Google bittet US-Richter, Urteil zum App Store im Zuge einer Kartellbeschwerde aufzuschieben

Google bittet US-Richter, Urteil zum App Store im Zuge einer Kartellbeschwerde aufzuschieben
Diya Poddar
14. Okt. 2024, 14:09 PM
  • Die einstweilige Verfügung des US-Bezirksrichters James Donato würde App-Stores von Drittanbietern auf Android-Geräten erlauben.
  • Alphabet beobachtet die finanziellen Auswirkungen des Urteils auf die Einnahmen des Play Store genau.
  • Der Fall liegt nun zur weiteren Prüfung vor dem 9. US-Berufungsgericht.

Google beantragt einen Aufschub der Verfügung eines Bundesrichters, die zu drastischen Veränderungen in den Abläufen seines Android-App-Stores führen könnte.

Der Technologieriese reichte einen Antrag beim kalifornischen Bundesgericht ein und argumentierte, dass die einstweilige Verfügung, wenn sie am 1. November in Kraft tritt, „ernsthafte Risiken für Sicherheit und Datenschutz“ im Android-Ökosystem mit sich bringen würde.

Die Anordnung geht auf einen Rechtsstreit mit Epic Games zurück, dem es im vergangenen Jahr gelang, eine Jury davon zu überzeugen, dass Googles Praktiken rund um die Verbreitung von Apps und In-App-Zahlungen einer illegalen Monopolisierung gleichkämen.

Google muss bis zum 1. November mit gerichtlich angeordneten Änderungen am Play Store rechnen

Google wurde vom US-Bezirksrichter James Donato angewiesen, erhebliche Änderungen an seinen Play Store-Richtlinien vorzunehmen.

Die einstweilige Verfügung verlangt von Google, dass es auf seiner Android-Plattform App-Stores von Drittanbietern und alternative Zahlungssysteme zulässt.

Diese Entscheidung fiel, nachdem eine Jury eines Bundesgerichts zu Gunsten von Epic Games entschieden hatte, da Google ein Monopol auf dem App-Store-Markt habe.

Die Änderungen würden Google daran hindern, die Einnahmen aus dem Play Store mit den Geräteherstellern zu teilen und Exklusivitätsverträge verbieten, die eine Vorinstallation des App Stores erfordern.

Google ficht Gerichtsurteil zum Android-App-Markt an

Google hat nicht nur einen Aufschub beantragt, sondern auch Berufung beim 9. US-Berufungsgericht eingelegt.

Das Unternehmen argumentiert, dass die vorgeschriebenen Änderungen Android-Benutzer erhöhten Sicherheitsrisiken aussetzen könnten.

Die einstweilige Verfügung, die im November in Kraft treten soll, zwingt Google dazu, Exklusivverträge mit Geräteherstellern zu beenden und ermöglicht es Benutzern, Apps von konkurrierenden Plattformen herunterzuladen.

Mit seiner Berufung will Google sowohl die einstweilige Verfügung als auch das zugrunde liegende Jury-Urteil aufheben, das die Praktiken des Unternehmens für wettbewerbswidrig erklärt hatte.

Wie Epic Games seinen Kartellprozess gegen Google gewann

Die einstweilige Verfügung ist das Ergebnis eines langwierigen Rechtsstreits, der von Epic Games, dem Hersteller von „Fortnite“, angestrengt wurde. Epic Games warf Google vor, den Wettbewerb zu unterdrücken, indem es App-Downloads auf den Play Store beschränkt und exklusive In-App-Zahlungssysteme durchsetzt.

Im Jahr 2023 gab eine Jury eines Bundesgerichts Epic Games Recht und kam zu dem Schluss, dass die Maßnahmen von Google einer Monopolisierung des Android-App-Marktes gleichkämen.

Das Urteil von Richter Donato vom 7. Oktober zwang Google inzwischen dazu, seine Politik zu überdenken, auch wenn das Unternehmen energisch gegen die Entscheidung kämpft.

Was die einstweilige Verfügung für Google und App-Entwickler bedeutet

Sollte die einstweilige Verfügung wie geplant in Kraft treten, könnten für Google erhebliche finanzielle und betriebliche Auswirkungen eintreten.

Dem Unternehmen drohen Umsatzeinbußen, da es die Gewinne aus dem Play Store nicht mehr mit App-Entwicklern und Geräteherstellern teilen kann.

App-Entwickler würden jedoch von einer größeren Freiheit profitieren, ihre Apps auf Plattformen von Drittanbietern zu verbreiten und alternative Zahlungsmethoden zu verwenden.

Für Google könnte der Verlust der Exklusivität zwar zu einer Verringerung seiner Marktdominanz führen, für Verbraucher und Entwickler eröffnet er jedoch Möglichkeiten für mehr Wettbewerb und Auswahl.

Was passiert, wenn der Aufenthalt abgelehnt wird?

Wenn Richter Donato den Antrag von Google auf Aussetzung ablehnt, wird das Unternehmen seinen Fall vor das Berufungsgericht des 9. Bezirks bringen.

Während das Berufungsverfahren noch läuft, muss Google dem Gerichtsurteil nachkommen und die erforderlichen Änderungen an seinem Play Store-Betrieb vornehmen.

Wenn das Berufungsgericht einen Aufschub gewährt, könnte sich die einstweilige Verfügung um Monate oder sogar Jahre verzögern.

Derzeit kämpft Google gegen die Zeit, um zu verhindern, dass sich das Android-Ökosystem aus seiner Sicht grundlegend ändert.