Invezz

Deutsche Wirtschaft bleibt auch im vierten Quartal 2019 stagnierend

Deutsche Wirtschaft bleibt auch im vierten Quartal 2019 stagnierend
Michael Harris
26. Feb. 2020, 22:25 PM
  • Die deutsche Wirtschaft stagniert im vierten Quartal 2019 weiterhin.
  • Die Exporte gingen im letzten Quartal 2019 um 0,2% zurück.
  • Die Bruttoinvestitionen stiegen im vierten Quartal 2019 um 2,9%.
  • Das deutsche Wirtschaftswachstum liegt 2019 bei 0,6%.

Das Statistische Bundesamt hat am Dienstag den vierteljährlichen BIP-Bericht veröffentlicht. Die Daten deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaftstätigkeit im vierten Quartal 2019 aufgrund des Exportrückgangs gewichtet geblieben sein dürfte. Die Daten deuten auch darauf hin, dass die größte europäische Wirtschaft bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus in China an Tempo verloren hat.

Nach Ansicht der Experten waren deutsche Hersteller, die stark auf Exporte angewiesen sind, im letzten Quartal aufgrund einer Reihe von makroökonomischen Ereignissen wie dem Brexit, der globalen Konjunkturabkühlung und den Tarifstreitigkeiten, die die Unsicherheit in den globalen Geschäftsaussichten schürten, betroffen.

Die Exporte gingen im vierten Quartal um 0,2% zurück

Im Vergleich zum dritten Quartal war im vierten Quartal ein Rückgang der Exporte um 0,2% zu verzeichnen. Dies führte zu einem Anstieg des Nettohandels um 0,6 Prozentpunkte aufgrund des BIP-Wachstums. IFO-Präsident Clemens Fuest erklärte kürzlich, dass die Handelsaussichten in den kommenden Monaten aufgrund der zunehmenden Fälle von Coronavirus außerhalb Chinas wahrscheinlich unter Druck bleiben werden. Der Februar-Bericht der IFO kündigte einen starken Rückgang der Exporterwartungen an, wobei die Autoindustrie den schwächsten Wert verzeichnete.

Die Bruttoinvestitionen, die auch den Bausektor abdecken, stiegen im vierten Quartal 2019 um 2,9%, was 0,6 Prozentpunkte zum deutschen Wirtschaftswachstum beitrug. Weitere 0,1 Prozentpunkte wurden vom staatlichen Konsum beigesteuert, während der private Konsum nach Angaben vom Dienstag keinen Beitrag leistete. Der private Konsum wird traditionell als eine grundlegende Komponente angesehen, die wirtschaftliche Unterstützung bietet.

Das Statistische Amt wies auch auf ein Wirtschaftswachstum von 0,6% in Deutschland im Jahr 2019 hin. Die Wachstumsrate wurde als die schwächste seit 2013 eingestuft, als die Eurozone mit einer Schuldenkrise konfrontiert war. Für das Geschäftsjahr 2020 ist die Bundesregierung jedoch zuversichtlich, dass das Wirtschaftswachstum durch zusätzliche Arbeitstage im Schaltjahr auf 1,1% steigen wird.

Die deutsche Wirtschaft könnte einen größeren Schlag erleiden, wenn der Notfall mit dem Coronavirus anhält

Andrew Kenningham von Capital Economics kommentierte die Daten vom Dienstag und prognostizierte, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2020 unter Druck bleiben wird, da die Inlandsinvestitionen und die weltweite Nachfrage in diesem Zeitraum wahrscheinlich nicht anziehen werden. Während die Auswirkungen des Gesundheitsnotstands in China auf die deutsche Wirtschaft bislang minimal waren, könnte sich das Szenario ändern, wenn die Viruskrise in den kommenden Monaten anhält.

Die Bedeutung Chinas als Handelspartner für Deutschland ist enorm, da seine Autoindustrie nicht nur auf chinesische Lieferketten angewiesen ist, sondern auch auf die massive Nachfrage, die die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt für sie schafft.

Der deutsche vierteljährliche BIP-Bericht konnte am Dienstag keine größere Bewegung auf dem Devisenmarkt auslösen.