzwungenen Verkauf, sobald sich die Stimmung dreht.

Neben überfüllten Positionen wies Arya auf sich verstärkende Belastungen hin: erhöhte Zinsen, aufkommenden Gegenwind bei Rechenzentren und komplexe zirkuläre Finanzierungsstrukturen unter KI-Infrastruktur-Anbietern, die zusammen einen bereits im Gange befindlichen Bewertungsreset vollenden könnten.

Beide Indizes notieren nun nahe dem 20-fachen der erwarteten Gewinne, eine Parität, die jahrelange Bewertungsvolatilität auslöscht: Die Chip-Multiples schwankten von einem 9%igen Abschlag gegenüber dem S&P 500 vor dem Debüt von ChatGPT bis hin zu einer 15%igen Prämie auf dem Höhepunkt des KI-Trends, bevor jüngste Rückgänge die Lücke schlossen.

Arya empfiehlt, Chip-Aktien bei weiterem Rückschlag zu kaufen

Trotz des drohenden kurzfristigen Abwärtsrisikos empfiehlt der Analyst der Bank of America, jeden weiteren Rückgang als Einstiegsgelegenheit und nicht als Warnsignal zu betrachten.

Warum? Weil die Unternehmen im Halbleiterindex die erwarteten Gewinn je Aktie (EPS) mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 70 % ausbauen.

Verglichen mit diesem Wachstumstempo bezeichnete der Analyst das aktuelle 20-fache der erwarteten Gewinne als „günstig“ und fügte hinzu, dass saisonale Handelsmuster historisch gesehen gegen Jahresende bullisch tendieren.

Auf dieser Basis vergab das Institut „Enhanced Buy“-Einstufungen für acht Titel: Nvidia NVDA, Marvell, Micron, Lam Research, AMD, Intel, Analog Devices und ON Semiconductor.

Katalysatoren sind bereits in Bewegung: Marvell beschleunigt die Einführung seiner kundenspezifischen KI-Chips, während Nvidia die Quartalszahlen nach Börsenschluss am Mittwoch meldet, wobei BofA Risiken durch verlangsamte Kapitalrückführungspläne und uneinheitliche Unternehmensnachfrage hervorhebt.

Worauf es künftig ankommt

Die Spannung zwischen überfüllten kurzfristigen Positionen und dauerhaftem strukturellem Gewinnwachstum bereitet einen entscheidenden Test, wenn Nvidia heute Abend seine Zahlen vorlegt.

Ein Rücksetzer, der mit einer schwächeren Kapitalrückführungsprognose verbunden ist, könnte im unmittelbaren Handel weitere Momentumverkäufe auslösen; dennoch hat die Rückkehr der Chip-Bewertungen zur historischen Parität bereits einen Großteil des spekulativen Überschusses bereinigt.

Von hier an wird die Umsetzung kundenspezifischer Siliziumprogramme wahrscheinlich Gewinner von Nachzüglern trennen, wobei spezialisierte Zulieferer wie Marvell positioniert sind, Marktanteile zu gewinnen, selbst wenn die Unternehmensausgaben uneinheitlich bleiben.

Anstatt einen strukturellen Bruch bei KI-Investitionen zu signalisieren, würde ein weiterer 10%-Reset die Aktienmultiplikatoren lediglich mit dem zugrunde liegenden Gewinnwachstum in Einklang bringen und die Startbahn für eine Erholung bis zum Jahresende freimachen.