Werden DIIs die neuen Eigentümer indischer Aktien, während FIIs fliehen?

Werden DIIs die neuen Eigentümer indischer Aktien, während FIIs fliehen?
Vatsala Gaur
30. Okt. 2024, 08:33 AM
  • Rekordkäufe von DII gleichen große FII-Abflüsse im Oktober aus.
  • FII-DII-Eigentumslücke bei indischen Aktien auf historischem Tiefstand.
  • Monatliche SIPs auf historischem Höchststand steigern die Marktstabilität.

Im Oktober zogen ausländische institutionelle Anleger (FIIs) satte 12 Milliarden US-Dollar aus indischen Aktien ab und übertrafen damit den bisherigen Rekord vom März 2020.

Doch trotz dieser massiven Kapitalabflüsse zeigten sich die indischen Aktienindizes widerstandsfähig, was auf die beispiellosen Investitionen inländischer institutioneller Anleger zurückzuführen ist.

Diese einheimischen Akteure traten angesichts der Kapitalabflüsse aus ausländischen Direktinvestitionen in Erscheinung und eroberten die lokalen Märkte im Sturm.

Mit ihrer Kaufdynamik sind die DIIs möglicherweise erstmals in diesem Jahrhundert die größten Inhaber indischer Wertpapiere geworden, was eine Verschiebung der Eigentumsverhältnisse bei indischen Vermögenswerten markiert, heißt es in einem Bericht der Economic Times.

Die Kluft zwischen FIIs und DIIs wird kleiner

Bis Ende September war die Lücke zwischen dem FII- und DII-Besitz an an der NSE notierten Unternehmen auf nur 109 Basispunkte geschrumpft und markierte damit einen historischen Tiefstand.

Obwohl die vollständigen Eigentumsdaten für Oktober bis Dezember erst im Januar verfügbar sein werden, deuten erste Anzeichen darauf hin, dass sich der Trend steigender inländischer Eigentumsverhältnisse auch im Oktober fortgesetzt hat.

„Auf den indischen Kapitalmärkten hat es in den letzten Quartalen eine dramatische Verschiebung der Eigentümerverhältnisse gegeben, wobei lokale Investoren die Führung übernommen haben und FIIs an Einfluss verloren haben“, kommentierte Pranav Haldea, Geschäftsführer der Prime Database Group, in dem Bericht.

Dieser Wandel deutet auf ein sich entwickelndes Umfeld hin, in dem indische Aktien zunehmend durch lokales Kapital unterstützt werden, das in den letzten Jahren an Widerstandsfähigkeit und Größe gewonnen hat.

Rekord-SIPs stärken die Marktmacht des Inlandsmarktes

Das Wachstum systematischer Anlagepläne (Systematic Investment Plans, SIPs) war ein entscheidender Faktor für den Aufstieg der DIIs.

Die monatlichen SIP-Zuflüsse überstiegen im April 20.000 Crore Rupien und erreichten im September einen neuen Höchststand von 24.508,73 Crore Rupien, was das wachsende Engagement indischer Privatanleger unterstreicht.

Von Monat zu Monat gab es einen Anstieg, und im September erreichte die Zahl der neu registrierten SIPs fast sieben Millionen.

Das verwaltete Vermögen (AUM) der Investmentfondsbranche des Landes erreichte im August 66,70 Milliarden Rupien.

Dieser stetige Zufluss hat den DIIs zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, um die FII-Verkäufe auszugleichen und so Stabilität auf den Markt zu bringen.

Prateek Agrawal, MD und CEO von Motilal Oswal AMC, sagte:

Stärkere Rolle der DIIs bei der Stärkung der Marktstabilität

In der Vergangenheit haben erhebliche Abflüsse ausländischer Kapitalgeber Schockwellen durch den indischen Aktienmarkt geschickt und häufig scharfe Korrekturen zur Folge gehabt.

Allerdings hat sich die Dynamik in den letzten Quartalen geändert, da DIIs inzwischen eine bedeutendere Rolle spielen.

„Wenn früher FIIs verkauft wurden, brach der Markt zusammen und LIC und andere inländische Institutionen griffen ein, um weiteren Schaden zu verhindern. Jetzt haben sich die Dinge geändert“, bemerkte Haldea.

Im Septemberquartal investierten DIIs fast 1,03 Milliarden Rupien in indische Aktien, verglichen mit 55.629 Millionen Rupien, die von FIIs gekauft wurden. Dies zeigt, dass inländische Fonds in der Lage sind, die Marktstabilität zu verankern.

Da die DIIs im Oktober die FIIs überholten, könnte es auf dem indischen Markt zu einer langfristigen Eigentümerverschiebung kommen.

Da das inländische Kapital – gestützt durch Rekordbeiträge zu staatlichen Spareinlagen (SIP) und das Interesse von Anlegern – weiter wächst, werden Indiens Finanzmärkte gegenüber der globalen Volatilität wahrscheinlich immer widerstandsfähiger.