Europäische Autoverkäufe gehen zum ersten Mal seit zwei Jahren zurück; Elektroautoverkäufe sorgen für etwas Erleichterung

Europäische Autoverkäufe gehen zum ersten Mal seit zwei Jahren zurück; Elektroautoverkäufe sorgen für etwas Erleichterung
Vatsala Gaur
22. Okt. 2024, 06:58 AM
  • Stellantis verzeichnete einen Zulassungsrückgang von 26 %, während die Elektrofahrzeugverkäufe in Großbritannien um 24 % stiegen.
  • Die Erholung der Elektrofahrzeugverkäufe im Vereinigten Königreich ist ein Lichtblick, doch seit Jahresbeginn sind die Elektrofahrzeugverkäufe in Europa um 2,6 % gesunken.
  • Da die Verbraucher weiterhin vorsichtig sind, konzentrieren sich die europäischen Autohersteller zunehmend auf günstigere Elektroauto-Modelle.

Die Autoverkäufe in Europa erlitten im September einen Rückschlag. Dies war der erste monatliche Rückgang in Folge seit über zwei Jahren, da die Wirtschaft der Region weiterhin schleppend verlief und die Verbraucher ihre Ausgaben zurückhielten.

Der Verband der europäischen Automobilhersteller meldete einen Rückgang der Neuwagenzulassungen um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr wurden nur noch 1,12 Millionen Einheiten zugelassen.

Trotz steigender Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen trugen der Rückgang bei Modellen mit Verbrennungsmotor und die schwachen Verbraucherausgaben zu diesem Rückgang bei.

Wirtschaftliche Herausforderungen wirken sich auf die Automobilhersteller aus

Die europäischen Autohersteller haben Mühe, ihre Umsätze zu steigern, da die Wirtschaft stagniert und die Zinsen steigen.

Am stärksten betroffen war Stellantis NV, die Muttergesellschaft von Fiat und Peugeot; ihre Zulassungen gingen in der gesamten Region um 26 % zurück.

Während Märkte wie Großbritannien und Spanien leichte Umsatzsteigerungen verzeichneten, mussten große Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und Italien Rückgänge hinnehmen, was die Gesamtleistung der Region nach unten zog.

Aufgrund der Abschwächung der europäischen Konjunktur und der verschärften finanziellen Bedingungen ist es für die Automobilhersteller schwierig geworden, Käufer zu gewinnen.

„Höhere Zinsen belasten die Kaufkraft der Verbraucher“, sagte ein Branchenanalyst in einem Bloomberg-Bericht und fügte hinzu, dieser Trend könne sich auch im nächsten Quartal fortsetzen.

EV-Verkäufe bieten etwas Erleichterung

Ein Lichtblick für die Automobilhersteller war die Erholung der Elektrofahrzeugverkäufe, insbesondere in Großbritannien, wo die Auslieferungen im September um 24 % anstiegen.

Um den staatlichen Vorgaben für emissionsfreie Fahrzeuge nachzukommen, haben die Automobilhersteller die Preise für ihre Elektroautos stark reduziert.

In Deutschland, wo die Regierung über neue Anreize für Käufer von Elektrofahrzeugen debattiert, stiegen die Verkäufe von Elektroautos um 8,7 Prozent.

Trotzdem sind die Elektrofahrzeugverkäufe in Europa seit Jahresbeginn noch immer um 2,6 % zurückgegangen.

Die Aussichten für den Sektor bleiben ungewiss, da in den kommenden Wochen geplante Zölle von bis zu 45 Prozent auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge in Kraft treten sollen.

Sowohl die Europäische Union als auch China verhandeln derzeit über Alternativen zu diesen Zöllen. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich bereits gegen die Abgaben ausgesprochen.

Autohersteller passen Strategien an

Da die Verbraucher weiterhin vor den hohen Kosten von Elektrofahrzeugen zurückschrecken, konzentrieren sich die europäischen Automobilhersteller auf günstigere Modelle.

Renault stellte vor Kurzem seinen 25.000 Euro (27.053 US-Dollar) teuren R5 vor, während Stellantis seinen 23.300 Euro teuren Stadtwagen Citroën ë-C3 auf den Markt brachte.

Trotz dieser Bemühungen erwägt die Volkswagen AG aufgrund sinkender Nachfrage die Schließung von Fabriken in Deutschland, während die Porsche AG und Mercedes-Benz ihre Ambitionen im Bereich Elektrofahrzeuge zurückgeschraubt haben.

Der Rückgang bei Elektrofahrzeugen gibt Herstellern wie Volkswagen, Stellantis und Renault Anlass zur Sorge. Ihnen drohen Geldstrafen von bis zu 15 Milliarden Euro, wenn sie die bald in Kraft tretenden strengeren europäischen Emissionsstandards für Flottenfahrzeuge nicht einhalten.