Pfizer-Aktienkursanalyse: Wie PFE zum gefallenen Engel wurde

Pfizer-Aktienkursanalyse: Wie PFE zum gefallenen Engel wurde
Crispus Nyaga
18. Juni 2024, 13:07 PM
  • Der Aktienkurs von Pfizer ist von 58 Dollar im Jahr 2021 auf aktuell 28 Dollar gefallen.
  • Diese Entwicklung ist ein Zeichen dafür, dass die Akquisitionen nicht funktioniert haben.
  • Pfizer hat in den letzten zwei Jahrzehnten Hunderte Milliarden für Akquisitionen ausgegeben.

Der Aktienkurs von Pfizer (NYSE: PFE) ist in den letzten Jahren stark eingebrochen, da die Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen weltweit nachließ. Am Montag notierte der Kurs bei 28 Dollar, was unter dem Pandemie-Hoch von 55,56 Dollar lag. Das Unternehmen hat sich auch schlechter entwickelt als Unternehmen wie Eli Lilly, Johnson & Johnson und Amgen.

Die Akquisitionsgeschichte von Pfizer

Der Absturz von Pfizer hat die Aufmerksamkeit auf die Wachstumsgeschichte des Unternehmens durch Übernahmen gelenkt. Im Jahr 2023 erwarb das Unternehmen Seagen in einem 43-Milliarden-Dollar-Deal, ein Schritt, der ihm Zugang zu Krebsbehandlungen verschaffte. Seagen hatte 2023 einen Jahresumsatz von über 2 Milliarden Dollar und hat 113 Medikamente in der Pipeline.

Obwohl Seagen eine große Übernahme war, war es nicht Pfizers größter Deal. Im Jahr 2000 zahlte das Unternehmen 90 Milliarden Dollar für die Übernahme von Warner-Lambert und wurde damit zum damals größten Pharmaunternehmen der Welt. Diese 90 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2000 entsprechen heute 157 Milliarden Dollar.

Im Jahr 2002 erwarb Pfizer dann Pharmacia für 60 Milliarden Dollar (heutiges Geld: 100 Milliarden Dollar) und verschaffte sich dadurch Zugang zu Medikamenten gegen Arthritis, Impotenz und grünen Star.

Das Unternehmen hat im Laufe der Jahre weitere Akquisitionen getätigt. So erwarb es 2009 Wyeth in einem 68-Milliarden-Dollar-Deal und 2022 Biohaven für über 11,6 Milliarden Dollar, ein auf Migräne spezialisiertes Unternehmen. Außerdem erwarb es Global Blood Therapeutics in einem 5,4-Milliarden-Dollar-Deal.

All diese Übernahmen hätten Pfizer zu einem großen und hochprofitablen Unternehmen gemacht. Allerdings war Pfizer keine gute Investition. Seit 2000 ist die Pfizer-Aktie um etwa 120 % gestiegen, während der iShares Pharmaceuticals ETF (IHE) und der VanEck Pharmaceuticals ETF (PPH) um 440 % bzw. 320 % zugelegt haben.

Das Gleiche ist in den letzten fünf Jahren passiert: Die Aktien von Pfizer sind um 20 % eingebrochen, während die beiden ETFs um über 40 % gestiegen sind.

Pfizer vs. Pharma-ETFs

Pfizer ist jetzt über 152 Milliarden Dollar wert, ein Betrag, der niedriger ist als der Wert der übernommenen Unternehmen. Durch diese Übernahmen ist das Unternehmen zudem hoch verschuldet, mit über 69 Milliarden Dollar an langfristigen Schulden.

Das Unternehmen hat in den letzten Jahren auch einige spektakuläre Misserfolge erlebt. So hat Pfizer beispielsweise sein Programm für Schlankheitsmittel abgebrochen, nachdem Patienten zwar an Gewicht verloren hatten, aber erhebliche Nebenwirkungen auftraten. Durch den Abbruch des Deals fiel das Unternehmen hinter andere beliebte Unternehmen wie Novo Nordisk und Eli Lilly zurück.

Pfizer ist zudem zu einem der günstigsten großen Pharmaunternehmen der Branche geworden. Das Unternehmen hat ein KGV von 11,5, während Merck, Eli Lilly und Novo Nordisk auf Kursen von 14,8, 64 und 40,5 kommen.

Pfizer-Aktienkursprognose

PFE-Chart von TradingView

Das Wochendiagramm zeigt, dass der PFE-Aktienkurs in den letzten Jahren stark eingebrochen ist. Im Januar bildete sich dort, wo sich die gleitenden Durchschnitte der 200- und 50-Wochen-Linie kreuzten, ein goldenes Kreuz.

Die Aktie hat ein bärisches Flaggen-Chartmuster gebildet, was ein beliebtes bärisches Zeichen ist. Das bedeutet, dass sie weiter fallen wird, da die Verkäufer bald die untere Seite der Flagge bei 24 USD anpeilen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau deutet auf weitere Abwärtsbewegungen hin, möglicherweise auf 20 USD.