Chinesische Aktien und Zinssenkungen der Fed: Was Anleger wissen sollten

Chinesische Aktien und Zinssenkungen der Fed: Was Anleger wissen sollten
Wajeeh Khan
16. Sept. 2024, 21:12 PM
  • Es wird allgemein erwartet, dass die US-Notenbank diese Woche ihre erste Zinssenkung ankündigt.
  • Ein kurzer Überblick darüber, wie sich niedrigere US-Zinsen auf chinesische Aktien auswirken können.
  • Aufgrund der Immobilienkrise kämpft China mit dem Vertrauen der Anleger.

Chinesische Aktien könnten profitieren, da die US-Notenbank diese Woche ihre erste Zinssenkung ankündigen wird, sagt Steven Sun, Forschungsleiter bei HSBC Qianhai Securities. Dieser Schritt könnte auch Maßnahmen der People's Bank of China nach sich ziehen.

„Die geldpolitische Lockerung in den USA könnte ein Katalysator für eine Neubewertung der Wachstumssektoren auf den chinesischen Märkten sein, wobei das Wachstum den Wert im Durchschnitt um 44 Prozentpunkte übertrifft“, schrieb Sun heute in einer Research-Mitteilung an Kunden.

Der iShares MSCI China ETF liegt seit seinem Jahreshöchststand Mitte Mai derzeit fast 15 Prozent im Minus.

Wie könnten chinesische Aktien von der geldpolitischen Lockerung in den USA profitieren?

Chinesische Aktien gerieten in letzter Zeit unter Druck, da globale Institutionen aufgrund der im Vergleich zu China höheren Zinssätze in den USA US-Staatsanleihen und Unternehmen wie Nvidia Corp bevorzugten.

Allerdings könnten chinesische Aktien nach der erwarteten ersten Zinssenkung der Fed am 18. September ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis verzeichnen, wie Steven Sun von HSBC in seinem Kommentar feststellte.

Historisch gesehen haben niedrigere Zinssätze in den USA die globale Liquidität erhöht, von der ein Teil in die Schwellenmärkte wie China fließt.

Darüber hinaus senkt die Federal Reserve häufig die Zinsen, um die US-Wirtschaft anzukurbeln, was zu einer erhöhten Nachfrage nach chinesischen Waren führt und auch den Aktienkursen der entsprechenden Unternehmen zugutekommt.

Über Zinssenkungen hinaus: Was chinesische Aktien für eine Erholung brauchen

Während niedrigere Zinsen normalerweise die Risikobereitschaft erhöhen und Investitionen in risikoreichere Anlagen wie chinesische Aktien fördern, glauben einige Experten, dass Peking mehr als eine lockere Geldpolitik braucht, um internationale Investoren anzuziehen.

Laura Wang von Morgan Stanley etwa glaubt, dass „wirtschaftliche Fundamentaldaten“ auch weiterhin der wichtigste Faktor dafür sein werden, ob Anleger in chinesische Aktien investieren oder nicht.

Auch Aaron Costello von Cambridge Associates hält die Kurse chinesischer Aktien zum Zeitpunkt des Schreibens für attraktiv, sieht jedoch als Hauptproblem eine „fundamentale Vertrauenskrise“ im Zusammenhang mit den anhaltenden Turbulenzen auf dem Pekinger Immobilienmarkt.

Costello warnte auch, dass niedrigere Zinsen die Wirtschaft und damit auch die Aktienkurse in China nicht unbedingt ankurbeln würden, wenn „die Haushalte das zusätzliche Einkommen nicht ausgeben wollen.“ Letzte Woche warnte Bill Winters, Vorstandsvorsitzender von Standard Chartered, seine Kunden, dass die Immobilienkrise in China trotz gelegentlicher Anzeichen einer Erholung möglicherweise noch nicht vorüber sei.

Die Aussichten für den Immobilienmarkt und die Gesamtwirtschaft des Landes bleiben ungewiss.