Invezz

KI-Chiphersteller Groq expandiert mit neuem Drehkreuz in Finnland nach Europa

KI-Chiphersteller Groq expandiert mit neuem Drehkreuz in Finnland nach Europa
Diya Poddar
07. Juli 2025, 11:36 AM
  • Groq zielt auf den Markt für KI-Inferenz mit LPUs ab.
  • Konkurriert mit Nvidias GPU-Dominanz in Europa.
  • Die Expansion steht im Einklang mit den souveränen KI-Ambitionen der EU.

Der Chiphersteller für künstliche Intelligenz Groq hat in Zusammenarbeit mit dem globalen Infrastrukturanbieter Equinix sein erstes europäisches Rechenzentrum in Helsinki, Finnland, eröffnet.

Das in den USA ansässige Start-up mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar, das von Investoren wie Samsung und Cisco unterstützt wird, erweitert seine internationale Präsenz, da die Nachfrage nach KI-Inferenzen in ganz Europa steigt.

Dieser Schritt versetzt Groq in die Lage, vom steigenden Interesse des Kontinents an souveräner KI-Infrastruktur zu profitieren und gleichzeitig die Dominanz von Nvidia in diesem Sektor ins Visier zu nehmen.

Im Gegensatz zu Nvidia konzentriert sich Groq auf Chips, die auf Inferenzaufgaben zugeschnitten sind – die Interpretation von Live-Daten mit vortrainierten KI-Modellen – und nicht auf das Modelltraining.

Standort Helsinki, um den Verkehr innerhalb weniger Tage zu bedienen

Das Groq-Werk in Helsinki wird diese Woche in Betrieb genommen, nur vier Wochen, nachdem das Unternehmen die Entscheidung getroffen hat, es zu bauen.

Das Unternehmen sagte, es entlade bereits Server-Racks am Standort.

Equinix, bekannt für die Verbindung großer Cloud-Anbieter wie AWS und Google Cloud, wird die LPUs (Language Processing Units) von Groq hosten und den Kunden sofortigen Zugang zur KI-Inferenztechnologie von Groq ermöglichen.

Die nordische Region hat sich aufgrund ihres kühleren Klimas, des Zugangs zu erneuerbaren Energien und der politischen Unterstützung für souveräne KI-Strategien zu einem bevorzugten Standort für KI-Dateninfrastrukturen entwickelt.

Finnland, Schweden und Norwegen werden zunehmend als attraktive Knotenpunkte für Investitionen in Rechenzentren angesehen, und der Einstieg von Groq bestätigt diesen Trend weiter.

Im Juni besuchte Nvidia-CEO Jensen Huang Europa und unterzeichnete mehrere eigene Infrastrukturverträge, was den sich verschärfenden Wettbewerb in diesem Bereich unterstreicht.

KI-Inferenzchips verzeichnen steigende Nachfrage

Groq ist eines von mehreren Startups, die versuchen, Nvidias Hochburg bei KI-Halbleitern zu brechen.

Während Nvidia mit seinen Hochleistungs-GPUs das Trainingssegment der KI dominiert, setzen Unternehmen wie Groq, Cerebras, SambaNova, Ampere (bald von SoftBank übernommen) und Fractile auf den wachsenden Bedarf an Inferenzchips.

"Da die Nachfrage nach KI-Inferenz immer schneller zunimmt, wissen wir, dass diejenigen, die schnell entwickeln, mehr benötigen – mehr Kapazität, mehr Effizienz und zu skalierbaren Kosten", sagte Jonathan Ross, CEO und Gründer von Groq.

Die Chips von Groq sind anders gebaut als die von Nvidia. Die LPUs sind nicht auf High-Bandwidth Memory (HBM) angewiesen, eine Komponente, die teuer und weltweit knapp ist.

Stattdessen nutzt Groq eine Lieferkette, die hauptsächlich in Nordamerika angesiedelt ist, was dazu beiträgt, eine gleichbleibende Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Diese Strategie unterstützt das Ziel von Groq, Inferenz-Computing mit hohem Volumen und geringeren Margen in großem Maßstab bereitzustellen – genau der Bereich, auf den sich Nvidia weniger konzentriert.

Souveräne KI treibt lokale Expansion voran

Europas politischer Vorstoß für souveräne KI – bei der die lokale Infrastruktur Daten innerhalb regionaler Grenzen hostet und verarbeitet – prägt die Art und Weise, wie ausländische KI-Unternehmen in den Markt eintreten.

Mit der Einrichtung einer physischen Präsenz in Helsinki passt sich Groq den regulatorischen Präferenzen der EU an und verbessert die Latenzzeiten seiner Dienste für europäische Nutzer.

Auch das Rechenzentrum von Groq in Finnland wird vom Engagement des Landes für grüne Energie und seiner gut ausgebauten digitalen Infrastruktur profitieren.

Helsinkis Anbindung an andere Teile Europas macht es zu einer strategischen Wahl für die Bereitstellung von Inferenzdiensten mit geringer Latenz für Unternehmen in der gesamten Region.

Groq betreibt bereits Rechenzentren in den USA, Kanada und Saudi-Arabien, und diese Anlage in Helsinki ist ein wichtiger Schritt in seiner globalen Wachstumsstrategie.