Prognose für den Aktienkurs von Lloyds vor der Zinsentscheidung der BoE

Prognose für den Aktienkurs von Lloyds vor der Zinsentscheidung der BoE
Crispus Nyaga
12. Dez. 2024, 10:14 AM
  • Der Aktienkurs von Lloyds ist in diesem Jahr um über 20 % gestiegen.
  • Die britische Wirtschaft hat 2024 besser abgeschnitten als erwartet.
  • Die Bank of England wird nächste Woche die Zinssätze senken.

Der Aktienkurs von Lloyds hat in diesem Jahr eine gute Entwicklung gezeigt und die Performance anderer großer europäischer Banken widergespiegelt. Er ist in diesem Jahr um über 20 % gestiegen und hat damit den FTSE 100-Index übertroffen, der um fast 8 % gestiegen ist.

Warum der Aktienkurs von Lloyds gestiegen ist

Lloyds Bank ist der größte Hypothekengeber im Vereinigten Königreich. Neben seiner gleichnamigen Marke besitzt es Unternehmen wie Halifax, Bank of Scotland, Scottish Widows, MBNA, Schroders Personal Wealth, Lex Autolease und Blackhorse. Es bedient über 25 Millionen Kunden im Vereinigten Königreich.

LLoyds Bank – zusammen mit Tesco – gilt als Indikator für die britische Wirtschaft, da es im Ausland nicht über eine große Präsenz verfügt. Daher hat sich der Aktienkurs gut entwickelt, da die britische Wirtschaft widerstandsfähiger war als erwartet.

Das Unternehmen konnte auch weiterhin starke Finanzergebnisse verzeichnen, was auf die höheren Zinssätze zurückzuführen ist. Wie andere Zentralbanken hat auch die Bank of England (BoE) die Zinssätze angehoben, um die hohe Inflation einzudämmen.

Banken wie Lloyds profitieren normalerweise von hohen Zinssätzen, da diese zu höheren Nettozinsspannen führen. In letzter Zeit gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass die Auswirkungen der höheren Zinssätze nachlassen.

Die jüngsten Finanzergebnisse zeigten, dass das Nettozinsergebnis bei 9,6 Milliarden Pfund lag, was einem Rückgang von 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Rückgang wurde durch einen Anstieg der sonstigen Erträge wie Gebühren um 9 % ausgeglichen.

Das Unternehmen bekräftigte, dass sein Geschäft in diesem Jahr gut laufen wird. Es erwartet, dass seine Nettozinsspanne über 290 Basispunkten liegen wird und dass seine Eigenkapitalrendite (RoTE) bei etwa 13 % liegen wird.

Auch Lloyds Bank hat seine Ausschüttungen an die Anleger erhöht. Dies ist möglich, weil das CET1-Verhältnis bei 14,6 % liegt. Das Unternehmen hofft, dass das CET1-Verhältnis in naher Zukunft auf etwa 13 % sinken wird. Die Dividendenrendite der Bank liegt bei etwa 5,32 % und damit höher als die Rendite des FTSE 100 von 3,58 %.

Der nächste wichtige Katalysator für den Aktienkurs von Lloyds wird die Entscheidung der Bank of England (BoE) nächste Woche sein. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die Bank die Zinsen um 0,25 % senken wird, was der dritte Zinssenkungsmassnahmen in Folge wäre. Sie wird dann andeuten, dass sie 2025 weitere Zinssenkungen vornehmen wird.

Idealerweise sollte der Aktienkurs von Lloyds sinken, wenn die Bank of England die Zinsen senkt. Die Senkungen scheinen jedoch bereits eingepreist zu sein, und die Auswirkungen höherer Zinsen haben in den letzten Quartalen nachgelassen.

Aktienkursanalyse von Lloyds

Das Tagesdiagramm zeigt, dass der LLOY-Aktienkurs in den letzten Monaten einen starken Abwärtstrend aufweist. Er ist unter das 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau von 56,70 Pence gefallen.

Die Aktie ist auch unter die exponentiellen gleitenden Durchschnitte (EMA) der 50- und 100-Tage gefallen.

Glücklicherweise hat es bei der 38,2%-Retracement-Marke bei 52,62 p etwas Unterstützung gefunden. Ein Rückgang unter dieses Niveau würde daher den bärischen Trend bestätigen und die Möglichkeit eröffnen, dass die Aktie auf die 50%-Retracement-Marke bei 49 p fällt.