Getreideabkommen wiederbelebt? Russland stellt Bedingungen für Schwarzmeer-Vereinbarung

Getreideabkommen wiederbelebt? Russland stellt Bedingungen für Schwarzmeer-Vereinbarung
Sayantan Sarkar
26. März 2025, 12:13 PM
  • Der Kreml stellte mehrere Bedingungen für die Wiederbelebung des Getreideabkommens im Schwarzen Meer und verwies dabei auf zuvor ignorierte Probleme.
  • Die USA haben separate Abkommen mit der Ukraine und Russland vermittelt, um den Konflikt im Schwarzen Meer zu deeskalieren.
  • Russland wünscht sich die Wiedereingliederung seiner Agrarbank Rosselkhozbank in das internationale SWIFT-System.

Der Kreml erklärte am Mittwoch, die Wiederaufnahme des von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelten Getreideabkommens für das Schwarze Meer sei an die Erfüllung mehrerer Bedingungen geknüpft.

Diese Aussage spielt auf eine frühere Vereinbarung an, bei der die Bedenken Russlands angeblich ignoriert wurden, berichtete Reuters.

Kremls Bedingungen für die Wiederaufnahme des Abkommens

Das Abkommen, das den sicheren Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglichte, war entscheidend für die Abmilderung der globalen Nahrungsmittelknappheit.

Im Jahr 2023 zog sich Moskau jedoch aus dem 2022 von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelten Getreideabkommen für das Schwarze Meer zurück und begründete dies mit nicht eingehaltenen Zusagen zur Erleichterung russischer Lebensmittel- und Düngemittelexporte.

Das Beharren des Kremls auf Vorbedingungen unterstreicht die Komplexität der Wiederaufnahme des Abkommens und verdeutlicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, der die Anliegen aller Beteiligten berücksichtigt.

Von den USA vermittelte Abkommen

Die USA haben erfolgreich separate Abkommen mit der Ukraine und Russland vermittelt, die auf eine Deeskalation des anhaltenden Konflikts abzielen.

Der Kernbestandteil dieser Vereinbarungen umfasst die Einstellung der Feindseligkeiten im Schwarzmeergebiet und die Verpflichtung, Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur zu stoppen.

In einem bedeutenden Schritt hat die USA auch zugesagt, sich für die Aufhebung bestimmter gegen Moskau verhängter Sanktionen einzusetzen.

Obwohl westliche Sanktionen russische Exporte von Lebensmitteln und Düngemitteln nicht direkt betreffen, behauptet Moskau, dass diese Sanktionen Hindernisse für die Lieferungen geschaffen haben.

Diese Hindernisse resultieren aus Beschränkungen bei Zahlungen, Logistik und Versicherungen, die Russlands Fähigkeit zum Export dieser lebenswichtigen Güter erheblich beeinträchtigt haben.

Russlands SWIFT-Antrag

Russland hat auch versucht, seine staatliche Agrarbank Rosselkhozbank wieder in das internationale Zahlungssystem SWIFT zu integrieren.

Dieser Schritt wird als entscheidend für die Erleichterung des internationalen Handels und der Finanztransaktionen für den russischen Agrarsektor angesehen.

Die Wiederanbindung an SWIFT liegt jedoch nicht allein in der Hand Russlands.

Dies würde die Zustimmung und Zusammenarbeit europäischer Länder erfordern, die aufgrund bestehender Sanktionen und geopolitischer Spannungen derzeit einen erheblichen Einfluss innerhalb des SWIFT-Netzwerks ausüben.

Die mögliche Wiederanbindung der Rosselkhozbank an SWIFT könnte Teil einer umfassenderen Verhandlung oder Vereinbarung zwischen Russland und europäischen Staaten sein.

Diese Vereinbarung kann Zugeständnisse oder Kompromisse beider Seiten beinhalten, möglicherweise auch die Lockerung bestimmter Sanktionen oder Beschränkungen gegen Russland im Austausch für die Erfüllung spezifischer Bedingungen oder Verpflichtungen.

Mögliche Auswirkungen

Die Auswirkungen eines solchen Schrittes sind vielfältig. Für Russland würde er einen Schritt zur Normalisierung seiner Finanzbeziehungen mit der internationalen Gemeinschaft und zur Stärkung seiner Agrarexporte bedeuten.

Für europäische Länder könnte dies eine Gelegenheit darstellen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern und möglicherweise das Verhalten Russlands in anderen Bereichen zu beeinflussen.

Es könnte jedoch auch Kritik von denen hervorrufen, die es als Beschwichtigung Russlands oder als Untergrabung bestehender Sanktionen ansehen.

„Was die Getreideinitiative im Schwarzen Meer betrifft, so kann sie aktiviert werden, nachdem eine Reihe von Bedingungen erfüllt sind“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber Reportern.