EUR/USD in enger Spanne, da die EU-Kommission vor einer tieferen Rezession warnt

EUR/USD in enger Spanne, da die EU-Kommission vor einer tieferen Rezession warnt
  • EUR/USD in engen Handelsspanne, nachdem die Europäische Kommission vor einer tieferen Rezession warnte.
  • Die Kommission erwartet, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 8,3% schrumpfen wird, was schlechter ist als die vorherigen Aussichten.
  • Das Paar reagiert auch auf die steigende Zahl von Coronavirus-Fällen in den Vereinigten Staaten.

Die EUR/USD-Paarung änderte sich während des asiatischen Handelstages kaum, als Händler über die steigende Zahl von Coronavirus-Fällen, positive US JOLT-Daten und die Warnung der Europäischen Kommission nachdachten. Das Paar wird bei 1,1275 gehandelt, was zwischen dem Juni-Hoch und dem Juni-Tief von 1,1421 und 1,1170 liegt.

EUR/USD
EUR/USD bewegt sich seitwärts

Rezession der Eurozone wird dieses Jahr tiefer ausfallen

Jüngste Daten aus Europa haben das Bild einer Wirtschaft gezeichnet, die voll in Fahrt kommt. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zu den Vereinigten Staaten relativ niedrig geblieben. Auch die Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni um mehr als 16%, während die PMI im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor optimistisch waren.

Gestern zeigten die Daten aus dem Block eine ernsthafte Verbesserung. So stieg beispielsweise in Deutschland die Industrieproduktion im Mai um 7,8%, nachdem sie im Vormonat um 17,5% gesunken war. In Frankreich stiegen die Exporte und Importe auf 27,7 Mrd. € bzw. 34,7 Mrd. €. In ähnlicher Weise zeigten Daten aus Italien, dass der Einzelhandelsumsatz um mehr als 16% gestiegen ist. Besser noch, die Zahl der Coronavirus-Fälle im Block ist relativ stabil geblieben.

Die Europäische Kommission erwartet jedoch nach wie vor, dass die Wirtschaft schneller als gedacht schrumpfen wird. In einer gestrigen Erklärung sagten sie, dass die Wirtschaft des Blocks in diesem Jahr um 8,3% schrumpfen wird, gefolgt von einem Aufschwung von 5,8% im kommenden Jahr. Diese Schrumpfung sei tiefer als die 7,4%, die die Kommission im Mai vorhergesagt hatte. Der IWF erwartet, dass die Eurozone in diesem Jahr um 10% schrumpft. In einer Erklärung sagte Valdis Dombrovskis von der Kommission:

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Abriegelung sind schwerwiegender als wir ursprünglich erwartet hatten. Wir bewegen uns weiterhin in unruhigen Gewässern und sind vielen Risiken ausgesetzt, darunter einer weiteren großen Infektionswelle.“

Italien, Frankreich und Spanien werden mit einem Rückgang von 11,2%, 10,6% bzw. 10,9% die am stärksten betroffenen Länder sein.

Die düstere Einschätzung der Kommission bedeutet, dass die Regierungen unter Druck geraten werden, den beispiellosen 840 Mrd. $ Rettungsplan umzusetzen. Während die meisten Länder dem Plan zustimmen, hat sich eine so genannte „frugal four“ Gruppe gegen den Betrag und die Art der Zuschüsse ausgesprochen.

Dennoch gibt es Anzeichen von Optimismus in Europa. In Frankreich zum Beispiel ist das Louvre-Museum, das am Montag wiedereröffnet wurde, mit 7.400 Eintrittskarten ausverkauft. Andere touristische Stätten haben mehr Besucher gemeldet.

US-Coronavirus-Fälle nehmen zu

Das Währungspaar EUR/USD reagiert auch auf die steigende Zahl der Coronavirus-Fälle in den Vereinigten Staaten. Gesundheitsbehörden bestätigten gestern mehr als 50.000 Neuinfektionen. Die meisten dieser Fälle treten in Staaten wie Florida, Texas und Kalifornien auf. Einige dieser Staaten meldeten gestern mehr als 10.000 neue Fälle. Schlimmer noch, die Todesrate in dem Land stieg ebenfalls an, während Menschen unter 40 Jahren zu den am stärksten Betroffenen gehören.

Dieser Anstieg gefährdet die beeindruckende Erholung der US-Wirtschaft. Die in den letzten Wochen veröffentlichten Daten haben gezeigt, dass das Land einige Fortschritte gemacht hat. Das Land hat in den letzten zwei Monaten mehr als 7 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, die Einzelhandelsumsätze sind stark gestiegen, und das verarbeitende und nichtverarbeitende Gewerbe hat sich wieder erholt.

Technische Analyse EUR/USD

EUR/USD
Technische Analyse EUR/USD

Die EUR/USD-Paarung wird bei 1,1276 gehandelt. Auf der Tages-Chart liegt der Kurs über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Der Kurs liegt auch leicht unter dem 78,6% Fibonacci-Retracement-Level. Er bildet auch ein bullisches Wimpelmuster aus. Dies bedeutet, dass sich das Paar vor einem möglichen Ausbruch weiter konsolidieren könnte.

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