Berlin sucht Patriot-Raketen für die Ukraine inmitten von Versorgungsengpässen in den USA: Bericht

Berlin sucht Patriot-Raketen für die Ukraine inmitten von Versorgungsengpässen in den USA: Bericht
Diya Poddar
04. Juli 2025, 15:29 PM
  • Die USA haben die Lieferung von mindestens 30 Patriot-Raketen an Kiew wegen geringer Lagerbestände ausgesetzt.
  • Deutschland hat bereits drei Patriot-Systeme geschickt und insgesamt 38 Milliarden Euro Hilfe zugesagt.
  • Berichten zufolge ist ein Panzerauftrag im Wert von 25 Milliarden Euro in Arbeit, um die Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.

Deutschland prüft die Möglichkeit, Patriot-Raketensysteme von den Vereinigten Staaten zu kaufen und sie direkt an die Ukraine zu übergeben, da die westlichen Verbündeten sich bemühen, kritische Lücken in der Luftverteidigung zu schließen, wie aus einem Reuters-Bericht hervorgeht.

Die Gespräche folgen auf Berichte, wonach die USA die Lieferung von mindestens 30 Patriot-Raketen an Kiew aufgrund schwindender Bestände ausgesetzt haben, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass die Fähigkeit der Ukraine, russische ballistische Raketen abzufangen, beeinträchtigt sein könnte.

Deutschland, nach den USA bereits der zweitgrößte Militärgeber der Ukraine, bestätigte, dass "intensive Gespräche" im Gange seien, um die Lieferung der in den USA hergestellten Systeme zu beschleunigen.

USA stoppen Lieferung von Patriot-Raketen an die Ukraine

Die USA haben die Lieferung einiger lebenswichtiger Waffen an die Ukraine, darunter 30 Patriot-Raketen, unter Berufung auf die begrenzte Verfügbarkeit gestoppt.

Diese Entwicklung hat die Forderung der Ukraine nach mehr Luftverteidigungssystemen angesichts der Verschärfung der russischen Angriffe noch dringlicher gemacht.

Am Donnerstag startete Russland seinen größten Drohnenbeschuss des Krieges auf Kiew, bei dem mindestens 23 Menschen verletzt wurden.

Der Angriff ereignete sich nur wenige Stunden nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, von dem Kiew glaubt, dass es Moskaus Vorgehen ermutigt haben könnte.

Die Ukraine verlässt sich auf Patriot-Systeme, um ballistische Hochgeschwindigkeitsbedrohungen abzufangen.

Die plötzliche Unterbrechung der Lieferungen hat eine ernsthafte Schwachstelle in der mehrschichtigen Abwehr des Unternehmens aufgedeckt.

Nach Angaben von Beamten in Berlin erwägt Deutschland nun eine Lösung: Patriot-Batterien aus den USA zu beziehen und sie sofort in die Ukraine umzuleiten, um Produktionsengpässe zu vermeiden.

Deutschland startet neue Initiative inmitten des NATO-Aufmarsches

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bereits drei Patriot-Systeme aus den deutschen Beständen zugesagt.

Im April startete er eine internationale Anstrengung, um zusätzliche Lieferungen des in den USA hergestellten Systems in NATO-Ländern zu identifizieren.

Als Teil dieses Vorstoßes wird erwartet, dass Pistorius Ende des Monats nach Washington reist, um mit seinem amerikanischen Amtskollegen zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Zeitpläne für die Produktion und Optionen zur schnellen Verfügbarkeit.

Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte, dass diese Themen bei dem bilateralen Treffen "auch auf der Tagesordnung stehen werden".

Während sich die US-Botschaft in Berlin nicht zu der Angelegenheit geäußert hat, ist die deutsche Initiative ein Versuch, die wachsende Lücke zu füllen, die durch die schwankende US-Unterstützung entstanden ist.

Ein Sprecher der deutschen Regierung wies darauf hin, dass mehrere Lösungen geprüft werden, wobei ein Weg darin besteht, überschüssige Systeme aus den USA zu kaufen und sie direkt nach Kiew zu verschiffen.

Strategischer Wandel in der europäischen Führungsrolle, da die Unterstützung der USA schwindet

Da Washingtons Engagement zunehmend unter die Lupe genommen wird, scheint Berlin eine zentralere Rolle bei der Aufrechterhaltung der Unterstützung für die Kriegsanstrengungen der Ukraine zu übernehmen.

Deutschland hat der Ukraine nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits 38 Milliarden Euro an Militärhilfe zugesagt, darunter auch langfristige Mittel.

Ein am Freitag veröffentlichter Bericht von Bloomberg News enthüllte, dass Deutschland einen 25-Milliarden-Euro-Auftrag für Panzer zur Verstärkung der NATO-Brigaden vorbereitet, was auf einen breiteren Aufmarsch der Verteidigung hindeutet.

Das deutsche Verteidigungsministerium hat den Bericht zwar nicht bestätigt, aber er signalisiert die wachsende Bereitschaft Berlins, mehr Verantwortung innerhalb der NATO und der Verteidigungsinfrastruktur der EU zu übernehmen.

Obwohl ein hochrangiger deutscher Militärbeamter erklärte, dass Europa den ukrainischen Widerstand technisch ohne US-Militärhilfe aufrechterhalten könnte, würde dies immense Herausforderungen in Bezug auf Logistik, Ressourcen und Einsatzgeschwindigkeit mit sich bringen.

Im Moment ist der vorgeschlagene Patriot-Kauf- und Umverteilungsplan ein Testfall dafür, wie schnell europäische Nationen strategische Lücken in Echtzeit schließen können.