Top 4 Gründe, warum Südkoreas Kospi-Index und der EWY-ETF eingebrochen sind
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Sell EWY. Der Rückgang wird durch das Zusammenbrechen der beiden größten Gewichtungen (Samsung + SK Hynix) im Zuge des Memory-Ausverkaufs getrieben, zusätzlich zu Verkäufen von Ausländern und nachlassender Nachfrage aus den USA. Es handelt sich um eine breite, indexweite Auflösung, nicht um ein Einzeltitelproblem, weshalb Erholungen wahrscheinlich verkauft werden. Key risk: Die Speicherpreise stabilisieren sich und Samsung/SK Hynix erholen sich schnell genug, um den Abwärtstrend des Index zu stoppen.
Kernrisiko: Die Speicherpreise stabilisieren sich und Samsung/SK Hynix erholen sich stark genug, um den Abwärtstrend des Index umzukehren.
Sell DRAM. Der ETF liegt ~43 % unter dem Hoch und ist der deutlichste Ausdruck des Gewinnmitnahmezyklus im Memory-Segment. Da Anleger bereits aus Memory-Positionen und überhitzten/gehebelten Positionen aussteigen, dürfte DRAM schwach bleiben, selbst wenn der Gesamtmarkt kurzzeitig steigt. Key risk: Ein drastischer Angebotsabbau oder eine überraschende Nachfragesteigerung löst eine anhaltende Erholung der Speicherpreise aus, die das gesamte DRAM-Complex hebt.
Kernrisiko: Ein Angebots-/Nachfrageschock löst eine anhaltende Erholung der Speicherpreise aus, die DRAM über Monate hinweg stärkt.
- Der Kospi-Index und der EWY-ETF sind in diesem Monat eingebrochen.
- Samsung Electronics und SK Hynix haben maßgeblich zu diesem Ausverkauf beigetragen.
- Der Rückzug erfolgte im Zuge des Abbaus von Hebelpositionen.
Der Kospi-Index ist in diesem Jahr stark eingebrochen und fiel von einem Rekordhoch von 9.410 im Juni auf aktuell 5.817. Dieser Rückgang macht ihn zu einem der weltweit am schlechtesten performenden Indizes.
Ähnlich ist der iShares MSCI South Korea ETF EWY von einem Jahreshoch von 217 $ auf 144.2 $ gefallen. Dieser Artikel nennt die vier Gründe, warum der Kospi und der EWY-ETF abgestürzt sind.
Kospi-Index fällt, weil Samsung Electronics und SK Hynix stark nachgegeben haben
Hauptgrund für den kräftigen Rückgang des Kospi Composite Index ist, dass seine beiden größten Bestandteile im Zuge der anhaltenden Rotation aus Memory-Aktien stark eingebrochen sind.
Die Samsung Electronics-Aktie sank von 374.000 Won auf heute 223.500 Won. Ebenso fiel SK Hynix von 2,98 Millionen Won auf heute 1,42 Millionen Won.
Dieser Rückzug fiel mit dem Ausverkauf in der Memory-Branche zusammen, bei dem auch Top-Unternehmen wie Micron, SanDisk und Western Digital im freien Fall sind. Der Roundhill Memory ETF (DRAM), der die größten Unternehmen der Branche abbildet, ist seit seinem Allzeithoch um 43 % gefallen.
Memory- und Halbleiterwerte haben nach einer starken Rallye Gewinnmitnahmen erlebt. Zudem hatten viele dieser Unternehmen seit ihren Tiefstständen im Vorjahr dreistellige Zugewinne verzeichnet, wodurch sie besonders anfällig für Gewinnmitnahmen waren.
Samsung und SK Hynix machen über 50 % des Kospi aus, wodurch der Index stark von ihrer Entwicklung abhängt.
Entsprechend haben Ausländer ihre südkoreanischen Aktien verkauft. Ein Bericht von Goldman Sachs zeigte, dass diese Ausländer bis Ende Mai Aktien im Wert von über 62 Mrd. $ veräußert haben – ein Trend, der anhält.
In den USA hat die Nachfrage nach dem EWY-ETF nachgelassen; die Mittelzuflüsse fielen am Dienstag auf 32 Mio. $ gegenüber 451 Mio. $ in der Vorwoche.
Abbau von Hebelpositionen verstärkte den Ausverkauf
Ein weiterer Grund für den Ausverkauf ist der Abbau von Hebelpositionen unter südkoreanischen Anlegern, die zur Aufwärtsphase stark geliehen hatten.
Insbesondere konzentrierten sich diese Anleger stark auf einzeltitelbezogene gehebelte ETFs, die im Mai eingeführt wurden. Ein aktueller Bericht der KB Financial zeigte, dass Anleger Vermögenswerte im Wert von über 14 Billionen Won (ca. 9,7 Mrd. $) kauften, verglichen mit ausländischen Investoren, die 2 Billionen Won erwarben.
Südkorea hat diese ETFs inzwischen verboten; der Finanzminister entschuldigte sich bei Anlegern, die in diesem Zeitraum ein Vermögen verloren haben. In den meisten Fällen tendieren gehebelte Anlagen dazu, den Markt bei intensiven Ausverkäufen deutlicher zu unterperformen.
US‑Iran‑Konflikt und steigende Energiepreise
Geopolitische Faktoren haben zum anhaltenden Einbruch des Kospi und des EWY-ETF in diesem Monat beigetragen. Die USA und Iran haben ihre militärischen Aktivitäten wieder aufgenommen, was die Rohölpreise in dieser Woche nach oben trieb. Brent und der West Texas Intermediate (WTI) sprangen auf 87 $ bzw. 84 $.
Südkorea reagiert sensibel auf Ereignisse im Nahen Osten, da das Land erhebliche Energiemengen aus der Region importiert. Daher besteht das Risiko, dass die Inflation weiter ansteigt und die Zentralbank zu einer weiteren Zinserhöhung gezwungen wird.
Technische Analyse erklärt den Kospi‑Fall
Kospi-Index-Chart | Quelle: TradingView
Mehrere technische Konzepte erklären ebenfalls, warum der Kospi-Index fällt. Wie wir hier schrieben, ist der Rückgang durch die Wyckoff-Theorie erklärbar. Lange Zeit bewegte sich der Index in einer engen Spanne, ein Zeichen für eine Akkumulationsphase. Anschließend folgte die Markup-Phase, die ihn auf ein Rekordhoch trieb. Jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass er in die Markdown-Phase übergegangen ist, die durch starken Verkaufsdruck gekennzeichnet ist.
Gleichzeitig fällt der Kospi-Index, nachdem er stark überkauft war: Der Relative-Stärke-Index (RSI) stieg im Mai dieses Jahres bis in die extreme Überkauftzone auf 83,95. Stark überkaufte Assets ziehen sich häufig zurück, wenn Anleger Gewinne realisieren.
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