Gary Kelly, Vorsitzender von Southwest Airlines, tritt aufgrund des Drucks der Aktivisten des Elliott Managements zurück

Gary Kelly, Vorsitzender von Southwest Airlines, tritt aufgrund des Drucks der Aktivisten des Elliott Managements zurück
Wajeeh Khan
10. Sept. 2024, 15:39 PM
  • Gary Kelly wird 2025 als Vorsitzender von Southwest Airlines zurücktreten.
  • Die Fluggesellschaft teilte außerdem mit, dass sechs weitere ihrer Direktoren das Unternehmen im November verlassen werden.
  • Der Aktivist Elliott Management drängt auf einen Führungswechsel bei LUV.

Southwest Airlines Co (NYSE: LUV) macht Schlagzeilen, nachdem sein Vorsitzender Gary Kelly Pläne angekündigt hat, im Jahr 2025 „freiwillig“ in den Ruhestand zu gehen.

Der Entscheidung gingen Gespräche mit dem aktivistischen Investor Elliott Management voraus, der auf einen Führungswechsel drängt, um die jüngste Leistungsschwäche der Fluggesellschaft zu beheben.

Kelly war seit den späten 1980er Jahren bei der Fluggesellschaft und sein Ruhestand markiert einen bedeutenden Wandel für das Unternehmen.

Elliott Management, das mittlerweile einen Anteil von über 10 Prozent an Southwest Airlines hält, plädiert für ein neues Management, um die Fluggesellschaft wieder auf Kurs zu bringen.

Der aktivistische Investor ist berechtigt, eine Sonderversammlung einzuberufen und eine Abstimmung über die Absetzung von CEO Bob Jordan und Vorstandsvorsitzendem Gary Kelly zu veranlassen.

Obwohl Elliott sich noch nicht offiziell zu Kellys Rücktritt geäußert hat, steht dieser Schritt im Einklang mit seiner breiteren Kampagne für einen Führungswechsel.

Southwest Airlines hatte bereits im Juli eine „ Giftpille “-Strategie eingeführt, um den Einfluss von Elliott Management abzuwehren.

Es scheint jedoch, dass der Druck zu erheblichen Veränderungen in den Vorstandsetagen geführt hat.

Southwest Airlines unterstützt CEO Bob Jordan

Zusätzlich zu Kellys Rücktritt bestätigte Southwest Airlines, dass sechs weitere Direktoren nach der Vorstandssitzung im November zurücktreten werden.

Trotz dieser Veränderungen bekräftigte die Fluggesellschaft ihre Unterstützung für CEO Bob Jordan und signalisierte, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht beabsichtigt, ihn zu ersetzen, auch wenn Elliott auf eine neue Führung drängt.

Berichten zufolge hat Elliott Management zehn neue Kandidaten für den Vorstand vorgeschlagen, jedoch noch keine Bestätigung darüber abgegeben, ob Jordan weiterhin als CEO fungieren darf.

Weitere Neuigkeiten werden bei der bevorstehenden Investorenveranstaltung von Southwest Airlines erwartet, die für den 26. September geplant ist.

Im Vorfeld des Ereignisses stiegen die LUV-Aktien seit ihrem Jahrestiefststand Anfang August um über 25 Prozent, was den Optimismus der Anleger hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung der Fluggesellschaft widerspiegelt.

Ist die Aktie von Southwest Airlines ein Kauf?

Southwest Airlines steht seit April 2021 vor erheblichen Herausforderungen und kämpft mit der zunehmenden Konkurrenz auf seinem wichtigsten Inlandsmarkt.

Die schleppenden Technologieinvestitionen des Unternehmens und die verspäteten Flugzeugauslieferungen von Boeing haben die Performance der Aktie zusätzlich belastet.

Trotz dieser Hindernisse hat Evercore ISI die Aktie von Southwest Airlines kürzlich auf „Outperform“ hochgestuft und das Kursziel auf 35 US-Dollar angehoben, was auf ein Aufwärtspotenzial von 18 % gegenüber dem aktuellen Niveau hindeutet.

Als Hauptgründe für seinen optimistischen Ausblick nannte das Investmentunternehmen die Entscheidung der Fluggesellschaft, weniger produktive Flüge zu streichen und sich auf Kapazitätsdisziplin zu konzentrieren.

Analysten erwarten, dass Southwest Airlines an seinem bevorstehenden Investorentag mehr Licht auf neue Initiativen wie die Einführung einer Premium Economy Class und zugewiesener Sitzplätze werfen wird.

Diese Bemühungen werden als entscheidend für die Verbesserung des Umsatzes und der Gesamtleistung des Unternehmens angesehen.

Evercore bleibt zwar optimistisch hinsichtlich der Strategie von Southwest, der Wiederherstellung der Margen Vorrang vor aggressivem Wachstum zu geben, doch die Fluggesellschaft steht kurzfristig unter finanziellem Druck.

Southwest Airlines wird für das laufende Quartal voraussichtlich einen Verlust von 24 Cent pro Aktie ausweisen, was in krassem Gegensatz zu dem Gewinn von 38 Cent pro Aktie im gleichen Zeitraum des Vorjahres steht.

Das Unternehmen wird seine Ergebnisse für das dritte Quartal in der letzten Oktoberwoche veröffentlichen und die Anleger werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Zwar steht Southwest Airlines kurzfristig vor Herausforderungen, doch die strategische Konzentration auf Kapazitätsdisziplin und Führungswechsel könnte das Unternehmen für künftiges Wachstum positionieren.