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Ist es an der Zeit, sich von stark steigenden deutschen Aktien zu trennen?

Ist es an der Zeit, sich von stark steigenden deutschen Aktien zu trennen?
Wajeeh Khan
30. Mai 2025, 21:35 PM
  • Der Investmentstratege von Nuveen erklärt, warum deutsche Aktien im Jahr 2025 überdurchschnittlich abschneiden.
  • Deutsche Aktien, repräsentiert durch den DAX, sind im bisherigen Jahresverlauf um mehr als 20 % gestiegen.
  • Das deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall ist im Laufe des Jahres um über 200 % gestiegen.

Deutsche Aktien haben 2025 eine beeindruckende Entwicklung gezeigt und sowohl ihre europäischen als auch ihre US-amerikanischen Pendants deutlich übertroffen.

Der DAX, Deutschlands wichtigster Aktienindex, ist im bisherigen Jahresverlauf um über 20 % gestiegen und übertrifft damit den breiteren Stoxx 600, der ein bescheideneres Plus von 8 % verzeichnet.

Im krassen Gegensatz dazu hat sich der S&P 500 in den USA im Jahresverlauf knapp über dem Nullpunkt bewegt, was das Ausmaß der Outperformance der größten Volkswirtschaft Europas unterstreicht.

Angeführt wird die Entwicklung in Deutschland vom Rüstungsunternehmen Rheinmetall, dessen Aktienkurs angesichts des Anstiegs der Verteidigungsausgaben der deutschen Regierung um mehr als 200 % gestiegen ist.

Die Rallye beschränkt sich nicht auf die Verteidigungsindustrie: Industrie, Versorgungsunternehmen und sogar Segmente, die künstlicher Intelligenz ausgesetzt sind, haben alle zur Stärke des Marktes beigetragen.

Warum fliegen deutsche Aktien im Jahr 2025 so hoch?

Laut Laura Cooper, Global Investment Strategist bei Nuveen, war ein wichtiger Katalysator die aggressive fiskalische Konjunkturmaßnahme Deutschlands, die im März angekündigt wurde.

In einem Gespräch mit CNBC bemerkte sie, dass Anleger sowohl Verteidigungs- als auch Infrastrukturinvestitionen in ihre Preisgestaltung einfließen lassen, was den zweistelligen Anstieg des DAX befeuert hat.

„Es ist bemerkenswert, die deutlichen zweistelligen Gewinne im deutschen DAX zu sehen“, sagte Cooper im Interview und fügte hinzu: „Dies basiert weitgehend auf diesem bahnbrechenden fiskalischen Konjunkturprogramm … das eher auf die Verteidigungsaktien ausgerichtet ist.“

Die Branchenzusammensetzung des DAX hat ebenfalls zu seiner Outperformance beigetragen. Die hohe Gewichtung von Industrie- und Versorgungsunternehmen passt gut zum aktuellen makroökonomischen Umfeld, insbesondere da Infrastrukturmodernisierungen und KI-Anwendungen weltweit an Dynamik gewinnen.

Cooper wies außerdem auf künstliche Intelligenz als wachsenden Rückenwind für diese Sektoren hin, insbesondere im Zuge der zunehmenden Digitalisierung in Europa.

Ist es Zeit, Gewinne bei deutschen Aktien einzufahren?

Bei solch steilen Kursgewinnen in kurzer Zeit stellen sich Anleger die Frage, ob es jetzt an der Zeit ist, Gewinne mitzunehmen.

Obwohl Cooper nicht für einen vollständigen Marktausstieg plädiert, warnt sie vor übertriebenen Bewertungen, insbesondere im Verteidigungssektor.

„Ich glaube nicht, dass dies unbedingt ein Zeitpunkt für die Gewinnmitnahme ist“, sagte sie heute in einem Interview mit CNBC . „Aber wir werden sehen, dass die Bewertungen wieder ins Zentrum rücken. Der deutsche DAX wird mit etwa dem 15- oder 16-fachen seines Gewinns gehandelt, und das ist historisch gesehen überbewertet“, fügte Cooper hinzu.

Anstatt zu verkaufen, schlägt Cooper vor, die Anlagestrategie innerhalb Europas zu diversifizieren und möglicherweise sogar US-Aktien wieder in Betracht zu ziehen, wo starke Technologie-Ergebnisse das Interesse der Anleger neu zu wecken beginnen. Die europäische Rallye könnte sich fortsetzen, sagte sie, aber die Gewinne dürften von hier an „gemäßigter“ ausfallen.

Anleger sollten weiterhin vorsichtig bleiben und Optimismus mit umsichtigem Risikomanagement in Einklang bringen, während sich die Marktdynamik weiterentwickelt.

Eine Diversifizierung und die enge Überwachung von Wertschwankungen werden entscheidend sein, um diese sich verändernde Landschaft erfolgreich zu meistern.

Kurz gesagt: Deutsche Aktien könnten noch Potenzial nach oben haben – aber das einfache Geld könnte bereits hinter uns liegen.