Südkorea untersucht Krypto-Börse Upbit wegen KYC-Verstößen

Südkorea untersucht Krypto-Börse Upbit wegen KYC-Verstößen
Rony Roy
15. Nov. 2024, 12:34 PM
  • Südkoreanische Regulierungsbehörden stellten bei der Lizenzprüfung KYC-Verstöße bei Upbit fest.
  • Sollten sich die Verstöße bestätigen, könnten sie zu empfindlichen Geldstrafen führen.
  • Upbit hat seine Expansionsbemühungen im Hintergrund fortgesetzt.

Die südkoreanische Financial Intelligence Unit (FIU) untersucht Upbit, eine der größten Kryptowährungsbörsen des Landes, wegen möglicher Verstöße gegen das Know Your Customer (KYC)-Prinzip.

Einem Bericht vom 14. November zufolge hat die FIU, eine Abteilung der südkoreanischen Finanzdienstleistungskommission (FSC), bei der Überprüfung der Erneuerung der Geschäftslizenz zwischen 500.000 und 600.000 potenzielle KYC-Verstöße auf der Plattform festgestellt.

Südkorea führte im Januar 2018 obligatorische KYC-Protokolle ein, um den Handel mit Kryptowährungen zu regulieren.

Als Teil der Maßnahmen wurde der Handel mit Kryptowährungen vorübergehend nur noch über echte Bankkonten erlaubt, um die Transparenz zu erhöhen und das Risiko von Finanzkriminalität zu verringern.

Bald darauf folgte ein obligatorisches Registrierungssystem für Anbieter virtueller Vermögenswertdienste (VASPs), das die Börsen dazu verpflichtete, die vollständige Einhaltung der KYC- und AML-Richtlinien sicherzustellen.

Upbit steht im Verdacht, Benutzern die Eröffnung von Konten unter Verwendung von Ausweisen zu ermöglichen, deren persönliche Daten, darunter Namen und Registrierungsnummern, verschwommen oder unvollständig sind.

Dies erschwerte den Behörden Berichten zufolge die ordnungsgemäße Überprüfung der Kontoinhaber, wie es die südkoreanischen KYC- und Anti-Geldwäsche-Gesetze (AML) vorschreiben.

Falls sich die Verstöße bestätigen, könnten sie den Betrieb von Upbit stören und Strafen in Höhe von 100 Millionen koreanischen Won (71.500 US-Dollar) pro Verstoß nach sich ziehen.

Südkorea hält Krypto-Handel in Schach

Südkoreas Regulierungsrahmen für Kryptowährungsbörsen ist einer der strengsten weltweit. Nach dem Virtual Asset User Protection Act müssen sich Börsen regelmäßigen Evaluierungen unterziehen, Aufsichtsgebühren zahlen und strenge Sorgfaltsstandards einhalten.

Diese Maßnahmen gewährleisten Compliance, Transparenz und robuste Anlegerschutzmaßnahmen, um Vorfälle wie den Zusammenbruch des Terra-Ökosystems zu vermeiden, der zu massiven Verlusten für südkoreanische Anleger führte.

Das Gesetz verpflichtet lokale Börsen außerdem dazu, die gelisteten Kryptowährungen anhand spezifischer Kriterien zu bewerten, darunter die Rückverfolgbarkeit in der Blockchain, Umlaufmetriken und die Einhaltung nationaler Vorschriften.

Emittenten müssen detaillierte Informationen wie Whitepaper und Smart-Contract-Codes offenlegen, und es darf bei Kryptowährungen keine früheren Sicherheitsverletzungen geben.

Nicht qualifizierte Vermögenswerte werden von der Börse genommen.

Der südkoreanische Kryptomarkt hat selbst unter strengen Vorschriften ein starkes Wachstum gezeigt.

Wie Invezz bereits berichtete, stieg die Zahl der Krypto-Investoren im zweiten Halbjahr 2023 um 21 % und erreichte 7,8 Millionen.

Auch das tägliche Handelsvolumen stieg stark an, und zwar um 67 % auf 4,4 Milliarden US-Dollar.

Darüber hinaus stieg der Gesamtwert des Marktes im Vergleich zum Vorjahr um 27 % und erreichte eine Gesamtkapitalisierung von 40 Milliarden US-Dollar, was das steigende Interesse an digitalen Vermögenswerten im ganzen Land widerspiegelt.

Upbit expandiert trotz kritischer Betrachtung weiter

Unterdessen erfolgten die jüngsten Vorwürfe gegen Upbit kurz nach einer gesonderten Untersuchung im Oktober zu möglichen Verstößen gegen das Kartellrecht.

Die Behörden haben kürzlich die enge Beziehung der Börse zur K-Bank unter die Lupe genommen, einem Finanzinstitut, das stark in Kryptotransaktionen involviert ist.

Berichten zufolge waren 70 % der Einlagen der K-Bank mit Upbit verknüpft, was Bedenken hinsichtlich einer Marktdominanz und Risikokonzentration aufkommen ließ.

Upbit wurde 2017 gegründet und hat sich zu einer führenden Kryptowährungsbörse in Südkorea und weltweit entwickelt.

Laut CoinGecko weist die Plattform ein tägliches Handelsvolumen von 7,6 Milliarden Dollar auf.

Trotz rechtlicher Probleme hat die Börse ihre globale Präsenz und ihr Angebot weiter ausgebaut.

Im Jahr 2024 erhielt die in Singapur ansässige Tochtergesellschaft von Upbit von der Monetary Authority of Singapore eine Lizenz als Großzahlungsinstitut, die es ihr ermöglicht, Dienstleistungen im Rahmen der singapurischen Regulierung anzubieten.

Die Börse war außerdem aktiv an der Notierung neuer Kryptowährungen beteiligt, was zu erheblichen Preissteigerungen für diese Token führte.

Beispielsweise stieg der W-Token von Wormhole nach seiner Notierung bei Upbit im Oktober um über 20 %, während der CKB-Token von Nervos Network nach seinem Debüt im September einen Sprung von 110 % erlebte.