Bedeutet eine Präsidentschaft Trumps Probleme für die Boeing-Aktie?

Bedeutet eine Präsidentschaft Trumps Probleme für die Boeing-Aktie?
Wajeeh Khan
05. Nov. 2024, 19:16 PM
  • Laut Michael Kantrowitz könnten die Auswirkungen einer Präsidentschaft Trumps zu weiteren Einbußen bei Boeing führen.
  • Trump hat vorgeschlagen, Elon Musk zum Leiter einer Kommission zur Effizienzsteigerung in der Regierung zu ernennen.
  • Der Aktienkurs von Boeing ist im Vergleich zum Jahresbeginn 2024 bereits um etwa 40 % gefallen.

Boeing Co. (NYSE: BA) hat sich kürzlich mit den Maschinisten geeinigt und einen siebenwöchigen Streik beendet, nachdem die Arbeiter einem neuen Vertrag zugestimmt hatten.

Allerdings stehen dem Luft- und Raumfahrtriesen möglicherweise auch in Zukunft noch Herausforderungen bevor, insbesondere im Falle einer Wiederwahl Donald Trumps als US-Präsident.

Laut Michael Kantrowitz, Chef-Anlagestratege bei Piper Sandler, könnten die Folgen einer Präsidentschaft Trumps zu weiteren Kursverlusten beim Boeing-Aktienkurs führen, der heute vor den Wahlen in den USA bereits um rund 40 Prozent im Minus liegt.

Auswirkungen einer Trump-Präsidentschaft auf Boeing

Trump hat vorgeschlagen, Elon Musk zum Leiter einer Kommission zur Regierungseffizienz zu ernennen, deren Ziel darin besteht, die Staatskosten um bis zu drei Billionen Dollar zu senken.

Dieser Schritt könnte sich negativ auf Unternehmen auswirken, die von Regierungsaufträgen abhängig sind, wie etwa Boeing, das etwa 37 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Bundesaufträgen erzielt.

Sollte Musk mit seinen Ausgabenkürzungen Erfolg haben, besteht für Boeing das Risiko, einen erheblichen Teil dieser Einnahmen einzubüßen, was vermutlich einen Abwärtsdruck auf den Aktienkurs des Unternehmens ausüben würde.

Die erwartete Kürzung der Staatsausgaben kommt für Boeing zu einer schwierigen Zeit, da das Unternehmen mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat.

Das Unternehmen kündigte vor Kurzem einen Aktienverkauf an, um bis zu 22 Milliarden Dollar aufzubringen und damit seine Bilanz zu stärken. Zudem hat es die Dividendenzahlungen ausgesetzt, um für einkommensorientierte Anleger attraktiv zu bleiben.

Trotz dieser Herausforderungen stuft Wall Street Boeing derzeit allgemein als „Übergewichtet“ ein und prognostiziert ein Kursziel von 179 Dollar, was auf einen potenziellen Gewinn von etwa 20 Prozent schließen lässt.

Anhaltende Herausforderungen für die Boeing-Aktie

Die jüngste Beilegung des Streiks, der Boeing geschätzte 5,5 Milliarden Dollar an Gewinneinbußen kostete, dürfte zwar etwas Druck abmildern, die Bedingungen der neuen Vereinbarung könnten jedoch in den kommenden Jahren zu deutlich höheren Kosten führen.

Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seinen Mitarbeitern in den nächsten vier Jahren eine Lohnerhöhung von 38 % zu gewähren, was die Finanzen des Unternehmens zusätzlich belasten wird.

Boeing, dessen Firmensitz sich in Arlington County im US-Bundesstaat Virginia befindet, setzt ebenfalls Pläne zur Reduzierung seiner weltweiten Belegschaft um 10 % um, was etwa 17.000 Entlassungen entsprechen würde.

Angesichts eines Schuldenstands von über 50 Milliarden US-Dollar und konstanter Quartalsverluste könnten diese Faktoren Anleger davon abhalten, in Boeing-Aktien zu investieren.

Darüber hinaus könnten auch andere Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin vor Herausforderungen stehen, sollte Trump ins Weiße Haus zurückkehren.

Kantrowitz prognostiziert, dass Gesundheitsunternehmen wie Humana und UnitedHealth aufgrund der reduzierten Gesundheitsausgaben des Bundes unter der Trump-Regierung Rückschläge erleiden könnten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schnittstelle zwischen Regierungspolitik, finanzieller Gesundheit und Tarifverträgen für Boeing ein komplexes Umfeld darstellt.

Anleger müssen das politische Klima und seine möglichen Auswirkungen auf die Aktienperformance des Luft- und Raumfahrtriesen genau beobachten.