Handelszölle zwingen Nissan, die Produktion von Schlüsselmodellen für Kanada auszusetzen

Handelszölle zwingen Nissan, die Produktion von Schlüsselmodellen für Kanada auszusetzen
Sayantan Sarkar
10. Juli 2025, 07:49 AM
  • Nissan hat die US-Produktion von Pathfinder, Murano und Frontier für Kanada eingestellt.
  • Dies ist auf die Handelsspannungen zwischen den USA und Kanada und die Autozölle zurückzuführen.
  • Zölle machten den Export dieser Modelle aus den USA nach Kanada wirtschaftlich unrentabel.

Nissan Motor hat laut einem Bericht von Reuters eine Aussetzung der US-Produktion für drei seiner Fahrzeugmodelle angekündigt, die speziell für den kanadischen Markt bestimmt sind.

Diese Entscheidung ist eine direkte Folge der eskalierenden Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada, die zur Verhängung gegenseitiger Zölle auf importierte Automobile geführt haben.

Der Autohersteller erklärte, dass die Zölle ein nicht nachhaltiges wirtschaftliches Umfeld für den Export dieser speziellen Modelle aus seinen US-Produktionsstätten nach Kanada geschaffen haben.

Nissan stoppt Produktion

Nissan kündigte am späten Mittwoch einen Produktionsstopp für seine SUVs Pathfinder und Murano sowie für seine Frontier-Pickup-Trucks an.

Der japanische Autohersteller gab nicht an, wann die Aussetzung begann oder wie lange sie voraussichtlich dauern wird.

Nissan sagte in einer Erklärung:

Die Zeitung Nikkei berichtete zuerst über den Produktionsstopp und erklärte, dass die Aussetzung im Mai begonnen habe.

Nissan gab an, dass 80 % seiner kanadischen Verkäufe auf Fahrzeuge entfielen, die entweder aus Mexiko oder Japan stammten.

Dazu gehören die meistverkauften Modelle in Kanada: Versa, Sentra und Rogue.

Nissan montiert den Pathfinder und den Murano in Tennessee und den Frontier in Mississippi.

Auswirkungen der Trump-Zölle

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Handelspolitik der Trump-Regierung wurden im Automobilsektor immer deutlicher, wobei im April ein bedeutender Schritt zur Einführung eines zusätzlichen Zolls von 25 % auf Autoimporte erfolgte.

Diese aggressive Zollmaßnahme blieb nicht ohne Folgen, da Kanada, ein wichtiger Handelspartner und Nachbar, schnell mit der Einführung eigener Vergeltungszölle reagierte.

Diese Eskalation der Handelsmaßnahmen schuf ein Klima der Unsicherheit für die Autohersteller, die über die nordamerikanischen Grenzen hinweg tätig sind.

Ein bemerkenswertes Beispiel für ein Unternehmen, das direkt von diesen Zöllen betroffen war, war die Mazda Motor Corporation.

Im Mai kündigte der japanische Autohersteller eine strategische Neuausrichtung seiner Produktionspläne an.

Konkret entschied sich Mazda dafür, die Produktion in seinem Werk in Alabama in Kanada einzustellen.

Diese Entscheidung war eine direkte Reaktion auf die neue Zolllandschaft, die den Export von Fahrzeugen aus den USA nach Kanada weniger wirtschaftlich machte.

Gleichzeitig traf Mazda die strategische Entscheidung, die Produktion speziell für den US-Markt am selben Standort in Alabama zu steigern, um seine Abläufe innerhalb des überarbeiteten Handelsrahmens zu optimieren.

Dieser Schritt ermöglichte es dem Unternehmen, die erhöhten Zölle auf Fahrzeuge, die für Kanada bestimmt sind, zu umgehen und gleichzeitig seine Lieferkette für die wichtige US-Verbraucherbasis zu stärken.

Finanzielle Herausforderungen von Nissan

Die Zölle verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen globale Automobilhersteller konfrontiert sind, selbst in kleineren Märkten wie Kanada für Nissan.

Diese Situation verschärft die anhaltende Krise von Nissan, die durch rückläufige Verkaufszahlen und eine veraltete Fahrzeugpalette gekennzeichnet ist.

Das Unternehmen verzeichnete in dem im März endenden Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 4,5 Milliarden US-Dollar.

Nissan hat sich auch geweigert, eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben, in dem das Unternehmen mit Fälligkeiten von rund 700 Milliarden Yen (4,79 Milliarden US-Dollar) konfrontiert ist.

Die Schuldenratings des Autoherstellers wurden von allen drei großen Ratingagenturen auf "Ramsch" herabgestuft.

Berichten zufolge hat das Unternehmen im vergangenen Monat einige Lieferanten aufgefordert, Zahlungen zu verschieben, was laut einem Reuters-Bericht vom Juni ein Hinweis auf die dringende Notwendigkeit ist, kurzfristige Mittel freizusetzen und die Liquidität zu erhöhen.

Im vergangenen Geschäftsjahr entfielen nur 3 % des weltweiten Absatzes von Nissan auf Kanada.

Der japanische Autohersteller betreibt keine Fabriken in Kanada und verkaufte dort rund 104.000 Fahrzeuge.

Dies entspricht weniger als der Hälfte des Umsatzes in Mexiko und etwas mehr als 10 % des Umsatzes in den Vereinigten Staaten.