Hertz und Avis verzeichnen einen Anstieg, da Trumps Autozölle einen Boom bei Mietwagen auslösen.

Hertz und Avis verzeichnen einen Anstieg, da Trumps Autozölle einen Boom bei Mietwagen auslösen.
Vatsala Gaur
27. März 2025, 20:28 PM
  • Die Aktien von Hertz und Avis stiegen um über 23 %, da Zölle die Verbraucher möglicherweise zu Mietwagen treiben könnten.
  • Autoteilehändler profitierten, da mit steigenden Autopreisen auch die Reparaturkosten steigen könnten.
  • Die Aktien von Ford, GM und Stellantis fielen, da die Automobilhersteller unter Ergebnisdruck stehen.

Die Aktien von Hertz (HTZ) und Avis Budget Group (CAR) stiegen am Donnerstag sprunghaft an, nachdem US-Präsident Donald Trump einen Plan zur Erhebung eines 25-prozentigen Zolls auf importierte Fahrzeuge angekündigt hatte.

Die vorgeschlagenen Abgaben dürften die Autopreise erhöhen und möglicherweise mehr Verbraucher dazu bewegen, Mietwagen anstatt Neuwagen zu kaufen.

Die Hertz-Aktien stiegen um 23,8 %, während Avis Budget um 23 % zulegte. Dies markiert eine deutliche Erholung, nachdem beide Unternehmen im vergangenen Jahr fast die Hälfte ihres Wertes verloren hatten.

Analysten führen den Anstieg auf die wachsenden Erwartungen zurück, dass steigende Fahrzeugkosten Mietwagen für Verbraucher zu einer attraktiveren Option machen könnten.

„Diese Mietwagenfirmen profitieren tatsächlich von den Zöllen, denn wenn die Autopreise steigen, denken sich vielleicht einige Leute: ‚Wissen Sie was? Ich reise nicht so viel. Ich miete einfach ein Auto‘“, sagte Dennis Dick, Chefstratege des Stock Trader Network.

Der plötzliche Kursanstieg wurde auch durch einen Short Squeeze befeuert, da Anleger, die gegen Hertz und Avis gewettet hatten, sich beeilten, ihre Positionen zu decken.

Laut Daten von LSEG waren 13 % der Avis-Aktien und 14,5 % der Hertz-Aktien in Short-Positionen, was sie besonders anfällig für einen schnellen Preisanstieg machte.

Autoteilebranche verzeichnet Gewinne, da Verbraucher voraussichtlich ihre Fahrzeuge behalten werden.

Die Auswirkungen der Zölle werden sich voraussichtlich über Mietwagen hinaus erstrecken, wobei Analysten vorhersagen, dass mehr Verbraucher ihre bestehenden Fahrzeuge länger behalten werden.

Diese Verschiebung könnte die Nachfrage nach Autoteilen und Reparaturdienstleistungen ankurbeln und Unternehmen im Aftermarket-Sektor zugutekommen.

Die Aktien führender Autoteilehändler spiegelten diese Aussichten wider: O'Reilly Automotive und AutoZone legten jeweils um etwa 2,5 % zu, während Advance Auto Parts einen Anstieg von 5,4 % verzeichnete.

Analysten von JP Morgan stellten fest, dass sowohl die Reparaturhäufigkeit als auch der Umfang der Reparaturen zunehmen könnten, da die Verbraucher den Kauf neuer Autos hinauszögern.

Autohersteller stehen aufgrund der Zölle unter finanziellem Druck.

Während Mietwagenfirmen und Teilelieferanten von den Nachrichten profitierten, sahen sich die großen Automobilhersteller mit wachsenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung durch die vorgeschlagenen Zölle konfrontiert.

Die Aktien von Ford, General Motors und Stellantis fielen zwischen 1,2 % und 5,8 %, da die Anleger die umfassenderen Auswirkungen bewerteten.

Laut Bernstein-Analysten würden die 25%igen Zölle die Kosten für den Automobilsektor um etwa 110 Milliarden Dollar erhöhen, was zu einer geschätzten Preiserhöhung von 6.700 Dollar pro Fahrzeug führen würde.

Die finanziellen Auswirkungen könnten gravierend sein, wobei Ford und GM mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern von bis zu 30 % rechnen müssen.

Stellantis, das einen erheblichen Teil seiner Produktion in den USA und Mexiko ansiedelt, könnte vergleichsweise geringere Auswirkungen spüren.

Tesla positioniert sich, um von sich verändernden Marktdynamiken zu profitieren.

Unter den Automobilherstellern scheint Tesla am wenigsten von dem Tarifplan betroffen zu sein.

Analysten hoben hervor, dass Teslas stärker lokalisierte Produktionsstruktur dem Unternehmen einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern verschafft, die stark auf importierte Teile und Fahrzeuge angewiesen sind.

Die finanziellen Auswirkungen der Zölle werden sich voraussichtlich allmählich bemerkbar machen, wobei bestehende Lagerbestände die Auswirkungen im zweiten Quartal abmildern werden.

Analysten warnen jedoch davor, dass die Automobilhersteller im dritten Quartal mit steigendem Kostendruck konfrontiert sein könnten, da kurzfristige Abhilfemaßnahmen nachlassen.

Ohne eine signifikante Umstellung der Lieferketten könnten die Hersteller bis 2026 einen zusätzlichen Gewinneinbruch von 20 % verzeichnen.

Während die Diskussionen über die vorgeschlagenen Zölle andauern, steht der Automobilsektor vor einer Phase der Unsicherheit mit potenziellen Auswirkungen auf Verbraucher, Hersteller und die gesamte Wirtschaft.