Daimler ruft 744.000 Mercedes-Benz-Einheiten aus den USA wegen fehlerhafter Schiebedächer zurück

Daimler ruft 744.000 Mercedes-Benz-Einheiten aus den USA wegen fehlerhafter Schiebedächer zurück
Michael Harris
08. Jan. 2020, 10:43 AM
  • Daimler recalls 744,000 units of Mercedes-Benz from the U.S over faulty sunroofs.
  • Daimler sagt, dass Kunden, die bereits für die Reparatur des Schiebedachs bezahlt haben, Anspruch auf Erstattung haben.
  • Mercedes-Benz USA hat kürzlich nach einer einjährigen Untersuchung eine massive zivilrechtliche Strafe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar verhängt.
  • Daimler plant, in den nächsten zwei Jahren 10.000 Stellen abzubauen, um die Kosten um 1 Milliarde US-Dollar zu senken.

Laut einer Ankündigung des deutschen Autoherstellers Daimler vom Samstag wurden 744.000 Mercedes-Benz-Einheiten aus den USA zurückgerufen. Als Grund für den jüngsten Umzug nannte das Unternehmen eine fehlerhafte abnehmbare Schiebedach-Glasscheibe, die die Passagiere möglicherweise gefährden könnte. Außerdem wurden Modelle aus den Jahren 2001 bis 2011 zurückgerufen.

Kunden, die für die Reparatur des Schiebedachs bezahlt haben, haben Anspruch auf Erstattung

Daimler hat Mercedes-Benz aus CLS-Klasse, CLK-Klasse, E-Klasse und C-Klasse in den USA zurückgerufen. Das Unternehmen erklärte, dass die Schiebedach-Glasscheibe nicht richtig mit dem Schieberahmen passt, der sich möglicherweise lösen und die Passagiere im Auto gefährden kann.

Es wurde auch hervorgehoben, dass Kunden, die bereits für die Behebung des Problems in ihrem Mercedes-Benz bezahlt haben, Anspruch auf Erstattung beim deutschen Autohersteller haben. Die Gesamtzahl der weltweit zurückgerufenen Fahrzeuge ist laut Unternehmenssprecher noch nicht bekannt.

Daimler hat mit den Händlern vereinbart, dass das Schiebedach repariert wird, bevor die Fahrzeuge an die jeweiligen Eigentümer zurückgeliefert werden können.

Nach einer weiteren Untersuchung über 1,4 Millionen zurückgerufener Fahrzeuge durch die US-Regierung, die fast ein Jahr dauerte, hat Mercedes-Benz USA im Dezember eine massive Zivilstrafe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar verhängt.

Daimler hat 2018 interne Untersuchungen zu fehlerhaften Schiebedächern eingeleitet

Der Autohersteller leitete 2018 eine interne Untersuchung ein, nachdem Berichte von außerhalb der USA eingingen, dass sich die Schiebedach-Glasscheibe ablöste.

Zu den Komplikationen, mit denen der deutsche Autohersteller derzeit konfrontiert ist, gehören der Absatzrückgang und die zunehmende Notwendigkeit, in Elektrofahrzeuge zu investieren. Um den steigenden Kosten gerecht zu werden, kündigte das Unternehmen gegen Ende des vergangenen Jahres an, in den nächsten zwei Jahren weltweit bis zu 10.000 Stellen abzubauen. Der Stellenabbau dürfte die Kosten für das Unternehmen um 1 Milliarde US-Dollar senken.

Daimlers Wertentwicklung an der Börse blieb 2019 im Durchschnitt unverändert, wobei das Unternehmen derzeit mit rund 48 Euro je Aktie die Hände tauscht und damit fast auf dem Niveau des Jahresauftakts im Januar 2019 liegt. Die Aktie notierte im August 2019 bereits bei rund 40 EUR.