Trump-Regierung plant strengere Beschränkungen für chinesische Chips, aufbauend auf Bidens Politik: Bericht

Trump-Regierung plant strengere Beschränkungen für chinesische Chips, aufbauend auf Bidens Politik: Bericht
Utkarsh Roshan
25. Feb. 2025, 16:20 PM
  • Die Regierung von Donald Trump verschärft die US-amerikanischen Beschränkungen für Halbleiterlieferungen an China.
  • Die Regierung prüft auch weitere Beschränkungen für Nvidia-Chips.
  • Nvidias CEO Jensen Huang hatte zuvor Bedenken hinsichtlich der US-amerikanischen Beschränkungen für den Chip-Export geäußert.

Laut einem Bloomberg-Bericht verschärft die Regierung von Donald Trump die US-amerikanischen Beschränkungen für Halbleiter gegenüber China und baut damit auf Maßnahmen auf, die unter Joe Biden eingeführt wurden, um Pekings technologische Fortschritte zu begrenzen.

US-Beamte haben mit ihren japanischen und niederländischen Kollegen Gespräche über die Einschränkung des Service von Halbleiteranlagen in China durch Ingenieure von Tokyo Electron Ltd. und ASML Holding NV geführt.

Die USA haben bereits ähnliche Beschränkungen für amerikanische Chipausrüstungshersteller wie Lam Research, KLA und Applied Materials verhängt.

Neben Verboten der Gerätewartung erwägt die Regierung auch Sanktionen gegen bestimmte chinesische Chiphersteller.

Biden-Beamte erwogen, ChangXin Memory Technologies (CXMT) den Zugang zu US-Technologie zu verwehren, verzichteten jedoch aufgrund des Widerstands Japans darauf.

Unterdessen prüft Trumps Team strengere Beschränkungen für die Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC), deren US-Exporte derzeit einer Einzelfallprüfung unterzogen werden.

Beamte befürchten, dass dieser Ansatz es SMIC ermöglicht, über Mittelsmänner an beschränkte Werkzeuge zu gelangen.

Nvidia-Chips und Exportkontrollen für KI

Die Regierung prüft außerdem weitere Beschränkungen für Nvidia-Chips, darunter auch solche, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurden.

In der letzten Woche von Bidens Präsidentschaft setzte seine Regierung die Regelung zur KI-Verbreitung um, die Länder anhand von Schwellenwerten für die KI-Rechenleistung in drei Stufen einteilte.

Trump-Beamte diskutieren derzeit über eine Vereinfachung und Stärkung dieses Rahmens, möglicherweise durch eine Senkung der Grenze für KI-Chip-Exporte, die keine Lizenz benötigen.

Ein diskutierter Vorschlag würde die Anzahl der Grafikprozessoren (GPUs) reduzieren, die Chiphersteller ohne vorherige US-Genehmigung exportieren dürfen.

Die derzeitige Beschränkung erlaubt es Unternehmen, nach Benachrichtigung der Regierung die Äquivalenz von 1.700 GPUs in die meisten Länder zu versenden.

Trump-Beamte erwägen, diese Schwelle zu senken und die Zahl der für den Export von KI-Chips erforderlichen Lizenzen zu erhöhen.

Nvidias CEO Jensen Huang hatte zuvor Bedenken hinsichtlich der US-amerikanischen Beschränkungen für den Chip-Export geäußert, insbesondere derjenigen, die auf China abzielen.

Huang argumentiert, dass solche Kontrollen die globale KI-Innovation behindern und unbeabsichtigt Wettbewerbern zugutekommen könnten, da Beschränkungen Unternehmen dazu veranlassen könnten, alternative Lieferanten und Lösungen außerhalb der USA zu suchen.

Huang hatte die Hoffnung geäußert, dass Trump einen weniger restriktiven Regulierungsansatz als Biden verfolgen würde.

Umsetzung der KI-Exportbeschränkungen

Trotz bestehender Beschränkungen sollen chinesische Unternehmen Wege gefunden haben, an fortschrittliche Halbleiter zu gelangen.

Berichten zufolge untersuchen US-Behörden, ob das chinesische KI-Startup DeepSeek über Dritte in Singapur verbotene Nvidia-Chips bezogen und so Exportkontrollen umgangen hat.

Der Erfolg von Trumps erweiterten Beschränkungen wird von der Zusammenarbeit mit Verbündeten abhängen, insbesondere mit Japan und den Niederlanden, die eine entscheidende Rolle in den globalen Halbleiterlieferketten spielen.

Die Niederlande hatten zuvor eine informelle Vereinbarung mit den USA über die Beschränkung von Wartungsleistungen für China getroffen, die Umsetzung jedoch nach Trumps Wahlsieg ausgesetzt.

Japan hatte sich zuvor aus Sorge vor Unterbrechungen der Lieferketten gegen eine vollständige Blockade von ChangXin Memory Technologies (CXMT) gewehrt.

Neue Beschränkungen könnten sich über Monate hinziehen, da die Trump-Regierung wichtige Ernennungen in den Behörden abschließt.

Washington prüft derweil noch, wie weit die Verbündeten bei der Verschärfung der Halbleiterbeschränkungen gegen China gehen werden.