US-Verbrauchervertrauen erreicht im April aufgrund von Zollsorgen 5-Jahres-Tief

US-Verbrauchervertrauen erreicht im April aufgrund von Zollsorgen 5-Jahres-Tief
Srinibas Rout
29. Apr. 2025, 17:14 PM
  • Die neuesten Daten des Conference Board unterstreichen die wachsenden Befürchtungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.
  • Der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board fiel in diesem Monat auf 86,0.
  • Der Rückgang war weitaus stärker als von Ökonomen erwartet.

Das US-Verbrauchervertrauen ist im April stark gesunken und hat den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht, da die Sorgen über Zölle und wirtschaftliche Unsicherheit die Aussichten der Amerikaner stark belasteten.

Die neuesten Daten des Conference Board unterstreichen die wachsende Besorgnis über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes angesichts von Anzeichen für ein verlangsamtes Wachstum und anhaltende Inflation.

Der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board fiel in diesem Monat auf 86,0 Punkte, gegenüber revidierten 93,9 Punkten im März – der schwächste Wert seit Mai 2020, dem Höhepunkt der wirtschaftlichen Störungen durch COVID-19.

Der Rückgang war deutlich stärker als von Ökonomen erwartet; die Reuters-Umfrage hatte einen geringeren Rückgang auf 87,5 prognostiziert.

Verbraucher bereiten sich auf schwierigere Zeiten vor.

Zwei Schlüsselkomponenten des Index offenbarten tiefere Sorgen unter den Verbrauchern.

Der Index der aktuellen Lage, der die Einschätzung der Amerikaner zur aktuellen Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage misst, sank leicht auf 133,5.

Besorgniserregender ist der Rückgang des Erwartungsindex, der die kurzfristigen Aussichten für Einkommen, Arbeitsplätze und Geschäftslage misst, um 12,5 Punkte auf 54,4.

Das ist der niedrigste Stand seit Oktober 2011 und deutlich unter der Schwelle von 80, die oft eine drohende Rezession signalisiert.

Zolldruck und verlangsamtes Wachstum

Einer der Hauptfaktoren für den wachsenden wirtschaftlichen Pessimismus ist die Angst vor steigenden Zöllen.

Angesichts der drohenden neuen Importzölle der Trump-Regierung haben viele Unternehmen in den letzten Monaten ihre Lieferungen erhöht, um teurere zukünftige Importe zu vermeiden.

Diese Vorratshaltung wird jedoch nun voraussichtlich das BIP-Wachstum stark belasten.

Laut einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen dürfte das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2025 nur um 0,3 % auf Jahresbasis gewachsen sein – das langsamste Tempo seit dem zweiten Quartal 2022.

Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta ist sogar noch pessimistischer und prognostiziert nach Berücksichtigung der Handelsanpassungen, einschließlich der Veränderungen bei Goldimporten und -exporten, einen Rückgang von 0,4 %.

Konsumausgaben unter Druck

Die anhaltende Inflation und die wirtschaftliche Unsicherheit haben auch die Konsumausgaben, einen wichtigen Motor des US-Wirtschaftswachstums, gedämpft.

Angesichts der weiterhin hohen Preise und der schwindenden Ersparnisse der Haushalte verzichten viele Amerikaner auf nicht unbedingt notwendige Ausgaben.

Analysten sagen, dass die Wirtschaft ohne eine Verbesserung der Verbraucherstimmung weiter an Schwung verlieren könnte.

Während das Weiße Haus und die politischen Entscheidungsträger das Handels- und Währungsumfeld bewerten, beobachten Investoren und Marktteilnehmer genau die Anzeichen einer breiteren Konjunkturabschwächung.

Ein anhaltender Rückgang des Verbrauchervertrauens könnte nicht nur auf schwächere Ausgaben in der Zukunft hindeuten, sondern auch Herausforderungen für die Federal Reserve darstellen, da sie die Inflationsbekämpfung und die Wachstumsförderung steuert.