Apple steigert iPhone-Exporte von Indien in die USA um 76 % und umgeht so chinesische Zölle.

Apple steigert iPhone-Exporte von Indien in die USA um 76 % und umgeht so chinesische Zölle.
Diya Poddar
27. Mai 2025, 13:28 PM
  • Die Auslieferungen nach China gingen im gleichen Zeitraum um 76 % auf 900.000 Einheiten zurück.
  • Apple begann während COVID-19 mit der Verlagerung der Produktion nach Indien; jetzt wird die Endmontage ausgebaut.
  • Trump drohte mit einem 25%igen Zoll auf in den USA außerhalb der USA hergestellte iPhones.

Apples Wende in Richtung Indien verändert die globale Smartphone-Lieferkette.

Im April 2025 stiegen die Lieferungen von iPhones von Indien in die USA im Vergleich zum Vorjahr um 76 % auf geschätzte 3 Millionen Einheiten, so Canalys-Zahlen, die von Omdia zusammengestellt wurden.

Im gleichen Zeitraum stürzten die iPhone-Lieferungen aus China um 76 % auf nur 900.000 Einheiten ab.

Diese Zahlen spiegeln einen bedeutenden Wandel in Apples Produktions- und Exportstrategie wider, da das Unternehmen versucht, die zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China zu bewältigen, einschließlich der neuen Zölle, die unter der Präsidentschaft von Donald Trump verhängt wurden.

Die dramatische Umkehrung der Exportmengen zwischen Indien und China ist das Ergebnis von Apples jahrelangen Bemühungen, sich vor geopolitischer Instabilität zu schützen.

Die Umstellung beschleunigte sich nach den Gegenzöllen, die Trump am 2. April 2025 angekündigt hatte und die sich auf wichtige Importe, einschließlich Technologiehardware, richteten.

Obwohl Unterhaltungselektronik wie iPhones am 11. April vorübergehend von der Zollliste ausgenommen wurde, verläuft Apples Umstellung auf Indien wie geplant, angetrieben sowohl durch strategische Planung als auch durch langfristige Investitionen in die Fertigung.

iPhone-Produktion in Indien erreicht neuen Meilenstein

Apple begann erstmals während der COVID-19-Pandemie mit der Ausweitung der Fertigung in Indien, als Teil einer umfassenderen Anstrengung zur Diversifizierung seiner Lieferkette.

Die Strategie des Unternehmens scheint nun Früchte zu tragen. Im März überholte Indien China erstmals bei den iPhone-Lieferungen in die USA, und im April setzte sich der Trend in großem Umfang fort.

Le Xuan Chiew, Forschungsleiter bei Omdia, führte das Wachstum auf Apples "aggressive" Reaktion auf die Gefahr von Zöllen zurück, einschließlich präventiver Lagerbestandsaufbauten und beschleunigter Montageprozesse.

Trotz dieses Anstiegs ist Indiens derzeitige Produktionskapazität noch nicht groß genug, um China vollständig zu ersetzen.

Die Nachfrage nach iPhones in den USA liegt im Durchschnitt bei etwa 20 Millionen Einheiten pro Quartal, und es wird erwartet, dass Indien dieses Niveau erst 2026 erreichen wird.

Die Endmontage mag zwar nach Indien verlagert worden sein, aber ein Großteil der Subassembly-Produktion findet immer noch in China statt.

Laut Daniel Newman, CEO der Futurum Group, hat Apple lediglich die letzte Produktionsstufe verlegt, was im Vergleich zur Umgestaltung des gesamten Herstellungsprozesses nur einen "geringen Aufwand" darstellt.

Apple steht unter Druck von Trump und Peking.

Apples Strategie, Indien in den Mittelpunkt zu stellen, wird möglicherweise nicht alle Interessenvertreter zufriedenstellen. Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass er möchte, dass iPhones, die in den USA verkauft werden, im Inland hergestellt werden.

Am Freitag drohte er in einem Social-Media-Post mit einem 25%igen Zollsatz auf alle importierten iPhones und warnte, dass die Produktion „nicht in Indien oder irgendwo anders stattfinden sollte“.

Analysten glauben, dass Apples Vorgehen zwar darauf abzielt, China-spezifische Risiken zu vermeiden, aber möglicherweise nicht ausreicht, um Trumps Ziele zur Lokalisierung zu erreichen.

Gleichzeitig unternimmt China Schritte, um die Diversifizierung zu erschweren. Indischen Medienberichten zufolge beschränkt Peking den Export von fortschrittlichen Maschinen und Fachkräften, die zur Unterstützung der indischen Zulieferer von Apple benötigt werden.

Dies könnte die Bemühungen erschweren, ein unabhängigeres Produktionsökosystem in Indien aufzubauen.

Obwohl Apple-CEO Tim Cook Anfang Mai wiederholte, dass die meisten in den USA verkauften iPhones in Indien hergestellt würden, ist das Unternehmen weiterhin auf chinesische Zulieferungen und Lieferketteninfrastruktur angewiesen.

Trotz starkem Start könnte das zukünftige Wachstum nachlassen.

Es wird nicht erwartet, dass das Wachstum der iPhone-Exporte aus Indien im Rest des Jahres im gleichen Tempo weitergeht.

Analysten warnen davor, dass Infrastruktur, Logistik und Personalengpässe in Indien Apples Fähigkeit einschränken könnten, das Unternehmen im Jahr 2025 weiter auszubauen.

Die Produktion von High-End-Modellen wie dem iPhone 16 Pro hat in Indien erst vor kurzem begonnen, und Verzögerungen bei der Steigerung der Produktionsmenge könnten die Gesamtproduktion beeinträchtigen.

Obwohl Apples Abkehr von China ein langfristiger strategischer Schritt ist, sind kurzfristige Störungen weiterhin möglich.

Analysten zufolge bewegt sich das Unternehmen auf einem schmalen Grat zwischen der Bewältigung von Handelsrisiken aus den USA und der Beibehaltung kritischer Komponenten, die aus China bezogen werden.

Indien entwickelt sich möglicherweise zu Apples nächstem großen Produktionsstandort, ist aber noch kein vollständiger Ersatz.