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KOSPI erholt sich 22% — ist Koreas brutaler Chip-Ausverkauf vorbei?

KOSPI erholt sich 22% — ist Koreas brutaler Chip-Ausverkauf vorbei?
Devesh Kumar
14. Aug. 2026, 06:48 AM

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Samsung Electronics (005930.KS)

Kaufen. Der Text deutet auf einen Schock durch Positionierung und Fondsflüsse hin, nicht auf einen Zusammenbruch der fundamentalen Aussichten für KI-Speicher: Enges Angebot und anhaltende Nachfrage nach KI-Infrastruktur stützen das Geschäftsmodell. Nach den Liquidationen im Juli erholt sich die Aktie bereits (etwa +1% zu Handelsbeginn) zusammen mit SK Hynix, was darauf hindeutet, dass der Markt die Gewinnerwartungen neu bewertet und erzwungene Verkäufe zurückgedreht werden. Die Verschärfung des Zugangs zu gehebelten ETFs durch Aufsichtsbehörden sollte künftige Aussetzer reduzieren und eine nachhaltigere Erholung wahrscheinlicher machen.

Kernrisiko: Ein erneuter weltweiter Rückgang der Chipnachfrage oder eine tatsächliche Gewinnwarnung bei KI-Speichern, die zeigt, dass der Abverkauf im Juli fundamental und nicht nur durch Positionierung bedingt war.

SK Hynix (000660.KS)

Kaufen. SK Hynix ist der klarste Momentum-Nutznießer (+5% zu Handelsbeginn) und steht unmittelbar mit der Knappheit bei KI-Speichern in Verbindung. Die These lautet, dass knappes Angebot zusammen mit Nachfrage aus der KI-Infrastruktur die Margen stützt, selbst nach dem heftigen Einbruch, und dass die Entspannung bei den Fed-Zinserwartungen wachstumsstarken Halbleitern Luft verschafft. Wenn die Erholung von Fondsflüssen getrieben ist, sollte SK Hynix outperformen, wenn Hebelpositionen abgebaut werden und Käufer zurückkehren.

Kernrisiko: Ein Einbruch der Speicherpreise (durch Lockerung des Angebots oder Abschwächung der Nachfrage), der schnell genug erfolgt, um die Margenstütze durch Knappheit zu beseitigen.

  • KOSPI krönt eine Wochenrallye von 10%, da Chipwerte ihre starke Erholung ausweiten.
  • Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung sinkt nach schlaffer US-Inflation, was den Druck auf asiatische Techwerte vermindert.
  • Nikkei legt diese Woche über 5% zu, während Ölrisiken die asiatischen Aktien belasten.

Der südkoreanische KOSPI setzte am Freitag eine der schärfsten Wendungen im globalen Aktienmarkt fort und eroberte kurzzeitig die Marke 7.000 zurück, da nachlassende US-Inflation Anleger ermutigte, wieder in die Chiphersteller zu investieren, die im Juli den brutalen Ausverkauf ausgelöst hatten.

Der Leitindex eröffnete 2,7% höher bei 6,995.67 und touchierte kurz 7,010.86, seine erste Bewegung über 7.000 seit dem 24. Juli.

Samsung Electronics gewann zu Handelsbeginn rund 1%, während SK Hynix um mehr als 5% sprang.

Der Anstieg bringt den KOSPI auf Kurs, sieben aufeinanderfolgende Wochenverluste zu beenden und die meisten regionalen Pendants deutlich zu outperformen.

Koreas KI-Handel hat sich von Liquidation zur Erholung gewendet

Die Geschwindigkeit der Erholung ist auffällig, weil der KOSPI noch vor nur zwei Wochen tief im Abverkauf steckte.

Bis Donnerstag hatte der Index fast 22% vom Tiefstand am 30. Juli zugelegt und damit die konventionelle Schwelle für einen neuen Bullenmarkt erreicht.

Allein der Donnerstag brachte ein Plus von 3,6%, gestützt von erneuter Nachfrage nach Samsung und SK Hynix, nachdem Anleger die Aussichten für KI-Speicherchips neu bewertet hatten.

Macquarie-Analysten sehen den Großteil des Rückgangs im Juli eher als Schock durch Positionierung und Fondsflüsse denn als Zusammenbruch der fundamentalen Halbleiterdaten.

Starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur und ein knappes Speicherangebot stützen weiterhin die Gewinnperspektive für Koreas zwei größte Chiphersteller.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da gehebelte Produkte und Margenverkäufe den früheren Abschwung verstärkt hatten.

Südkoreanische Aufsichtsbehörden haben seitdem den Zugang zu gehebelten Einzelaktien-ETFs eingeschränkt, was eine Quelle der extremen Schwankungen, die den Sommerausverkauf prägten, verringern könnte.

Fed-Entspannung verschafft Technologiewerten mehr Spielraum

Der jüngste Katalysator kam aus den USA, wo sowohl Verbraucher- als auch Erzeugerpreisdaten die Befürchtungen einer bevorstehenden Zinserhöhung der Federal Reserve minderten.

Die US-Erzeugerpreise blieben im Juli unverändert nach einem Rückgang von 0.1% im Juni, während die jährliche PPI-Inflation von 5.5% auf 4.7% zurückging.

Kombiniert mit schwächerer Verbraucher-Inflation und dem schwachen Beschäftigungsbericht für Juli senkten die Daten die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung im September auf etwa ein Drittel.

Geringeres Zinsrisiko ist besonders unterstützend für Korea, da der KOSPI stark gegenüber wachstumsstarken Halbleiterunternehmen ausgerichtet ist.

Es half auch der weiteren Region: Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans stieg um 0,3% und steuerte auf ein Wochenplus von 2,7% zu, während Japans Nikkei 225 um 1,5% zulegte und für die Woche auf ein Plus von mehr als 5% zusteuerte.

Öl und Geopolitik bleiben Schwachpunkte

Die Rally ist nicht ohne makroökonomisches Risiko. Brent notierte nahe $87 je Barrel und steuerte weiterhin auf ein Wochenplus von rund 4% zu, da die Verhandlungen zwischen den USA und Iran festgefahren blieben.

Saxo-Stratege Charu Chanana sieht geringeres Fed-Risiko und ein abgeschwächtes Ölpreisniveau gegenüber den jüngsten Höchstständen als unterstützend für Aktien, betrachtet die Rally aber als verwundbar gegenüber geopolitischen Schlagzeilen.

Ein weiterer Ölpreissprung könnte Inflationssorgen rasch wiederbeleben und die finanziellen Bedingungen verschärfen.

Der Yen ist ein weiterer regionaler Druckpunkt und notiert nahe 159.4 pro Dollar, da Anleger eine zunehmende Chance auf eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September einpreisen.