Chinas BIP-Wachstum im 3. Quartal übertrifft Erwartungen, aber Herausforderungen bleiben

Chinas BIP-Wachstum im 3. Quartal übertrifft Erwartungen, aber Herausforderungen bleiben
Harsh Vardhan
18. Okt. 2024, 05:45 AM
  • Chinas BIP wächst im dritten Quartal um 4,6 % und übertrifft damit die Schätzungen, liegt aber unter dem Wachstum des zweiten Quartals von 4,7 %.
  • Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion übertreffen die Erwartungen und verbessern die Aussichten.
  • Die Herausforderungen im Immobiliensektor bleiben bestehen, und es sind neue Konjunkturmaßnahmen in Vorbereitung.

Chinas Wirtschaft wuchs im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent und übertraf damit leicht die Prognose der von Reuters befragten Ökonomen von 4,5 Prozent.

Allerdings fiel das Wachstum geringfügig niedriger aus als der Zuwachs von 4,7 Prozent im zweiten Quartal, was die anhaltenden Herausforderungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt widerspiegelt.

Im Vergleich zum Vorquartal wuchs Chinas BIP im dritten Quartal um 0,9 Prozent, im Vorquartal waren es 0,7 Prozent gewesen.

Positive Zeichen trotz wirtschaftlicher Unsicherheit

Sheng Laiyun, stellvertretender Leiter des Nationalen Statistikamts, äußerte sich optimistisch und erklärte, dass die Volkswirtschaft im September „positive Wachstumszeichen“ gezeigt habe.

Auch andere Wirtschaftsindikatoren wie Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion übertrafen die Erwartungen und deuten darauf hin, dass sich China nach den jüngsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf dem Weg der Erholung befinden könnte.

Peking steht zunehmend unter Druck, sein jährliches Wachstumsziel von „rund 5%“ zu erreichen. Laut Tianchen Xu, einem leitenden Ökonomen der Economist Intelligence Unit,

Konjunkturmaßnahmen und Herausforderungen im Immobiliensektor

Um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln, haben chinesische Politiker in den vergangenen Monaten zahlreiche Konjunkturmaßnahmen eingeführt.

Im September senkte die Zentralbank den Mindestreservesatz um 50 Basispunkte, sodass die Banken mehr Kredite vergeben und der Wirtschaft Liquidität zuführen konnten. Das schwache Verbrauchervertrauen und der schwächelnde Immobilienmarkt belasten das Wachstum jedoch weiterhin.

Am Wochenende erklärte Finanzminister Lan Fo'an, dass die Zentralregierung über Spielraum für eine Erhöhung der Verschuldung und eine Ausweitung des Haushaltsdefizits verfüge. Konkrete Details zur Größe des Maßnahmenpakets wurden jedoch nicht genannt.

Vor Kurzem kündigte das Wohnungsbauministerium eine Ausweitung seines „Whitelist“-Programms an, das auf die Unterstützung unvollendeter Immobilienprojekte abzielt.

Das Ministerium beabsichtigt, die Kreditvergabe der Banken für diese Vorhaben zu beschleunigen. Ziel ist es, bis zum Jahresende vier Billionen Yuan (561,8 Milliarden Dollar) zu erreichen.

Experten bleiben vorsichtig optimistisch

Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen Chinas betonte Xu, dass die Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig sei:

Analysten sind davon überzeugt, dass China mit einer koordinierten Konjunkturinitiative im vierten Quartal gut aufgestellt ist, um sein jährliches Wachstumsziel zu erreichen und seine Wirtschaftsaussichten zu stabilisieren.

Allerdings könnten strukturelle Probleme, wie die schwache Verbrauchernachfrage und die Notwendigkeit weiterer Reformen auf dem Immobilienmarkt, in den kommenden Monaten zu Hindernissen werden.

Ökonomen warnen, dass Peking weiterhin ein Gleichgewicht zwischen Konjunkturmaßnahmen und der Vermeidung einer übermäßigen Verschuldung wahren müsse, was angesichts des gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfelds eine heikle Aufgabe sei.