Euro sinkt, da Lagarde sagt, die EZB sei nicht dort, wo die Fed ist

Euro sinkt, da Lagarde sagt, die EZB sei nicht dort, wo die Fed ist
Mircea Vasiu
14. Apr. 2022, 18:55 PM
  • EZB will Ankäufe von Vermögenswerten beenden
  • Die Geldpolitik weicht von derjenigen der Fed ab
  • EUR/USD erreicht ein neues Tief in 2022

Die heutige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde von Euro-Händlern mit Spannung erwartet, da sie nach Hinweisen darauf suchten, wie sich die Geldpolitik im Euroraum weiter entwickeln wird. Die EZB steht vor einer schwierigen Entscheidung und befindet sich in einer schwierigen Lage.

Einerseits liegt die Inflation deutlich über dem Ziel der Zentralbank. Der Zinssatz für die Einlagefazilität liegt jedoch im negativen Bereich.

Daher sollte die EZB die Politik zur Abkühlung der Inflation normalisieren.

Der Krieg in der Ukraine ist jedoch für die europäischen Volkswirtschaften und für die EZB ein Game-Changer. Die Zentralbank befürchtet nun, dass sich die negativen Auswirkungen noch verstärken, wenn die EZB unter diesen Bedingungen mit der Normalisierung der Geldpolitik beginnt.

Alles, was die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, auf der Pressekonferenz sagte, war negativ für den Euro. Insbesondere der Hinweis, dass die EZB geldpolitisch nicht dort ist, wo die Fed ist. Die Divergenz zwischen der Politik der beiden Zentralbanken dürfte sich also fortsetzen, und so fiel der EUR/USD-Kurs auf ein neues 2022-Tief.

Was hat die EZB beschlossen?

Eine der wichtigsten Entscheidungen heute war die Ankündigung, dass die Zentralbank plant, die Nettokäufe von Vermögenswerten im dritten Quartal dieses Jahres zu beenden. Normalerweise sollte eine solche Ankündigung eine aggressive Aussage sein.

Allerdings hat die EZB im Juni keine feste Zusage zur Beendigung des Programms gemacht, so dass eine Zinserhöhung im Juli vom Tisch sein könnte.

Warum ist die Gemeinschaftswährung gefallen?

Der Euro fiel auf breiter Front, angeführt vom EUR/USD. Er war jedoch nicht das einzige Währungspaar, das nachgab - auch EUR/GBP fiel beispielsweise.

Den Händlern gefiel die Tatsache nicht, dass die EZB nicht bereit ist, die Politik zu straffen. Außerdem hat sie im Gegensatz zur US-Notenbank keinen Zeitplan für den Abbau ihrer Bilanz.

Wie geht es mit dem EUR/USD-Wechselkurs weiter?

Der EUR/USD-Kurs erreichte im Rahmen eines Abwärtstrends, der im Jahr 2021 begann, ein neues Jahrestief. In Anbetracht der Divergenz zwischen den beiden Zentralbanken dürfte der EUR/USD-Wechselkurs im Abwärtstrend bleiben und bei 1,03 oder darunter liegen, da die Fed auf ihrer Sitzung im Mai 2022 eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte signalisiert.