Generalstaatsanwalt von Kalifornien wirft Exxon Mobil Täuschung bei Behauptungen zum Kunststoffrecycling vor

Generalstaatsanwalt von Kalifornien wirft Exxon Mobil Täuschung bei Behauptungen zum Kunststoffrecycling vor
Wajeeh Khan
24. Sept. 2024, 23:02 PM
  • Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien hat am Dienstag Klage gegen Exxon Mobil eingereicht.
  • Er warf XOM vor, den Kunststoff, den es angeblich recycle, nicht zu recyceln.
  • Exxon Mobil gab eine Erklärung heraus, in der es seine Praktiken verteidigte.

Exxon Mobil Corp (NYSE: XOM) steht nach einer Klage des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta unter Beobachtung. Er wirft dem Energieriesen vor, die Öffentlichkeit über seine Bemühungen zum Kunststoffrecycling in die Irre geführt zu haben.

Bonta behauptet, dass Exxon „geschickte Marketingtaktiken“ eingesetzt habe, um den Eindruck zu erwecken, dass das Unternehmen den von ihm produzierten Kunststoff effektiv recycelt. Eine Behauptung, die seiner Ansicht nach grundsätzlich falsch ist.

Die in San Francisco eingereichte Klage unterstreicht die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Darstellung von Exxon und seinen tatsächlichen Praktiken und legt nahe, dass das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg die Wahrnehmung der Verbraucher manipuliert hat, um seine Gewinne zu steigern.

In einem Interview in der Sendung „Squawk Box“ von CNBC kritisierte Bonta die Marketingstrategien von Exxon.

Er sagte, das Unternehmen habe den Verbrauchern vermittelt, ihre Abhängigkeit von Einwegplastik werde durch wirksame Recyclingsysteme unterstützt.

Trotz dieser Wahrnehmung recycelt Exxon Berichten zufolge lediglich 1 % des von ihm produzierten Kunststoffs.

Die restlichen 99 % landeten auf Mülldeponien, in Verbrennungsanlagen oder trugen zur Umweltverschmutzung bei, argumentierte Bonta.

Diese Praxis, so behauptet er, stelle eine „jahrzehntelange Täuschung“ dar, die die globale Umweltverschmutzungskrise verschärfe.

Vorwürfe ineffektiver Recyclingtechnologie

Bonta griff insbesondere die sogenannte fortschrittliche Recycling-Technologie von Exxon an und bezeichnete sie als „Schwindel“.

Er gab bekannt, dass ein erheblicher Teil des recycelten Materials – 92 % – in Düsentreibstoff umgewandelt wird, der verbrannt wird und schädliche Emissionen in die Atmosphäre freisetzt.

Dies wirft ernste Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit der Recyclingansprüche von Exxon und ihrer Auswirkungen auf die ökologische Nachhaltigkeit auf.

Infolge dieser Vorwürfe war der Aktienkurs von Exxon volatil und rutschte am Tag der Bekanntgabe der Klage in die Verlustzone, obwohl er seit seinem Jahrestief um rund 20 Prozent gestiegen war.

Die Antwort von Exxon Mobil auf die Klage

Als Reaktion auf die Klage gab Exxon Mobil eine Erklärung heraus, in der es seine Praktiken verteidigte.

Das Unternehmen kritisierte die Behörden Kaliforniens für ihr Versäumnis, die Ineffizienzen im Recyclingsystem zu beheben.

Exxon behauptete, „über 60 Millionen Pfund Plastikmüll in nutzbare Rohstoffe verarbeitet und so verhindert zu haben, dass er auf Mülldeponien landet.“

Das Unternehmen beteuerte, dass es sich für die Bereitstellung echter Lösungen für die Plastikmüllkrise einsetze und warf dem Generalstaatsanwalt Kaliforniens vor, zur Lösung des Problems gerichtliche Schritte statt Zusammenarbeit zu bevorzugen.

Dieser Rechtsstreit ereignete sich kurz nachdem Exxon beeindruckende Finanzergebnisse für das zweite Quartal gemeldet hatte und dank einer Rekordproduktion in Regionen wie Guyana und dem Permian Basin die Erwartungen der Analysten übertraf.

Derzeit hält die Wall Street an der Einstufung der Exxon-Aktie als „Übergewichtet“ fest. Analysten prognostizieren ein durchschnittliches Kursziel von 130 US-Dollar, was auf ein potenzielles Aufwärtspotenzial von über 10 % gegenüber dem aktuellen Kurs schließen lässt.

Die Folgen dieser Geschichte für den Ruf und die finanzielle Leistungsfähigkeit von Exxon bleiben abzuwarten.