DAX-Index trotz Zöllen stabil: Ist er heute ein guter Kauf?

DAX-Index trotz Zöllen stabil: Ist er heute ein guter Kauf?
Crispus Nyaga
28. März 2025, 06:39 AM
  • Der DAX-Index hat sich in den letzten Monaten stabil gehalten.
  • Deutsche Autohersteller wie Porsche sind von US-Zöllen bedroht.
  • Der Index wird in den kommenden Wochen wahrscheinlich sehr volatil sein.

Der DAX-Index ist in diesem Monat ins Stocken geraten, da die Anleger die zunehmenden Spannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten beobachten. Der Index, der die größten Unternehmen Deutschlands abbildet, erreichte in diesem Monat einen Höchststand von 23.470 € und fiel dann am Donnerstag auf ein Tief von 22.500 €.

Deutsche Autohersteller unter Druck

Der DAX-Index gab am Donnerstag nach, nachdem Donald Trump bestätigt hatte, dass die USA ab nächster Woche neue Zölle auf europäische Autos erheben würden. Die Zölle werden von etwa 2 % auf 25 % steigen – eine gewaltige Veränderung, die in Deutschland spürbar sein wird.

Ein Zoll von 25 % bedeutet, dass ein Auto, das jetzt 50.000 Dollar kostet, in den Vereinigten Staaten mindestens 75.500 Dollar mehr kosten wird. Das liegt daran, dass diese Zölle im Laufe der Zeit letztendlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Kunden hingegen werden sich nun für in Amerika hergestellte Autos entscheiden, die mit weniger Zöllen belegt sind. Das bedeutet, dass die Gefahr besteht, dass die deutschen Fahrzeugimporte in die Vereinigten Staaten zurückgehen, da die Unternehmen ihre Werke in den USA schnell ausbauen.

Die USA sind ein entscheidender Markt für deutsche Automobilhersteller wie BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz und Porsche. Theoretisch wäre ein Unternehmen wie BMW weniger betroffen, da sich seine größte Fabrik weltweit in South Carolina befindet.

Porsche wird am stärksten von den DAX-Indexwerten betroffen sein, da die USA zu seinem größten Markt geworden sind und das Unternehmen alle seine Fahrzeuge in Deutschland produziert. Obwohl seine Kunden wohlhabend sind, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass viele von ihnen vorsichtig sein werden. Dies erklärt, warum der Porsche-Aktienkurs… ist in diesem Jahr um 16 % eingebrochen und damit nach Vonovia der zweitschlechteste Wert im Index.

Andere deutsche Autowerte halten sich in diesem Jahr stabil, teilweise weil Anleger glauben, dass Donald Trump nur einen Deal will. Die BMW-Aktie ist in diesem Jahr um 1 % gefallen, während Daimler Truck, Mercedes-Benz Group und Volkswagen leicht gestiegen sind.

Diese Aktien werden wahrscheinlich unter Druck geraten, wenn sich der Handelskrieg zwischen den USA und Deutschland verschärft.

Deutsche Staatsausgaben

Der Hauptgrund, warum der DAX-Index trotz zunehmender Herausforderungen stabil geblieben ist, liegt in der erwarteten Steigerung der Staatsausgaben in diesem Jahr.

In diesem Monat stimmte das Parlament der Einrichtung eines 500 Milliarden Euro schweren Infrastrukturfonds und der Lockerung der Kreditvergaberegeln zu. Der Großteil dieser Mittel wird nun in die Verteidigungsausgaben fließen, da Bedenken hinsichtlich der Haltung von Donald Trump und JD Vance gegenüber Europa bestehen.

Das erklärt, warum Unternehmen mit Infrastrukturbezug in diesem Jahr den DAX-Index anführen. Der Aktienkurs von Rheinmetall ist in diesem Jahr um 120 % gestiegen, während Heidelberg Materials um 40 % zugelegt hat.

Die weiteren Top-Gewinner im DAX sind Commerzbank, Allianz, Deutsche Bank, Bayer und Siemens. Commerzbank profitiert von der anhaltenden Rallye der europäischen Bankaktien und der Hoffnung, dass Unicredit noch in diesem oder im nächsten Jahr einen Schritt unternehmen wird.

DAX-Indexanalyse

DAX-Chart von TradingView

Das Tageschart zeigt, dass sich der DAX-Index in den letzten Monaten in einer engen Spanne bewegt hat. Er erreichte mit 23.470 € einen Höchststand.

Der Index ist über dem 50-Tage-Exponential Moving Average (EMA) geblieben, ein Zeichen dafür, dass die Bullen die Kontrolle haben. Er hat auch ein bullisches Flaggenmuster gebildet.

Daher wird der Index wahrscheinlich noch eine Weile unter Druck bleiben, solange die Sorgen um Zölle anhalten. Weitere Gewinne werden bestätigt, wenn der Index über das Allzeithoch von 23.470 € steigt. Ein Rückgang unter die Unterstützung bei 22.400 € würde die bullische Sichtweise widerlegen.