Invezz

Deutsche Fabrikaufträge klettern im Januar auf den höchsten Stand seit über 5 Jahren

Deutsche Fabrikaufträge klettern im Januar auf den höchsten Stand seit über 5 Jahren
Michael Harris
07. März 2020, 12:15 PM
  • Die deutschen Fabrikaufträge klettern im Januar auf den höchsten Stand seit über 5 Jahren.
  • Die Auftragslage in den Fabriken verbesserte sich im Januar um 5,5%, verglichen mit einem Rückgang von 2,1% im Dezember.
  • EUR/USD steigt nach der Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten am Freitag auf 1,1255.

Das Statistische Bundesamt hat am Freitag seinen Monatsbericht über Fabrikbestellungen für Januar veröffentlicht. Die Daten deuten darauf hin, dass die deutschen Industrieaufträge im Januar gestiegen sind, was hauptsächlich auf Buchungen im Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrt zurückzuführen ist. Die Daten vom Freitag sorgten im deutschen verarbeitenden Gewerbe für Optimismus, das Quartal trotz der Coronavirus-Krise positiv zu beginnen.

Die Fabrikbestellungen verbesserten sich im Januar um 5,5% gegenüber einem Rückgang von 2,1% im Dezember. Analysten hatten für Januar einen Anstieg der deutschen Warenverträge um 1,5% prognostiziert. Die Lesung im Januar war der größte Gewinn seit Juli 2014.

Kommentare des Ökonomen Jens-Oliver Niklasch zu den Daten vom Freitag

Laut dem Ökonomen Jens-Oliver Niklasch von der LBBW Bank:

„Der starke Anstieg ist natürlich eine gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft. Hier gab es wahrscheinlich einen Aufholeffekt aufgrund des Zeitpunkts der Feiertage Ende letzten Jahres, der nicht durch die übliche saisonale Anpassung abgedeckt war. Zahlen aus der Zeit vor der Korona dürften die Finanzmärkte derzeit jedoch vergleichsweise kalt lassen. “

Bisher wurden in Deutschland 400 Fälle von Coronavirus gemeldet, die ihren Ursprung in Wuhan, China, haben und sich derzeit rasch grenzüberschreitend ausbreiten und die Weltwirtschaft zu stören drohen. Die Zahl der Todesopfer, die dem Virus in China zugeschrieben werden, bleibt jedoch bei Null.

Als größter Handelspartner Deutschlands verlassen sich deutsche Hersteller auf Liefer- und Nachfrageketten aus China. Der Virusausbruch dürfte daher den Sektor in den kommenden Monaten unter Druck setzen.

Laut den Quellen gehören Hotels und Transportmittel zu den Top-Inlandsunternehmen, die von Coronavirus betroffen sind. Der Gesundheitsnotstand hat auch mehrere internationale Messen wie die ITB-Tourismusmesse verschoben, die zuvor für diese Woche in Berlin geplant war.

Die Bundesregierung ist verpflichtet, alle notwendigen Maßnahmen gegen das Coronavirus zu ergreifen

Um kleine und mittlere Unternehmen bei der Bewältigung von Liquiditätsproblemen zu unterstützen, setzt Berlin Programme wie Kurzarbeitsprogramme ein, die Unternehmen wahrscheinlich auch dabei helfen, Entlassungen zu vermeiden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Finanzminister Olaf Scholz bekräftigten kürzlich, dass sich die Regierung verpflichtet, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Europas größte Volkswirtschaft vor der durch das Coronavirus verursachten Verlangsamung zu schützen. Hochrangige Mitglieder der Bundesregierung sollen am Sonntag weitere Optionen und Maßnahmen treffen und bewerten.

Das EUR / USD-Währungspaar feiert weiterhin auf dem Devisenmarkt, nachdem es am Freitag auf 1,1255 gestiegen ist. Der nächste große Schritt wird heute nach dem Arbeitslosenbericht der USA erwartet.