Apple und Meta wegen Verstößen gegen die EU-DMA mit 1,8 Milliarden € bestraft
- Core Technology Fee wird als Hindernis für die Verbreitung von Drittanbieter-Apps angesehen
- Metas Marketplace verliert aufgrund sinkender Nutzerzahlen seine Gatekeeper-Position
- Unternehmen haben zwei Monate Zeit zur Einhaltung der Vorschriften, andernfalls drohen weitere Strafen
Die Europäische Union hat umfassende Durchsetzungsmaßnahmen gegen Apple und Meta eingeleitet und den Technologiekonzernen vorgeworfen, mit Geschäftspraktiken, die angeblich den Wettbewerb einschränken und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher beeinträchtigen, gegen das Gesetz über digitale Märkte (DMA) zu verstoßen.
Apple wurde mit einer Geldstrafe von 1,8 Milliarden € belegt, weil es App-Entwicklern verboten hatte, Nutzer auf günstigere Alternativen außerhalb seines App Stores zu verweisen.
Unterdessen steht Meta wegen seines „pay-or-consent“-Modells auf Facebook und Instagram unter Beobachtung, da EU-Regulierungsbehörden darin einen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen sehen. Beide Unternehmen müssen innerhalb von zwei Monaten Abhilfe schaffen oder riskieren zusätzliche Strafen.
Apple wegen App Store-Beschränkungen zu 1,8 Milliarden € Strafe verurteilt
Die finanzielle Strafe für Apple resultiert aus den von der Europäischen Kommission als „technische und kommerzielle Beschränkungen“ bezeichneten Maßnahmen, die Entwickler davon abhielten, Nutzer über alternative Kaufoptionen außerhalb des iOS App Store zu informieren.
Laut Regulierungsbehörden stellen diese Maßnahmen einen klaren Verstoß gegen das DMA dar, das im Mai 2023 in Kraft trat, um wettbewerbswidriges Verhalten sogenannter Gatekeeper – großer Plattformen, die als Zugangspunkte zwischen Unternehmen und Nutzern fungieren – zu bekämpfen.
Die Untersuchung der Kommission ergab, dass Apple App-Entwickler nicht nur daran hinderte, günstigere Abonnements oder Dienste außerhalb seines Ökosystems zu bewerben, sondern auch Praktiken anwendete, die Nutzer davon abhielten, Drittanbieteroptionen zu erkunden.
Obwohl Apple Änderungen an seinen Browsereinstellungen vornahm – ein Schritt, den die Regulierungsbehörden als konform einstuften – wurde das Unternehmen dennoch wegen der Einschränkung des Sideloadings und der Erhebung der sogenannten Core Technology Fee von Entwicklern, die alternative Vertriebskanäle nutzen, angeklagt.
Metas „pay-or-consent“-Modell in der Kritik
Meta steht auch wegen eines umstrittenen Modells im Rampenlicht, das im November 2023 eingeführt wurde. Im Rahmen dieses Modells müssen Facebook- und Instagram-Nutzer in der EU entweder der Nachverfolgung für gezielte Werbung zustimmen oder eine monatliche Gebühr für ein werbefreies Erlebnis zahlen.
Die Europäische Kommission argumentiert, dieses Modell verstoße gegen das DMA, da es keine echte Alternative zur Datenverfolgung biete.
Obwohl Meta laufende Gespräche mit EU-Regulierungsbehörden zur Überarbeitung des Modells führt, hat die Kommission darauf bestanden, dass das derzeitige System die Einwilligung der Nutzer nicht im Einklang mit den rechtlichen Standards respektiert.
Die Regulierungsbehörde erklärte, die binäre Option zwinge die Nutzer effektiv zur Annahme von Tracking, wodurch die freie Wahl und der Wettbewerb beeinträchtigt würden.
Meta, das die Entscheidung weiterhin anfechtet, erklärte, es werde im Vergleich zu seinen europäischen und chinesischen Wettbewerbern unfair behandelt.
Separate Apple-Untersuchung nach Einhaltung der Vorschriften eingestellt
Apple konnte in einer separaten Untersuchung, die sich auf die Auswahl von Browsern und Suchmaschinen auf iPhones konzentrierte, weitere Sanktionen vermeiden.
Die Kommission bestätigte am Mittwoch, dass die von Apple eingeführten Änderungen – die es Nutzern ermöglichen, einfach zu konkurrierenden Browsern und Suchmaschinen zu wechseln – ausreichten, um die DMA einzuhalten. Infolgedessen wurde diese spezielle Untersuchung nun abgeschlossen.
Dennoch steht Apple aufgrund umfassenderer Probleme bei der Verwaltung des App-Vertriebs weiterhin unter Druck. Die Kommission kritisierte die Bedingungen des Unternehmens für alternative App-Stores und argumentierte, dass diese Anreize für Entwickler abschwächen und keine fairen Wettbewerbsbedingungen bieten.
Die Einführung der Core Technology Fee wurde als erhebliche Hürde für Entwickler angesehen, die Apps außerhalb des offiziellen App Stores vertreiben wollten.
Metas Marketplace ist kein Gatekeeper mehr
In einer kleinen Erleichterung für Meta erklärte die Kommission, dass sie Metas Marketplace nicht mehr als Gatekeeper-Dienst im Sinne des DMA einstufen werde.
Diese Entscheidung folgt einem gemeldeten Rückgang der aktiven Nutzerzahlen, wodurch die für diese Einstufung erforderliche Schwelle unterschritten wurde.
Obwohl dies eine begrenzte Erleichterung darstellt, steht das Unternehmen weiterhin vor größeren Herausforderungen bei der Erfüllung der Compliance-Verpflichtungen im digitalen Werbeökosystem.
Sowohl Apple als auch Meta haben zwei Monate Zeit, um sich an die neuen EU-Richtlinien anzupassen, andernfalls drohen ihnen zusätzliche Sanktionen, darunter tägliche Bußgelder von bis zu 5 % ihres weltweiten Umsatzes.
Die Maßnahmen der EU stellen eine erhebliche Eskalation der regulatorischen Aufsicht dar, die darauf abzielt, die Marktmacht der großen Technologieunternehmen in ganz Europa einzudämmen.
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