Dow Jones stürzt um über 2000 Punkte ab, nachdem China Vergeltungszölle verhängt hat; Technologieaktien führen den Wall-Street-Einbruch an.

Dow Jones stürzt um über 2000 Punkte ab, nachdem China Vergeltungszölle verhängt hat; Technologieaktien führen den Wall-Street-Einbruch an.
Srinibas Rout
04. Apr. 2025, 21:11 PM
  • Der Dow Jones Industrial Average stürzte um unglaubliche 2.011 Punkte oder 4,98 % ab.
  • Der S&P 500 Index folgte dem Beispiel und fiel am Freitag um 5,4 %, nachdem er am Vortag bereits 4,84 % verloren hatte.
  • Der Benchmark-Index ist nun 17 % unter seinem Höchststand und nähert sich damit dem Bärenmarkt.

Die Wall Street erlebte am Freitag einen weiteren brutalen Ausverkauf, wobei die wichtigsten US-Aktienindizes den stärksten zweitägigen Rückgang seit der Pandemiezeit verzeichneten, nachdem China mit umfassenden Vergeltungszöllen auf amerikanische Waren reagiert hatte.

Investoren bereiten sich nun auf eine mögliche globale Rezession vor, die durch die eskalierenden Handelsspannungen unter der Regierung von Präsident Donald Trump ausgelöst werden könnte.

Der Dow Jones Industrial Average stürzte um unglaubliche 2.011 Punkte oder 4,98 % ab und verzeichnete damit seinen stärksten Tagesverlust seit Juni 2020.

Zusammen mit dem Einbruch von 1.679 Punkten am Donnerstag ist der Blue-Chip-Index nun um 14 % von seinem jüngsten Rekordhoch gefallen, da die Befürchtungen eines ausgewachsenen Handelskrieges mit China zunehmen.

Der S&P 500 Index folgte dem Beispiel und fiel am Freitag um 5,4 %, nachdem er am Vortag bereits 4,84 % verloren hatte.

Der Benchmark-Index ist nun 17 % unter seinem Höchststand und nähert sich damit dem Bärenmarkt.

Der technologieorientierte Nasdaq Composite stürzte derweil um 5,5 % ab und setzte damit den Verlust von 6 % am Donnerstag fort. Er liegt nun 22 % unter seinem Höchststand vom Dezember – nach Wall-Street-Standards ein offizieller Bärenmarkt.

Die Anlegerangst stieg sprunghaft an, nachdem das chinesische Handelsministerium einen saftigen 34%igen Zoll auf alle US-Waren angekündigt hatte – ein Schritt, der die Hoffnungen auf diplomatische Verhandlungen zunichtemachte und stattdessen eine Eskalation des Wirtschaftskrieges bestätigte.

Die aggressiven Gegenmaßnahmen schürten die Befürchtung, dass die globalen Lieferketten und exportabhängigen Industrien schwerwiegend gestört würden.

Technologieaktien trugen die Hauptlast des Börsensturzes am Freitag, wobei einige der größten US-Unternehmen aufgrund ihrer Abhängigkeit von chinesischen Märkten erhebliche Verluste erlitten.

Apple-Aktien stürzten um 7 % ab und summierten sich damit auf einen Wochenverlust von 13 %. Nvidia, ein wichtiger Akteur auf den Märkten für künstliche Intelligenz und Halbleiter, verlor 8 %. Tesla erlitt ebenfalls einen herben Rückschlag und sank inmitten zunehmender handelsbezogener Unsicherheit um 10 %.

Auch große Industrieexporteure blieben nicht verschont. Boeing und Caterpillar, beide stark von der internationalen Nachfrage abhängig, fielen um 9 % bzw. 6 % und zogen den Dow nach unten.

Über Zölle hinaus erhöhte Peking den Druck auf amerikanische Unternehmen, indem es seine „Liste unzuverlässiger Unternehmen“ erweiterte, die sich gegen Unternehmen richtet, denen Verstöße gegen Marktregeln vorgeworfen werden. Darüber hinaus leiteten chinesische Regulierungsbehörden eine Kartelluntersuchung gegen den Chemiekonzern DuPont ein, was zu einem Kurssturz von 12 % führte.

In einem klassischen Fluchtverhalten der Anleger strömten diese in Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury-Note sank unter 4 %, was auf einen Ansturm auf sichere Anlagen hindeutet, während die Aktienmärkte einbrachen.

Inzwischen stieg der CBOE Volatility Index (VIX) – allgemein bekannt als Wall Streets „Angstbarometer“ – über 40, ein Niveau, das typischerweise mit intensiver Marktpanik in Verbindung gebracht wird.

Inmitten des Marktchaos zeichnete der Arbeitsmarktbericht für März ein gemischtes Bild.

Die US-Wirtschaft schuf 228.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, die Arbeitslosenquote stieg jedoch auf 4,2 %.

Präsident Trump hingegen feierte die Daten auf seiner Plattform Truth Social und behauptete, seine Zollstrategie zahle sich bereits aus.

Mit der Verschärfung des Handelskrieges beobachten die Marktteilnehmer nun genau weitere Vergeltungsmaßnahmen Pekings und mögliche politische Reaktionen der Federal Reserve, die bereits mit Inflationsdruck und verlangsamtem Wachstum zu kämpfen hat.