EUR/USD gleicht einige Verluste aus, da die Eurozone ein besser als erwartetes BIP für das 1. Quartal meldet

EUR/USD gleicht einige Verluste aus, da die Eurozone ein besser als erwartetes BIP für das 1. Quartal meldet
Written by:
Crispus Nyaga
9th Juni, 15:02
  • EUR/USD machte einige frühere Verluste wieder wett, nachdem Eurostat starke BIP-Daten für Q1 veröffentlichte.
  • Die Wirtschaft der Eurozone schrumpfte im Q1 um 3,6%, was besser als der erwartete Rückgang von 3,8% war.
  • Die Beschäftigungsentwicklung war mit 0,4% besser als die von Analysten erwarteten 0,3%.

Die EUR/USD-Paarung fiel um mehr als 0,30%, da Investoren auf schwache Handelsdaten aus Deutschland und besser als erwartete BIP-Daten aus der Eurozone reagierten.

EUR/USD sinkt aufgrund schwacher Daten aus Europa

EUR/USD reagiert auf BIP-Daten der Eurozone

Die Wirtschaft der Eurozone ist im 1. Quartal aufgrund der Coronavirus-Pandemie um 3,6% geschrumpft. Auf QoQ-Basis ging sie um 3,1% zurück, so die zweite Prognose von Eurostat. Nach Angaben des Amtes war dies die schlimmste Schrumpfung seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1965.

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Europa ist nach wie vor eines der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder. Seine Länder, darunter Italien, Spanien und Frankreich, haben mehr als 70.000 Menschen durch die Krankheit verloren.

Die Schrumpfung war in den meisten Ländern des Blocks weit verbreitet. Am stärksten betroffen waren Frankreich, Italien, Spanien und die Slowakei, deren BIP um mehr als 5% schrumpfte. Es folgten Portugal, Estland, Belgien und die Tschechische Republik.

Auf der anderen Seite waren Irland, Rumänien, Bulgarien und Schweden die Länder mit den besten Ergebnissen in der Region. Irlands Wirtschaft wuchs um mehr als 1%.

Größte Verursacher der EU-Rezession

Die Gesamtkontraktion der Wirtschaft war hauptsächlich auf die Ausgaben der privaten Haushalte zurückzuführen, die um 4,7% sanken. Diese Zahl ist in der Regel wichtig, da sie für die Gesamtwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt. Gleichzeitig gingen die Anlageinvestitionen und die Exporte um 4,3% bzw. 4,2% zurück.

Die Exporte haben sich im 2. Quartal weiter abgeschwächt, wenn man die Daten aus Deutschland zugrunde legt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Exporte im April um satte 24% und die Importe um 16,5%. Die Exporte nach Frankreich und Italien brachen um 48% bzw. 40% ein. Andere Länder haben weiterhin schwache Handelszahlen gemeldet, was darauf hindeutet, dass das 2. Quartal schlechter ausfallen wird.

Daten von Eurostat zeigten, dass Handel, Transport und Beherbergung den größten Beitrag zum Rückgang leisteten. Kunst, Unterhaltung und Landwirtschaft trugen auch dazu bei. Analysten hatten dies erwartet, da die meisten Menschen im letzten Teil des 1. Quartals zu Hause blieben.

In der Zwischenzeit reagierte das EUR/USD-Paar auch auf das schwache Beschäftigungswachstum in der Region. Die Zahl der Erwerbstätigen sank um 0,2%, wobei Spanien, Bulgarien und Portugal am stärksten betroffen waren.

Ein Hoffnungsstrahl für die Eurozone

Es gibt Hoffnungen für das Währungspaar EUR/USD. Erstens haben die jüngsten PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor gezeigt, dass die Region zu wachsen begonnen hat.

Zweitens hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) verpflichtet, die Zinssätze niedrig zu halten und ihr Programm der quantitativen Lockerung zu erweitern. In einer gestrigen Erklärung sagte Christine Lagarde:

„Die Entscheidung, das Pandemie-Notkaufprogramm auszuweiten, wird sich als wesentlich erwiesen haben, um eine noch tiefere Rezession zu vermeiden und unseren Weg zur Normalisierung zu beschleunigen.“

Schließlich gibt es Anzeichen dafür, dass das Europäische Parlament die 826 Mrd. $ Finanzierungsfonds verabschieden wird. In einer Erklärung teilte Dänemark mit, dass es seine Haltung bezüglich der Finanzierung lockern werde. Zuvor gehörte das Land zu einer Gruppe, die auf den Namen „frugal four“ getauft wurde, die gegen die Idee der Gewährung von Zuschüssen an Länder waren.

Technischer Ausblick EUR/USD

EUR/USD
Technische Analyse EUR/USD

In der vergangenen Woche befand sich die EUR/USD-Paarung in einem starken Aufwärtstrend, der durch einen schwächeren Dollar und die Erholung der Eurozone begünstigt wurde. In dieser Woche ist das Paar von einem Hoch von 1,1382 auf das heutige Intraday-Tief von 1,1242 gefallen. Auf der Tages-Chart befindet sich der Kurs unterhalb des 78,2% Fibonacci-Retracements und oberhalb der exponentiell gleitenden 100-Tage- und 50-Tage-Durchschnitte. Das Paar könnte weiter fallen, da Baissiers versuchen, das 61,8% Fibonacci-Retracement-Level bei 1,1168 anzupeilen.

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