EUR/USD rutscht in ein klassisches 'Kaufen von Gerüchten, Verkaufen von Nachrichten' nach dem Rettungsfonds-Deal

EUR/USD rutscht in ein klassisches 'Kaufen von Gerüchten, Verkaufen von Nachrichten' nach dem Rettungsfonds-Deal
Crispus Nyaga
21. Juli 2020, 16:21 PM
  • Die EUR/USD-Paarung fiel, als Händler auf den neuen Durchbruch in Europa reagierten.
  • Die EU-Mitglieder einigten sich nach viertägigen Verhandlungen auf ein Finanzierungspaket von 750 Mrd. Euro.
  • Das Paar bildet ein klassisches Muster aus "Kaufen des Gerüchts und Verkaufen der Nachrichten".

Die EUR/USD-Paarung fiel um etwa 10 Basispunkte, als Händler auf einen Durchbruch in Brüssel reagierten. Das Paar wird bei 1,1435 gehandelt, was unter dem Intraday-Hoch von 1,1470 liegt. Der Euro ist auch gegenüber dem Britischen Pfund, dem Australischen Dollar und dem Schweizer Franken gesunken.

EUR/USD
EUR/USD fällt nach Durchbruch beim Rettungsfonds ab

Kaufen von Gerüchten, Verkaufen von Nachrichten

Die EUR/USD-Paarung handelt mit dem, was die Marktteilnehmer "buy the rumour, sell the news" nennen. Wie ich gestern berichtete, war das Paar in Hochstimmung, da die Händler optimistisch blieben, dass die Länder des Nordens und des Südens eine Finanzierungsvereinbarung erzielen würden.

Nach stundenlangen Verhandlungen haben sich beide Seiten heute auf eine Vereinbarung geeinigt, mit der die Europäische Kommission rund 750 Mrd. Euro aufbringen wird. In einer Erklärung sagte der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel:

Laut Bloomberg sollen 390 Mrd. Euro der von der Kommission aufgebrachten Gelder in Form von Zuschüssen an Länder vergeben werden. Dieser Betrag liegt deutlich unter den 500 Mrd. Euro, die Angela Merkel und Emmanuel Macron vorgeschlagen hatten.

Die verbleibenden 360 Mrd. Euro werden in Form von zinsgünstigen Darlehen an Länder vergeben. Die Vereinbarung ist das stärkste Signal, dass die Mitglieder der Europäischen Union bereit sind, in Zeiten der Not zueinander zu stehen.

Der größte Begünstigte des Fonds wird Italien sein, das rund 82 Mrd. Euro in Form von Zuschüssen und 127 Mrd. Euro in Form von Darlehen erhalten wird. Weitere Begünstigte werden Spanien, Frankreich und Deutschland sein.

Der Durchbruch kommt zu einer Zeit, in der die europäische Wirtschaft stetige Fortschritte macht, um aus der Krise herauszukommen. Die am Anfang des Monats veröffentlichten Daten zeigten, dass die PMIs des verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors im Juni gestiegen sind. Andere Daten zeigten, dass sich die Einzelhandelsumsätze und die Inflation mit der Wiederöffnung der Länder verbessert haben. Eine starke geldpolitische Reaktion der EZB hat dazu beigetragen, diesen Fortschritt zu unterstützen.

Die Nachricht über einen Coronavirus-Impfstoff von Unternehmen wie AstraZeneca und Pfizer hat dazu beigetragen, die Dynamik in der Region anzukurbeln.

Technischer Ausblick EUR/USD

Die EUR/USD-Paarung wird bei 1,1430 gehandelt, was leicht unter dem Intraday-Hoch von 1,1470 liegt. Auf der Vier-Stunden-Chart liegt der Kurs über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Selbst mit dem Rückgang befindet sich der Preis immer noch in einem Aufwärtstrend, der sich an der aufsteigenden violetten Linie ablesen lässt. Daher wird das Paar wahrscheinlich weiter steigen, da die Haussiers den nächsten Widerstand bei 1,1500 anstreben.