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Marktanteil chinesischer Elektroautohersteller sinkt in Europa im vierten Monat in Folge des Zolldrucks

Marktanteil chinesischer Elektroautohersteller sinkt in Europa im vierten Monat in Folge des Zolldrucks
Vatsala Gaur
29. Nov. 2024, 08:12 AM
  • Der Marktanteil chinesischer Elektrofahrzeughersteller in Europa sank im Oktober auf 8,2 Prozent, ein Rückgang seit vier Monaten in Folge.
  • Die Verkäufe von BYD in Europa haben sich im Oktober verdoppelt und damit zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten MG überholt.
  • MG bleibt seit Jahresbeginn der Spitzenreiter unter den chinesischen Marken in Europa.

Chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) stehen in Europa vor wachsenden Herausforderungen, da ihr Marktanteil in der Region im Oktober den vierten Monat in Folge weiter zurückging.

Dem Marktforschungsinstitut Dataforce zufolge entfielen im vergangenen Monat lediglich 8,2 Prozent der europäischen Elektroauto-Zulassungen auf chinesische Marken wie MG (SAIC Motor Corp.) und BYD Co.; im September waren es 8,5 Prozent gewesen.

Der Rückgang fällt mit der Einführung neuer Zölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge durch die Europäische Union zusammen, die im Juli vorläufig begannen und am 30. Oktober endgültig in Kraft traten.

Diese Zölle, die die Einfuhrgebühren auf bis zu 45 Prozent erhöhen, haben die einst schnelle Expansion chinesischer Marken auf diesem wichtigen Überseemarkt gebremst.

Julian Litzinger, Analyst bei Dataforce, bemerkte, dass chinesische Hersteller im Oktober offenbar größere Liefermengen vermieden hätten.

„Es wird sehr interessant sein zu sehen, was im November passiert“, sagte er in einem Bericht von Bloomberg und deutete an, dass die Hersteller ihre Strategien als Reaktion auf die Zölle anpassen könnten.

BYD bleibt trotz Herausforderungen ein wichtiger Akteur

Unter den chinesischen Marken hat BYD trotz dieser Gegenwinde seine Präsenz in Europa weiter ausgebaut.

Laut Jato Dynamics verkaufte BYD zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten mehr Fahrzeuge als MG. Im Oktober haben sich die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und beliefen sich auf 4.630 Fahrzeuge.

Dieses Wachstum erfolgt im Zuge der Intensivierung seiner Europaaktivitäten des Unternehmens, zu denen auch ein großer Sponsoringvertrag und strategische Neueinstellungen bei Wettbewerbern wie Stellantis NV gehören.

Auch Executive Vice President Stella Li war maßgeblich an der Expansion von BYD in Europa beteiligt und verbrachte viel Zeit in der Region, um die Expansionsbemühungen zu überwachen.

Trotz BYDs Fortschritten liegt MG bei den Gesamtverkäufen für dieses Jahr weiterhin vorn: Bis Oktober wurden 63.895 Fahrzeuge zugelassen – fast doppelt so viele wie BYD.

Doch die Verkaufszahlen von MG im Oktober sprechen eine andere Sprache: Die Auslieferungen sanken um 56 % auf 3.846 Fahrzeuge.

Zölle und Handelsspannungen verändern die Automobilindustrie

Die Einführung neuer EU-Zölle hatte nicht nur Auswirkungen auf die chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen, sondern führte auch zu Störungen in der gesamten Automobilindustrie.

Diese Zölle gelten für alle in China hergestellten Elektrofahrzeuge, einschließlich der Importfahrzeuge westlicher Marken wie Volkswagen und BMW.

Die gestiegenen Kosten haben zu Verzögerungen bei Projekten geführt, beispielsweise bei den Plänen der Chery Automobile Co., mit der Produktion von Elektrofahrzeugen in einer modernisierten Fabrik in Barcelona zu beginnen.

Angesichts der wachsenden Handelsspannungen ist die globale Automobilindustrie mit zunehmender Unsicherheit konfrontiert.

Dieser Trend könnte sich durch die erwarteten Bemühungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump um zusätzliche Zölle beschleunigen.

Um diese Herausforderungen zu mildern, investieren einige chinesische Hersteller in lokale Fabriken und Versorgungsnetze in Europa. Dieser Schritt soll die Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die heimische Industrie zerstreuen.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Strategie langfristig wirksam ist.

Europäischer Markt für Elektroautos kämpft mit sinkenden Subventionen

Die Herausforderungen, mit denen chinesische Hersteller konfrontiert sind, sind Teil einer allgemeinen Abschwächung des europäischen Marktes für Elektrofahrzeuge.

Große Länder wie Deutschland haben Subventionen abgebaut, die einst die Nachfrage ankurbelten, was zu einem Rückgang der Zulassungen batteriebetriebener Elektrofahrzeuge um 1,7 Prozent seit Jahresbeginn beigetragen hat.

Während im Oktober ein bescheidenes Wachstum bei den Registrierungen von 6,9 % zu verzeichnen war, bleibt der Gesamtmarkt verhalten.

Diese Verlangsamung hatte Auswirkungen auf die gesamte Branche.

Berichten zufolge erwägt Volkswagen , in Deutschland Fabriken zu schließen, und Stellantis hat in Italien aufgrund schwacher Verkaufszahlen in Europa die Produktion des Elektrofahrzeugs Fiat 500 gedrosselt.

Chinesische Dominanz in der Elektrofahrzeugtechnologie bleibt bestehen

Trotz ihrer Schwierigkeiten in Europa bleiben chinesische Hersteller führend in der Elektrofahrzeugtechnologie.

Diese Dominanz wurde durch die jüngste Insolvenz des schwedischen Batterieherstellers Northvolt AB unterstrichen, der einst als potenzieller Konkurrent der chinesischen Batterieproduzenten galt.

Der größte Anteilseigner von Northvolt, die Volkswagen AG, hatte in dem Unternehmen eine Möglichkeit gesehen, dem Einfluss Chinas auf dem Batteriemarkt entgegenzuwirken.

In der Zwischenzeit hat die chinesische Regierung einheimische Hersteller ermutigt, wichtige Technologien für Elektrofahrzeuge im Land zu belassen.

Mit dieser Politik wollen wir Chinas Wettbewerbsvorteil angesichts der wachsenden globalen Handelsspannungen festigen.